SPD kontert Unionskritik: „Kampagne“

Filmfest: Der Ton wird rauher

Oldenburg - Von Daniel Niebuhr · Die Diskussion um das durch Kürzungen der Stadt in Finanznot geratene Filmfest Oldenburg nimmt politisch und verbal immer mehr Fahrt auf. Nachdem die CDU-Stadtratsfraktion die Rücknahme der 52 500 Euro schweren Einsparung bei den Fördermitteln gefordert hatte (wir berichteten), reagierte die SPD gestern einigermaßen dünnhäutig – und mit harten Worten.

„Für die aktuelle Aufregung bei der CDU um die Zuschussreduzierung zum Oldenburger Filmfest gibt es keinen Anlass, außer dass die CDU vielleicht meint, damit ein Kampagnenthema entdeckt zu haben“, giftete SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Zietlow. Seine Partei stellt im Stadtrat die stärkste Fraktion und war maßgeblich für die Kürzung der Filmfest-Förderung verantwortlich. Und das, so der Tenor der Genossen, war genau die richtige Entscheidung. Angesichts der desolaten Haushaltslage habe sich die Ratsmehrheit auf Projekte im Bildungs- und Sozialbereich konzentriert. Dort werde die SPD auch in Zukunft ihre Schwerpunkte setzen. Die Hoffnung der Filmfestmacher auf eine Rück-Aufstockung der Förderung ließ Zietlow direkt wieder platzen. „Die Veranstalter derartiger Events werden sich auf die Realitäten knapper Mittel einstellen müssen. Immerhin sind 50 000 € Euro städtischer Zuschuss zum Filmfest durchaus eine respektable Summe.“

Mit der sich allerdings, wie Filmfest-Leiter Torsten Neumann unmissverständlich durchblicken ließ, die Veranstaltung in ihrer aktuellen Form nicht aufrecht erhalten lässt. „Solche Äußerungen von der SPD zeigen nur, dass sich die wenigsten wirklich mit dem Thema befassen“, so Neumann: „Wenn ich offen sein soll: Das klingt für mich fast zynisch.“ Ganz unverständlich ist Neumanns Reaktion freilich nicht, denn offiziell erfuhr er von der Kürzung erst Mitte des Jahres – „aber die Planung beginnt für uns am 1. Januar. Es scheint mir, als hätte die Stadt keine Ahnung, was 50 000 Euro für uns bedeuten.“ Unterstützung bekam Neumann, nicht ganz unerwartet, aus den Reihen der Union. Kreisvorsitzender Olaf Klaukien konterte: „Eine Veranstaltung wie das Filmfest so zu kürzen, halte ich für den ganz falschen Weg.“

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