Der essbare Garten der Familie Deemter: Abenteuer zwischen Weinrauten, Weißdornen und winterharten Feigenkakteen

Exotik für alle Sinne in Barjenbruch

Gästeführerin Anke Rüdebusch erklärt noch einige Hintergründe, bevor die Führung beginnt. Fotos (2): Pabst

Harpstedt - Von Josephine PabstWINKELSETT · Weinrauten, Weißdornen und winterharten Feigenkakteen oder doch lieber Papiermaulbeeren, Pfirsiche und Pfeffersträucher? Mehr als 1 000 verschiedene Pflanzensorten wachsen im Garten der Familie Deemter auf einer Fläche von zweieinhalb Hektar. Und das soll alles essbar sein? Mit dem einen oder anderen skeptischen Blick erreichten die rund 20 Besucher mit dem Fahrrad, begleitet von Gästeführerin Anke Rüdebusch, am Sonnabend den „essbaren Garten“ in Barjenbruch – um sich gleich darauf in ein sinnlich-kulinarisches Abenteuer zu stürzen.

„Seit 15 Jahren wohnen wir hier“, erzählte Frits Deemter, der gebürtig aus den Niederlanden kommt. „Seitdem haben wir in Bibliotheken Bücher gewälzt und nach essbaren Pflanzen gesucht.“ Das Urteil „essbar“ sei aufteilbar in „,es schmeckt gut', ,es schmeckt mäßig', ,gar nicht' oder ,gerade nicht giftig'.“ Mit der Information, „dass man nicht vom Aussehen einer Pflanze auf ihren Geschmack schließen könne“, folgten die gespannten Besucher Frits und Heike Deemter. Vorbei an „gesunden Pflanzen für Männer, die eine ähnliche Wirkung wie Viagra haben“, führte Frits Deemter die Gäste zu seinen Esskastanien, die frisch zubereitet probiert werden konnten.

Auch bei den Brombeeren konnten die Gäste beherzt zugreifen. Zugleich sparten sie nicht mit Fragen: „Welche Sorte ist das? Was machen Sie gegen die dunklen Flecken, die sich im Herbst immer bilden? Weshalb kränkelt der Strauch so in meinem Garten? Kann man das wirklich essen?“ Frits Deemter blieb trotz der vielen auf ihn einprasselnden Fragen ruhig und hatte stets eine unterhaltsame und informative Antwort parat.

Die Reise führte die Gruppe am Pfefferstrauch vorbei, an dem Mutige auf den aromatischen grünen Kugeln kauten: „Verdammt, ist das scharf!“ „Natürlich“, meinte Frits Deemter mit einem Lächeln. „Auf diesen Pfeffer sind Köche in China und in Barjenbruch scharf.“

Ein geschmackliches Erlebnis hielt auch der Gemüsebaum bereit, dessen junge Blätter nach Zwiebeln und Knoblauch schmecken. „Unsere Pflanzen stammen aus aller Welt“, erklärte Deemter. „Viele haben wir aus Samen gezogen, die aus England oder aus Hackfeld kommen können.“ Die Samen zum Keimen zu bringen sei schon eine Wissenschaft für sich: „Manche keimen nach kalter Lagerung, andere müssen mit kochendem Wasser abgebrüht werden oder mit Salzsäure in Kontakt kommen.“

Mittlerweile könne man schon auf Trüffel hoffen, deren Sporen vor zehn Jahren mit speziellen Bäumen in den Boden gebracht wurden. „Aber wir verraten natürlich nicht, wo wir die gepflanzt haben“, schmunzelte Frits Deemter.

Zur Erfrischung reichten die Gastgeber ihren Besuchern frisch gepressten Quittensaft und einen aromatischen Tee aus Pfefferminze und Salbei. „Wir wollten für uns und für unsere Kinder so viel wie möglich selbst anbauen“, so Heike Deemter. „Denn mit dieser Frische und dieser Lebendigkeit kann kein Produkt aus dem Supermarkt mithalten.“

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