Wichernstift kommt nicht zur Ruhe / Insolvenzverwalter hält an Sanierung fest

Freigestellte Mitarbeiter und eine E-Mail aus Berlin

Ganderkesee - Von Jan SchmidtDas Wichernstift in Ganderkesee kommt nicht zur Ruhe. Um das angeschlagene Altenheim gibt es seit dem erneuten Insolvenzantrag immer neue Hiobsbotschaften.

Insolvenzverwalter Berend Böhme hatte erst vor kurzem mitgeteilt, dass er die 72 Mitarbeiter nicht mehr alle bezahlen könne. 24 Betroffene habe er deshalb von ihrem Job freigestellt. Sie bekämen „bis auf weiteres“ Arbeitslosengeld. Allerdings wolle man die Mitarbeiter „so bald wie möglich“ wieder einstellen und ihnen das verloren gegangene Gehalt nachzahlen, betonte der Rechtsanwalt.

Nach dieser unerfreulichen Mitteilung wandte sich gestern auch noch eine ominöse „Gesellschaft“ aus Berlin an die Medienvertreter im Landkreis Oldenburg. Man sei an einer Übernahme des Wichernstifts interessiert und habe schon mehrfach den Kontakt zum Insolvenzverwalter Böhme gesucht – vergeblich. Unterzeichnet ist die E-Mail von einem gewissen Christian Reither. Inhaltlich redet dieser nicht lange um den heißen Brei herum: „Rund 130 Bewohnern wird ihr Zuhause genommen......Dank dem Insolvenzverwalter!“

Auf Nachfrage versicherte Berend Böhme gestern, dass er von der „Anderson Holding AG“ noch nie etwas gehört habe. Er könne sich an den Versuch einer Kontaktaufnahme beim besten Willen nicht erinnern. „Dieses Schreiben ist eine Frechheit“, so Böhme – vor allem, weil aus der E-Mail falsche Fakten hervorgingen: Es stimme nicht, dass 130 Bewohner das Altenheim verlassen müssen. Richtig sei stattdessen, dass von ursprünglich 135 Bewohnern genau 60 im November ihre Kündigung erhielten. Die Maßnahme sei alternativlos gewesen. Anschließend habe es noch weitere Abgänge aus eigener Motivation gegeben. Derzeit wohnen laut Böhme rund 60 Senioren im Wichernstift.

„60 Bewohner und 72 Pfleger. Jedem Laien dürfte einleuchten, dass sich diese Konstellation nicht rechnet.“ Nach der Freistellung der 24 Mitarbeiter ließe sich das Altenheim mit nun lediglich 48 Pflegern kostendeckend weiterführen. Trotz der ständigen Rückschläge: „Wir können unser Ziel – die Sanierung der Einrichtung in 2012 – noch erreichen“, betonte der Insolvenzverwalter. An die Berliner Gesellschaft wolle er übrigens eine Unterlassungsaufforderung schicken.

Inhaltlich, das betonte Böhme besonders stark, gebe es beim Wichernstift keinerlei Veränderungen. „Es gibt immer noch mehr als genug Pfleger. Das Tagesgeschäft geht normal weiter.“

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