Alfred Panschar blättert im Archiv / Aktion der Wildeshauser Zeitung: „Mein Leben als Soldat“ / Texte und Bilder schicken

Vor exakt 50 Jahren: Soldaten in Stadt

Im April 1961 waren bereits 400 Soldaten in Wildeshausen stationiert.Repro: Panschar

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (jd) · Ein großes Jubiläum könnte in diesem Jahr gefeiert werden, wenn nicht vor genau vier Jahren die letzten Soldaten die Wildeshauser Wittekind-Kaserne in Richtung Seedorf verlassen hätten. Denn vor exakt 50 Jahren traf ein erstes Vorkommando in der hiesigen Kaserne ein. Beim Stöbern im Archiv der Wildeshauser Zeitung ist Alfred Panschar auf einen Interessanten Beitrag dazu gestoßen.

Einer der Zeitzeugen ist Peter Hahn, der zu den ersten Soldaten gehörte, die in die Wildeshauser Kaserne eingezogen sind, und der sich noch sehr gut an diese Zeit erinnern kann. Genau von solchen Zeitzeugen gibt es sicherlich noch einige in der Kreisstadt. Und die sollten sich bei uns melden, uns kleine Geschichten oder lustige Begebenheiten aus der Zeit in der Wildeshauser Kaserne schicken. Schön wäre es, wenn es zu diesen Niederschriften alte Fotos gäbe, mit denen die Veröffentlichungen unter dem Motto „Mein Leben als Soldat“ noch bereichert werden könnten.

Texte und Fotos – versehen mit Name, Anschrift und Telefonnummer – können per E-Mail an joachim.decker@kreiszeitung.de oder per Post (Wildeshauser Zeitung, Bahnhofstraße 13, 27793 Wildeshausen) geschickt werden. Natürlich können Sie uns auch in der Redaktion besuchen und die Unterlagen vorbeibringen. Oder aber Sie melden sich, und wir lassen die Erinnerungen in einem Gespräch wach werden. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 04431/9891143.

„In aller Stille, von den meisten Einwohnern der Stadt unbemerkt, wurde Wildeshausen zur jüngsten Bundesrepublikanischen Garnisonsstadt. Das erste Vorkommando unter Führung von Hauptmann Hans Körber ist bereits in die Kaserne eingezogen“, schrieb die Wildeshauser Zeitung. „Nicht mit klingendem Spiel und zackigem Marschschritt wurde Wildeshausen Garnisonsstadt, wie es viele Bürger erwartet hatten. Vielmehr vollzog sich diese Veränderung in aller Stille.“

Die WZ merkte aber auch an, dass sich eine gravierende Veränderung in der Stadt vollziehen wird: „Es wird mehr Leben und mehr Verkehr geben, es werden neue Probleme und auch manche Sorgen auftauchen.“

Bereits im Jahr 1955 hatte sich Wildeshausen darum beworben, Garnisonsstadt zu werden. Seinerzeit war es Stadtarchitekt Schunter, der an den Bewerbungsunterlagen arbeitete. Zu dem engen Personenkreis, der sich mit der Ansiedlung einer Kaserne beschäftigte, gehörten neben Bürgermeister Friedrich Mönnich auch Stadtdirektor Erick Lohrke und der Landtagsabgeordnete und spätere Bürgermeister Heinrich Müller-Bargloy. „Der Motor überaupt aber war damals Dr. jur. Kurt Pickart. Er hat in Bonn viele Verhandlungen geführt und sich dafür stark gemacht, dass Wildeshausen Garnisonsstadt wird“, erzählt Hahn, der sich intensiv mit der Geschichte der Kaserne beschäftigt hat.

„Die Kaserne ist zum festgesetzten Zeitpunkt fertig geworden. Zwar wird es auch in den nächsten Wochen noch genügend Arbeit geben, aber es steht nichts mehr im Wege, dass bereits im April etwa 400 Soldaten in die Kaserne einziehen werden“, war im Februar 1961 in der Wildeshauser Zeitung zu lesen. Zudem hatte die WZ erfahren, dass die ersten größeren Einheiten sofort nach Ostern einrücken werden. Dazu gehörte am 6. April auch der Stabsunteroffizier Peter Hahn: „Damals waren hier das Feldartilleriebataillon 315 sowie das Fallschirmjägerbataillon 313 stationiert. Schon am 23. Juni 1961 wurden auf der Burgwiese die ersten Rekruten beider Bataillone vereidigt.“

Hahn, der bis 1991 aktiver Soldat war, kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als das Feldartilleriebataillon in Panzerartilleriebataillon 315 umbenannt wurde: „Das Fallschirmjägerbataillon 313 wurde 1970 zum Fallschirmjägerbataillon 272, weil es dann zu einer anderen Brigade gehörte.“ Ab 1991 erfolgten auf Grund unterschiedlicher Verwendungen die Umbenennungen in Luftlandepanzerabwehrbataillon 272 und in Luftlandeunterstützungsbataillon 272.

„In Wildeshausen, wurden wir Soldaten vom ersten Tag an gut aufgenommen. Es gab niemals negative Tendenzen, wie es von anderen Orten bekannt ist“, sagt Hahn.

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