Peter Hahn führt durchs Pestruper Moor / 19 Gäste erfahren viel Interessantes / Torfabbau durch Ackerbürger

Feuchtigkeit mit Trippen ausgetreten

Peter Hahn (rechts) hatte sehr viel Interessantes zu berichten. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerEr bezeichnet es als „Ort der Ruhe“, den jeder für sich genießen sollte: Der Wildeshauser Gästeführer Peter Hahn war jetzt mit einer 19-köpfigen Gruppe im Pestruper Moor unterwegs. Die Gäste aus Wildeshausen, Harpstedt, Oldenburg, Visbek, Sandkrug und Hatten zeigten während der fast zweistündigen Führung großes Interesse.

Längst nicht alle Teilnehmer wussten, dass es sich beim Pestruper Moor, das sich über 34 Hektar erstreckt, um ein Niedermoor handelt. „Entstanden sind die Moore durch die nacheiszeitliche Entwicklung der Landschaft, aus der auch Geestrücken und Flusstäler resultieren“, sagt Hahn. Durch den Anstieg der Meeresspiegel um 12000 vor Christi seien zunächst in Senken und Niederungen die Niedermoore entstanden: „Somit auch unser Pestruper Moor.“

War den Gästen bisher der Unterschied zwischen Hoch- und Niedermooren noch nicht ganz klar, so konnte Hahn auch das aufklären: „In Hochmooren wird der Torf gestochen. In Niedermooren dagegen ,gebaggert‘. Das heißt, dass der Schlamm hier früher aus den Moorkuhlen geschöpft wurde.“ Nachdem er auf einer trockenen, ebenen Fläche seinen Platz gefunden habe, sei die Feuchtigkeit herausgetreten worden: „Dafür haben sich die Menschen Holzbretter, Trippen, an die Füße gebunden. Mehrfach wurde weiterer Schlamm aufgeschichtet und wieder ausgetreten. Nachdem der Torf getrocknet war, wurde er geschnitten und ringförmig zur weiteren Trocknung aufgeschichtet.“

Neu war für die Besucher auch, dass lediglich die Ackerbürger und das Landvolk Wildeshausens abbauberechtigt waren. „Die Eigentümer hatten etwa zehn Meter breite und 180 Meter lange Moorstreifen, das Moorpfand, zur Verfügung. In diesem Bereich durften sie Torf abbauen.“

Der Bedarf an Brennstoff (Torf und Holz) sei in Wildeshausen recht groß gewesen. „Der Torf kam aber längst nicht nur aus dem Pestruper Moor, meistens aus Goldenstedt und dem Drebbischer Moor.“

Intensiv ging Hahn auch auf die botanischen Aspekte ein – erzählte, dass in diesem Bereich neben Sauergräsern, Sumpfcalla und Wasserlinse auch Farne und Spaghnummoose vorkommen: „Beachtenswert ist auch der Baumbestand. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Schwarzerle, die sehr gut wasserverträglich ist.“ Zudem sei sie ein guter Brennstofflieferant: „Im Mittelalter wurden daraus durch aushöhlen sogar Wasserrohre hergestellt.“

Abschließend gab der Gästeführer den Besuchern mit auf den Weg, dass es am eindrucksvollsten sei, das Moor beim Erwachen in aller Frühe oder aber zur Abenddämmerung zu besuchen: „Gehen Sie am besten mit nur wenigen Leuten und einer gewissen Ruhe, um alles zu genießen. Ganz wichtig ist, dass Sie stets auf den deutlich erkennbaren Pfaden bleiben.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wie passt der Weihnachtsbaum zum Klimawandel?

Wie passt der Weihnachtsbaum zum Klimawandel?

Mindestens fünf Tote bei Vulkanausbruch in Neuseeland

Mindestens fünf Tote bei Vulkanausbruch in Neuseeland

Weihnachtsmarkt in Martfeld

Weihnachtsmarkt in Martfeld

„ABBA – The Tribute Concert“ in der Mensa

„ABBA – The Tribute Concert“ in der Mensa

Meistgelesene Artikel

LzO übergibt 10 000 Euro an Vereine

LzO übergibt 10 000 Euro an Vereine

„Einbruch“ ins Feuerwehrhaus

„Einbruch“ ins Feuerwehrhaus

Kreis prüft Ampel an Harpstedter Straße

Kreis prüft Ampel an Harpstedter Straße

Kaum Konflikte auf der Kaiserstraße

Kaum Konflikte auf der Kaiserstraße

Kommentare