Beckelns Altbürgermeister Heinrich Oestermann „nullt“ heute zum achten Mal / 1960 war er erstmals in den Rat gewählt worden

Feuerschutz und Schulwesen lagen ihm stets besonders am Herzen

Feiert heute mit rund 90 Gästen sein 80. Wiegenfest: Heinrich Oestermann.

Harpstedt - BECKELN (boh) · Wenn Beckelns Altbürgermeister Heinrich Oestermann, der heute zum achten Mal „nullt“, sich an seine aktive Zeit in der Kommunalpolitik erinnert, könnte er stundenlang aus dem Nähkästchen plaudern.

Spontan fällt ihm eine Jahrzehnte zurückliegende Sitzung des Schulzweckverbandes im damaligen Gasthaus Beuke ein. Für die Vollendung der Mittelpunktschule (heute Haupt- und Realschule) in Harpstedt fehlte Geld – viel Geld. Der Zweckverband entschied, ein Darlehen von einer Million Mark aufzunehmen. „Das war durchaus ein Risiko“, erinnert sich Oestermann. Aber letzten Endes die richtige Entscheidung. „Wir haben die Schule fertig bekommen. Und die Schulden sind längst abbezahlt.“

Der im Ruhestand lebende Landwirt, Versicherungskaufmann und Auktionator, auch dreifacher Vater, fünffacher Groß- und zweifacher Urgroßvater, erwartet zur Feier seines 80. Wiegenfestes rund 90 Gäste im Gasthaus Beneking. Seiner Heimat Beckeln hält er schon seit seiner Geburt die Treue. Seit 52 Jahren ist er mit seiner Gattin Annemarie verheiratet. Den Hof in Beckeln, den er einst in dritter Generation übernahm, hatten seine Großeltern bereits 1889 erworben. 1986 eröffnete Heinrich Oestermann in Harpstedt das LVM-Versicherungsbüro, das 1995 sein Sohn Heiner übernahm.

Von jeher liegt das Löschwesen dem Jubilar besonders am Herzen. 1949 trat er der Freiwilligen Feuerwehr Beckeln bei. Von 1965 bis 1980 zog er als Ortsbrandmeister die Fäden im Ortskommando – nach neun vorangegangenen Jahren als Stellvertreter. Im Gedächtnis sind ihm etwa die Um- und Erweiterungsbauten am früheren Feuerwehrhaus geblieben. „1952 hat die Wehr ihr erstes LF 8 gekriegt“, erzählt er. In den 70-ern folgte ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8). Im Zuge der Gebietsreform gingen die Aufgaben im Feuerschutz auf die Samtgemeinde Harpstedt über. „Wir haben sowohl unser Feuerwehrhaus als auch unser Tanklöschfahrzeug ohne Schulden übergeben“, erinnert sich Oestermann. Auch nach der Gebietsreform von 1974 hatte er im Löschwesen stets ein gewichtiges Wort mitzureden: – als Samtgemeinderatsherr (seit 1968 und bis 1996), zeitweise als Feuerschutzausschussvorsitzender sowie von 1980 bis 1986 auch als (Samt-)Gemeindebrandmeister. In den Rat der Gemeinde Beckeln war er erstmals bereits 1960 gewählt worden. Zuvor hatte er schon sieben Jahre lang die Gemeindekasse verwaltet, eine Aufgabe, die er bis 1974 wahrnahm (in gleicher Funktion war er sieben Jahre lang für die Gemeinde Groß Ringmar tätig). Das Beckeln der 60-er unterschied sich vom heutigen deutlich. Die Gebietskörperschaft umfasste noch nicht Klein Köhren und Groß Köhren, zwei seinerzeit selbständige Kommunen, die 1974 in der Gemeinde Beckeln aufgingen.

Im Jahr der Gebietsreform, wählte der Beckelner Rat Heinrich Oestermann erstmals zum Bürgermeister. Es blieb nicht bei einer Wahlperiode. 22 Jahre – bis zu seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik (1996) – hatte Oestermann den Ratsvorsitz und die nebenamtlichen Gemeindedirektor-Aufgaben inne. In dieser Zeit passierte viel in seiner Heimat – teils in Gemeinde-, teils in Samtgemeinde-Zuständigkeit. Der Bau des Kindergartens „Rappelkiste“ fällt in diese Ära, ebenso die Entwicklung des Baugebietes „Am Acker“ oder der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Groß Köhren nach Holzhausen, die, wie Oestermann findet, auch heute noch erstaunlich gut in Schuss sei. Schon ein wenig stolz darauf ist der Jubilar, dass er bei seinem Rückzug aus der Politik eine gesunde, schuldenfreie Gemeinde Beckeln mit üppigen Rücklagen hinterließ. In der Samtgemeinde zählte neben dem Feuerwehr- das Schulwesen zu seinen politischen Steckenpferden. Dem Schulausschuss gehörte er 28 Jahre lang durchgängig an.

Was viele wohl nicht mehr wissen: Heinrich Oestermann führte von 1952 bis 1959 die Landjugend Harpstedt als Vorsitzender, die damals noch einen sehr großen Stellenwert im dörflichen Leben genoss.

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