Eigentümer des Ahlhorner Areals beantragt Sondernutzung mit Sichtflug / Nachts nur ausnahmsweise

Flughafen-Status schrumpft stark

Nur auf Sicht: Der Flugplatz Ahlhorn soll der Sport- und Geschäftsfliegerei vorbehalten bleiben. So sieht es der jetzt gestellte Antrag der Betreibergesellschaft vor. Für größere Maschinen bedarf es stets einer Einzel-Genehmigung.

Ahlhorn - (ck) · Mit ihrem eigenen Antrag an die zuständige Luftfahrtbehörde hat die „Flugplatz Ahlhorn GmbH“ dafür gesorgt, dass Passagier- und Frachtfliegerei auf diesem Terrain tabu bleiben dürften. Denn die angestrebte Nutzung als Sonderflugplatz geht mit dem drastischen Schrumpfen der „Bauschutzzone“ von 15 Kilometern auf nur noch 1,5 Kilometer gen Westen und Osten einher – also dem Verlauf der Start- und Landebahn. „Dieser geringere Radius schließt dort dann Billig- und Cargoverkehr aus“, unterstrich Rolf Eilers als Geschäftsführer der landkreiseigenen Tochtergesellschaft „Fliegerhorst Ahlhorn – Nachnutzung auf kommunaler Ebene“ (Flanke).

„Wenn wir das Gesamtergebnis betrachten, sollte das zur Beruhigung in der Bevölkerung beitragen“, urteilte Erster Kreisrat Carsten Harings gestern Nachmittag im Struktur- und Wirtschaftsausschuss des Landkreises.

Bekanntlich will sich in Wildeshausen eine Bürgerinitiative gegen den Fluglärm gründen. Doch weder die Kreisstädter noch die nächsten Nachbarn des Rollfelds dürften von Starts oder Landungen etwas mitbekommen, wie Eilers ein Experte der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit Blick auf die maximale Größe der zulässigen Flugzeuge versichert habe: Denn sollte die Behörde den Antrag genehmigen, dürften theoretisch Maschinen mit einem Gesamt-Abfluggewicht von 14 Tonnen Ahlhorn ansteuern. Aber Flugzeuge in dieser Kategorie gibt es kaum – die meisten sind größer und scheiden deshalb sowieso aus, und kleinere wiegen zum Start – betankt und beladen – um die sechs Tonnen. Das entspricht einer Cessna „CJ2+“ mit zwei Triebwerken, die bis zu 800 Kilogramm Nutzlast oder acht Passagiere mitnehmen darf. Derartige Maschinen sind etwa 15 Meter lang und haben eine ebenso breite Spannweite. Solche Flieger verließen beim Landen laut Harings erst spät ihre Reise-Höhe, so dass die Menschen der Nachbarkommunen nichts zu hören bekämen.

Die „Flugplatz Ahlhorn GmbH“ setze zudem auf Sichtflugverkehr, „und sehen kann man nachts bekanntlich schlecht“, reagierte Eilers auf Sorgen um nächtliche Nutzungen. Denn der Betreiber hege kein Interesse, zur Installation der Instrumenten-Flugeinrichtung einen sechsstelligen Betrag zu investieren.

Neben der bisherigen Sportfliegerei und gelegentlichen Starts von Transall-Maschinen für Fallschirmsprung-Übungen der Bundeswehr sieht der Antrag aber noch die Geschäftsfliegerei mit jenen kleineren Maschinen vor – dies wiederum auch nachts. Das rief Manfred Rebensburg (Grüne) auf den Plan, der nicht einsehen wollte, „warum zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Geschäftsflüge nötig sein sollen“. Harings hingegen berichtete ihm, dass manche Termine erst spät enden: „Seitdem ich dieses Amt bekleide, komme ich manchmal selbst im Sommer erst im Dunkeln nach Hause.“ Nun gehört der Erste Kreisrat zwar nicht zu der Klientel für Cessna-Flüge, wohl aber einige Manager aus den Nachbarkreisen Cloppenburg und Vechta, wie Eilers wusste: „Für sie sind solche Verkehrsmittel Zeitmaschinen.“

Auch die Möglichkeit, auf dem Flugplatz wieder eine Werft zur Wartung von Großraumjets anzusiedeln, kam gestern im Ausschuss zur Sprache. In diesem Fall erfordere jeder Start und jede Landung eine Einzel-Genehmigung. Die Luftfahrtbehörde orientiere sich dann an den Regeln für Verkehrsflughäfen: „Das bedeutet maximal 100 Nachtflüge pro Jahr – also einen Start und eine Landung pro Woche.“ Die Erfahrungen der früheren Flugzeugwartungsfirma AMS zeigten jedoch, dass die Checks der Maschinen oft monatelang dauerten. Die Frequentierung dürfte sich also deutlich darunter bewegen.

„Die Flugplatz Ahlhorn GmbH hat genau das beantragt, was uns deren Vertreter Thomas Meiswinkel und Bernd Gooßmann vorab dargelegt hatten“, urteilte Harings. „Noch transparenter ging es kaum.“

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