45 von Vegesacks feiern Zusammenkunft auf Gut Altona

Familiengeschichte reicht 750 Jahre zurück

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Für das Treffen zum 750-jährigen Namenstag sind die Familienmitglieder nicht nur aus ganz Deutschland angereist. Einige haben den Weg von Schweden, Frankreich und den USA zum Gut Altona gefunden. ·

Doetlingen - Von Tanja SchneiderALTONA · Sie waren Ritter, Kaufleute, Bürgermeister, Schriftsteller und sind unter anderem emsige Familienforscher: die von Vegesacks. 750 Jahre reicht ihre Geschichte zurück. Dieses Namensbestehen feiern derzeit rund 45 Nachkommen unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ auf Gut Altona. Aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Kalifornien sind seit Donnerstag Verwandte angereist – zum einen, um sich endlich einmal wiederzusehen, zum anderen, um sich auf die Spuren ihrer Ahnen zu begeben.

18 Familien, die den Namen von Vegesack tragen, sind bekannt. „Und alle sind miteinander verwandt“, weiß Susanne von Vegesack. Gemeinsam mit Hans-Gottfried von Vegesack, der in der Nähe von Heidelberg lebt, hat die Bonnerin das Familientreffen organisiert. Neben gemeinsamen Abend  essen, dem Austausch untereinander sowie der Teilnahme an einem Gottesdienst in Wildeshausen stehen auch Ausflüge auf dem Programm. So schaute sich die Gruppe gestern Münster an.

Heute machen sich die von Vegesacks auf den Weg nach Vechta – und das aus einem ganz bestimmten Grund. Denn der Name des Familiengeschlechtes wurde am 1. August 1263 erstmals erwähnt. In gleich vier Urkunden tauchen die Brüder Hermann und Friedrich Vegesack auf. Die beiden Ritter gehörten zu den Burgmannen von Vechta. „Und sie lebten auf der dortigen Burg, die seit dem vergangenen Jahr wieder aufgebaut wird“, berichtet Susanne von Vegesack. Die Familienmitglieder sind deshalb heute im Museum Zeughaus zu Gast, das Initiator des Wiederaufbaus ist. „Dort werden wir nicht nur einen Vortrag hören. Im schon rekonstruierten Turm wird zudem in unserem Beisein ein Stein mit unserem Familienwappen verankert“, verrät die Bonnerin. Ein Empfang im Vechtaer Rathaus sowie ein Stadtrundgang runden den Ausflug ab.

Zu den bekanntesten Vorfahren gehört der 1974 verstorbene Schriftsteller Siegfried von Vegesack. Der aus Riga stammende Dichter, der in Deutschland studiert hat, machte sich vor allem mit „Die baltische Tragödie“ einen Namen. Nachdem er 1933 in Schutzhaft genommen wurde, weil er eine Hakenkreuzfahne entfernt hatte, emigrierte er nach Schweden. Nach Zwischenstationen in Südamerika, Jugoslawien sowie im Baltikum kehrte er nach Deutschland zurück.

Ohnehin haben viele der von Vegesacks ihren Ursprung im Baltikum. Denn dorthin wanderte im 15. Jahrhundert ein Teil der Familie aus. Als 1710 in Riga die Pest ausbrach, drohte das Geschlecht allerdings auszusterben. Mit Gotthard und Eberhard überlebten zwei Brüder, die zu jener Zeit in Deutschland weilten. Während Eberhard als Stammvater der schwedischen Linie gilt, zog es Gotthard nach Riga, wo er Bürgermeister wurde. Seine Nachkommen waren bis zur russischen Revolution 1918 Kaufleute, Richter und Ratsherren, wie die Recherchen ergeben haben. Noch heute existiere in Riga eine Halbinsel mit dem Namen Vegesacks holm.

„Unsere Familienforschung ist so gut wie abgeschlossen“, berichtet Susanne von Vegesack. Lediglich eine Frage konnte noch nicht geklärt werden. „Dabei geht es um eine Verbindung zum Bremer Stadtteil Vegesack“, erzählt sie. Schon vor ein paar Jahren hatte sich Hans-Gottfried von Vegesack im dortigen Ortsamt auf genealogische Spurensuche begeben – ohne Ergebnis. „Es fehlen einfach Beweise, aber wir forschen weiter“, sagt Susanne von Vegesack, die für ihre Verwandten die Mitmach-Website http://www.von-vegesack.de installiert hat. „Die Idee dazu entstand 2003 während eines Familientreffens“, sagt sie. Hans-Gottfried von Vegesack hatte nach langer Zeit und mit großem Aufwand die Familie zusammengetrommelt. „Damals beschlossen wir, uns regelmäßig alle zwei bis drei Jahre zu treffen und auch zwischendurch Kontakt zu halten.“ Neben einer Facebook-Gruppe entstand die Internetseite. Über einen geschützten Bereich tauscht die Familie Neuigkeiten aus, zum Beispiel über Geburten und Hochzeiten.

Daneben gibt es einen öffentlichen Bereich mit Informationen zur Familiengeschichte. „Und es kommen auch immer wieder Anfragen – vor allem von Ahnenforschern“, so die Bonnerin, die sich auf die verbleibenden Tage im Kreise der Familie freut.

Heute stehen noch der Gedankenaustausch zu 750 Jahre Vegesack sowie ein festlicher Abend auf dem Programm. „Es gibt auch eine Festschrift“, sagt sie. Morgen reisen die Nachkommen des Adelsgeschlechtes dann wieder ab.

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