Museumsdirektor veröffentlicht „Die ältesten Monumentalbauten im Oldenburger Land“ mit Strack-Lithografien

„Da hat Fansa einen Schatz gehoben“

Professor Dr. Mamoun Fansa (l.) und Verleger Florian Isensee stellten die Veröffentlichung „Die ältesten Monumentalbauten im Oldenburger Land“ gestern auf dem Gut Altona vor.

Doetlingen - ALTONA/LANDKREIS (ts) · Das Thema „Großsteingräber“ begleitet den Experimentalarchäologen und Prähistoriker Professor Dr. Mamoun Fansa bereits seit Jahrzehnten. „Ich habe mich schon während meines Studiums verliebt“, gestand der Direktor des Oldenburger Landesmuseums Natur und Mensch gestern im Hotel „Gut Altona“, wo er seine neueste Veröffentlichung vorstellte. Unter dem Titel „Die ältesten Monumentalbauten im Oldenburger Land“ ist eine großformatige Mappe mit Lithografien von Ludwig Philipp Strack samt Begleitheft erschienen.

Mit der Idee, die Werke des Malers Strack (1761-1836) aktuellen Fotografien der Großsteingräber gegenüberzustellen, „gehe ich bereits seit sieben Jahren schwanger“, so Fansa. Damals forschte er für die geplante Ausstellung „Wohin die Toten gehen?“ im Landesmuseum nach Materialien und Präsentationsstücken. „Und hob im Stadtmuseum einen Schatz“, wie es Verleger Florian Isensee gestern ausdrückte.

Gefunden hatte Fansa drei Strack-Lithografien, die den „Heidenopfertisch“ bei Engelmannsbäke, die „Visbeker Braut“ und den „Bräutigam“ abbildeten. „Der Zeit entsprechend sind es romantische Vorstellungen, die Strack festgehalten hat“, beschreibt der Museumsdirektor. So wirkt der „Heidenopfertisch“ im Vergleich zu den dargestellten Menschen und Schafen riesig. „Für Strack stand das Großsteingrab im Mittelpunkt, das Drumherum war Beiwerk“, sagt Fansa. Die Gräber selbst habe der Maler mit realistischem Auge gesehen.

Das zeigen auch die Fotos von Jörg Schwanke aus dem Jahr 2007, die in dem Begleitheft der veröffentlichten Mappe den Lithografien gegenübergestellt wurden. Im Heft finden sich zudem neben Erklärungen zur Entstehung und Bedeutung der Großsteingräber sowie Informationen zu Strack auch Beschreibungen der drei abgebildeten Gräber. Einmal die nüchterne, sachliche Wiedergabe des Archäologen Fansa und zum anderen die literarische, künstlerische Beschreibung von Strack. „Interessierte können sich dem Thema also von verschiedenen Ebenen aus nähern“, erklärt Fansa, zu dessen zahlreichen Veröffentlichungen auch das 1994 im Isensee Verlag erschienene Buch „Großsteingräber zwischen Weser und Ems“ gehört. „Im Rahmen der Einweihung der ‚Straße der Megalithkultur‘ im vergangenen Jahr hatten wir es überarbeitet und in der vierten Auflage veröffentlicht“, so Isensee, der wie Fansa großes Interesse an den regionalen Themen sieht.

Isensee rechnet auch mit einer weiteren Auflage „Der ältesten Monumentalbauten im Oldenburger Land“. Erst einmal sind 500 Exemplare erschienen, die für 9,80 Euro ab sofort im Buchhandel erhältlich sind – herausgegeben vom Landesmuseum Natur und Mensch mit Unterstützung der Oldenburgischen Landschaft und dem Förderverein des Landesmuseums. Dass das Thema „Großsteingräber“ auf Resonanz stößt, da ist sich auch Fansa sicher. „Wenn ich in Oldenburg eine Führung zu den Großsteingräbern in der Wildeshauser Geest ankündige, ist der Bus sofort voll“, sagt Fansa, der selbst während seines Studiums zum ersten Mal mit den hiesigen Monumentalbauten und der darin gefundenen Keramik in Berührung kam.

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