Flugpark Ahlhorn GmbH stellt sich plötzlich quer / Unstimmigkeiten um Bebauungsplan / Fremdenbeherbergung?

Feuerwehrhaus-Neubau „nicht möglich“

Ahlhorn - Von Jan SchmidtSpektakuläre Wende bei der Suche nach einem geeigneten Feuerwehrstandort in Ahlhorn (Gemeinde Großenkneten): Wie unsere Redaktion aus verlässlicher Quelle erfahren hat, hat die Flugplatz Ahlhorn GmbH (FPA) der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, dass eine Realisierung des Neubaus der Feuerwehr auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes unter den aktuellen Voraussetzungen nicht mehr möglich sein wird.

Diese Nachricht kommt sehr überraschend, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es nach langer politischer Debatte bereits einen Mehrheitsbeschluss des Rates für die Flugplatz-Variante gegeben hatte. Ebenfalls war der Miet- und Ankaufrechtsvertrag schon endverhandelt. Warum also plötzlich der Rückzug der FPA?

Hintergrund ist offenbar eine Unstimmigkeit bezüglich des Bebauungsplanes „109/5“ für das Flugpark-Projekt. Jenem Bebauungsplan hatte der Gemeinderat als einzigem von sechs Bebauungsplänen bislang die Zustimmung verweigert. Nach Informationen dieser Zeitung stören sich Politik und Verwaltung an einer Klausel, die der FPA eine „Fremdenbeherbergung“ ermöglichen würde. In dem besagten Bereich des Flugparks befinden sich vier Gebäude, die von der FPA als „klassische Unterkunftsgebäude“ bezeichnet werden. Sie alle weisen angeblich einen guten Zustand auf. Um sicher zu stellen, dass die Gebäude auch in Zukunft nicht verfallen, wolle man sie so schnell wie möglich wieder in Nutzen nehmen, teilte die FPA der Gemeinde mit.

Schon allein wegen ihrer Struktur seien die Gebäude ausschließlich für Wohnzwecke oder eine Unterbringung von Menschen geeignet. Immerhin seien sie zu diesem Zweck auch gebaut worden, so die FPA.

Genau dies stößt der Gemeinde aber bitter auf. Der Verwaltungausschuss fasste in seiner Sitzung am 18. Juni dieses Jahres einen einstimmigen Beschluss, dass der Entwurf des Bebauungsplanes „109/5“ insofern geändert werden müsse, als dass eine Unterbringung von Erntehelfern nicht mehr möglich sei.

Im Rahmen eines Treffens mit Vertretern der Verwaltung, der beteiligten Planungsbüros und der FPA am 31. Juli wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Formulierungen im Bebauungsplan zu ändern und dennoch die angestrebte Nutzung der FPA zu gewährleisten. Es kam jedoch zu keiner Einigung. Unter diesen Voraussetzungen sei die Aufstellung des Bebauungsplanes nicht gewünscht, teilte die FPA kurzerhand mit. Pech für die Gemeinde, dass ausgerechnet in diesem Abschnitt auch der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses geplant war.

Ungeachtet der Differenzen, so betonen die Verantwortlichen der Flugplatz Ahlhorn GmbH, habe man auch weiterhin noch die Absicht, den Neubau des Feuerwehrhauses auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes zu realisieren. Allerdings an anderer Stelle. Sicherlich böte sich auch im Geltungsbereich der Bebauungspläne „109/2a“ und „109/3“ die Möglichkeit für einen geeigneten Standort an. Da die Variante mit einem Feuerwehrhaus in der Nähe der Kirchstraße auf dem Gelände ja ohnehin umstritten sei, könne bei dieser Gelegenheit auch eine größere Akzeptanz in der Politik und der Bevölkerung erreicht werden.

Während der nächsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde (17. September) soll die Angelegenheit besprochen werden.

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