Standort in Dötlingen soll aber erhalten bleiben / Probleme bei Lagerung sorgen für Unwirtschaftlichkeit

ExxonMobil gibt Erdgasspeicher auf

Den Erdgasporenspeicher gibt die ExxonMobil Production Deutschland auf, den Standort Dötlingen allerdings nicht.

Dötlingen - (ts) · Die Nachricht erreichte die Gemeinde Dötlingen am Montagnachmittag telefonisch: Die ExxonMobil Production Deutschland gibt ihren Erdgasporenspeicher am Poggenpohlsand auf.

Ganz zurückziehen will sich das Unternehmen aber nicht aus Dötlingen. Für die rund 20 Mitarbeiter sollen andere Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht werden.

Grund für das Ende des Erdgasspeichers ist Unwirtschaftlichkeit. Schon länger habe es Probleme bei der Lagerung gegeben, der genutzte Sandstein war porös. „Wir wussten, dass deshalb Untersuchungen anstanden, aber wir haben natürlich gehofft, dass das Ergebnis der Prüfung positiv ausfällt und alles in Ordnung ist“, teilte die allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Heino Pauka, Katrin Albertus-Hirschfeld, gestern mit. Das sei leider nicht der Fall.

ExxonMobil will nun bis 2012 den Speicher entleeren. Als Gründe für die Unwirtschaftlichkeit gibt das Unternehmen „die sich ständig reduzierende Entnahmeleistung sowie die kontinuierliche Verringerung des vermarktbaren Arbeitsgasvolumens“ an. „Für den Speicher liegen ohnehin nur bis März 2011 Buchungen vor“, ließ ExxonMobil via Pressemitteilung verlauten, in der das Unternehmen aber auch klarstellte: „Es gibt keine Pläne, den Standort Dötlingen aufzugeben“.

Ob der Speicher bis Anfang, Mitte oder Ende des Jahres 2012 entleert werden soll, ist noch ungewiss. Fest steht wohl aber, dass die Mitarbeiter künftig „im oberirdischen Bereich des industriellen Komplexes beschäftigt werden sollen“.

Über die Zukunft von ExxonMobil in Dötlingen wird ein Unternehmensvertreter Mitte des Monats die Verwaltungsspitze informieren. „Momentan wissen wir nicht genau, wohin die Reise hin geht“, so Albertus-Hirschfeld, die von „einem Einschnitt“ sprach. Wie der sich finanziell auf die Gemeinde auswirken wird, vermochte sie noch nicht zu sagen. „Das kann von ... bis sein. Auf eine Größenordnung möchte ich mich nicht festlegen. Das wäre nur Spekulation“, sagte sie. „Aufgrund der langen und konstruktiven Zusammenarbeit mit ExxonMobil haben wir aber die Hoffnung, dass etwas in der Gemeinde hängen bleibt.“

Fakt ist: Die Haushaltslage ist äußerst angespannt – nicht zuletzt, weil Gewerbesteuereinnahmen in Millionenhöhe weggebrochen sind. Und der Hauptgewerbesteuerzahler ist nun mal ExxonMobil. Konnte sich die Gemeinde im Jahr 2008 noch über Gewerbesteuereinnahmen von rund acht Millionen Euro freuen, hat sie für dieses Jahr nur noch mit 2,8 Millionen Euro gerechnet und einen zwingenden Sparkurs ausgerufen.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte sich durch immer weiter sinkende Gewerbesteuereinnahmen angekündigt, dass es bei ExxonMobil nicht optimal läuft. Gerüchte, wonach das Unternehmen den Standort komplett aufgibt, scheinen nun erst einmal ausgeräumt.

Neben Dötlingen gibt es auch Veränderungen an weiteren Standorten der ExxonMobil und BEB. Der französische Energiekonzern GDF Suez kauft über seine Tochtergesellschaft Storengy die fünf unterirdischen Erdgasspeicher in Lesum bei Bremen, in Harsefeld und Reitbrook bei Hamburg, in Schmidhausen bei München und in Uelsen (Grafschaft Bentheim) und erwirbt zudem eine 19,7-prozentige Beteiligung an einem weiteren Speicher. Die bestehenden Gasspeichervereinbarungen sollen fortgeführt und die Mitarbeiter übernommen werden.

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