Malteser-Krankenwagen voll im Einsatz

Fahrendes Hospital in Ghana

Father Edward und Hugo Dierken mit Fotos vom Krankenwagen in Ghana.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) n Vor drei Jahren spendeten viele Wildeshauser Christen Geld, damit Father Edward Kuukure einen Krankenwagen mit nach Ghana nehmen konnte. Nun konnte der emeritierte Pfarrer berichten, wie der Wagen in Afrika eingesetzt wird. Zudem übermittelte er die Dankbarkeit seiner Gemeinde.

Die Idee, dass in seiner Diözese ein Krankenwagen dringend benötigt wird, kam dem katholischen Geistlichen eines Nachts, als Gemeindemitglieder ihn baten, einen Kranken in die Klinik zu bringen. „Ich war damals schwer krank. Ich konnte nicht“, erinnert sich Father Edward. Er sei aber der einzige Mensch gewesen, der einen Wagen besessen hätte. Als er dann in Münster als Aushilfspastor beschäftigt war und wegen einer Krankheit im Johanneum behandelt wurde, verfiel er auf den Gedanken, einen ausgemusterten Malteser-Rettungswagen mit nach Ghana nehmen zu können. Katholische und evangelische Gemeinde sammelten Geld, die Malteser-Stadtgliederung, die Kolpingsfamilie und das Johanneum gaben auch etwas dazu, so dass der Priester Ende 2006 den Transport organisieren konnte. Bis der Wagen in Ghana ankam, lief alles glatt. Dort aber wollte die Hafen-Mafia das Fahrzeug nur gegen 1 500 Euro in bar herausrücken.

„Wir mussten dann hier das Ersparte von Father Edwards abheben“, erinnert sich Hugo Dierken, Geschäftsführer der Malteser in Wildeshausen. Ein Ehepaar aus Münster sei nach Ghana geflogen, um den Wagen auszulösen. So lange musste Father Edwards im Hafen immer wieder kontrollieren, ob das Fahrzeug noch da stand.

Nun ist der Wagen am Pfarrhaus der Pfarrei „Mariä Geburt“ (17 000 Menschen) in Ko stationiert. „Die Stadt war so begeistert von dem Projekt, dass sie den Fahrer bezahlt.“ Pfarrer Cyrakus Tang und die Schwestern kümmern sich darum, dass der Wagen immer gut gepflegt und einsatzbereit ist. „Das Auto ist ein fahrendes Hospital“, sagt Father Edwards. „Es ist jeden Tag im Einsatz.“ Da es mittlerweile in Ghana eine Art Krankenversicherung gibt, können auch die Ärmsten den Transport finanzieren. Alarmiert werden die Helfer zumeist von Menschen aus den umliegenden Dörfern, die zu Fuß oder per Fahrrad kommen und von Kranken berichten.

In Ko befindet sich eine Klinik, in der die Schwestern alles tun, um die Patienten zu heilen. „Das Geschenk der Wildeshauser hat große Freude und Dankbarkeit bei den Menschen in Ko ausgelöst“, sagt Father Edward. Nun hat er von der Kolpingsfamilie auch noch 2 000 Euro für das Priesterseminar in Tamale bekommen. Am Sonntag soll in der St.-Peter-Kirche für den Priester gesammelt werden, da er all sein Erspartes für die Auslösung des Fahrzeugs opfern musste. Wer für die Arbeit in Ghana Geld geben möchte, kann eine Spende an die katholische Kirchengemeinde bei der Volksbank Wildeshauser Geest (BLZ 28066214, Konto 250004), Stichwort „Father Edward“, überweisen. Der Geistliche reist am 3. Oktober wieder in seine Heimat.

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