Wildeshauser Schülerin überlebte dank Stammzellenspende und wird morgen 18 Jahre alt

Fenja feiert zweimal Geburtstag

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Fenja (hier mit einer im Krankenhaus gefertigten Kette, die gute und schlechte Tage symbolisiert) wird morgen 18 Jahre alt.

Wildeshausen - Fenja Jürgens aus Wildeshausen feiert zweimal im Jahr Geburtstag. Morgen wird sie 18 Jahre alt, doch am 8. Juni kann sie zudem ihren zweiten Geburtstag feiern. Damals, im Jahr 2010, begann ihre Chemotherapie, der eine heilende Knochenmarkspende folgte. Nun kann sie neue Lebensziele formulieren.

Weit über die Grenzen der Stadt hinaus war Fenjas Name im Frühling 2010 bekannt. Die 16-Jährige litt unter dem myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer heimtückischen Blutkrankheit. Ohne eine Knochenmarkspende, so forumlierten es die Ärzte, würde Fenja nicht mehr lange leben und schon gar nicht ihr Abitur ablegen können.

In wenigen Wochen wird sie genau das tun, und die Erinnerung an die schlimmen Zeiten sind schon ein wenig in den Hintergrund getreten. Noch bevor sich am 21. Mai 2010 knapp 800 Menschen in der Wallschule typisieren ließen, um sich als potenzielle Stammzellenspender in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen zu lassen, hatte die gemeinnützige Gesellschaft bereits einen fast identischen genetischen Zwilling gefunden, der zu einer Knochenmarkspende bereit war.

Doch die Typisierung in Wildeshausen war nicht vergebens. Sechs der 794 Menschen konnten inzwischen ebenfalls als genetische Zwillinge Stammzellen oder Knochenmark spenden.

Fenja musste an der Medizinischen Hochschule in Hannover sechs Wochen isoliert leben. Ihre Eltern Gunda und Michael sowie ihr Freund Daniel durften nur in Schutzkleidung zu ihr. „Ich habe viel geschlafen, und meine Haare waren ausgefallen“, erinnert sie sich. Doch Internet, Computerspiele und Freunde vertrieben die Langeweile. Nach den sechs Wochen durfte Fenja nach Hause. Wegen der Keimaufwirbelung an der Heilstättenstraße mussten die dortigen Straßenbauarbeiten unterbrochen werden, Essen gab es nur ganz frisch gekocht. Musste sie damals 40 Tabletten am Tag schlucken, sind es heute nur noch zwei. „Und die darf ich auch bald absetzen“, freut sie sich.

Fenja ist mittlerweile voll genesen, sie treibt Sport, geht in die Disco – und hat bald ihr Abi in der Tasche. Danach möchte sie vermutlich studieren. Ein weiterer Wunsch? Bald den Führerschein machen. Doch dafür muss sie mit Jobs erst mal das nötige Geld verdienen. Und am 8. Juni erfährt sie vermutlich, wer ihr Spender war. Den möchte sie gerne kennenlernen. · dr

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