32 angehende ABC-Schützen erhalten nach „Test“ im Realverkehr das Fußgängerdiplom

Erste Prüfung im Leben gemeistert

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Stolz wie Oskar waren die „Schulis“ nach dem Erhalt der Fußgängerdiplome. ·

Harpstedt - Die  wohl  allererste Prüfung in ihrem Leben haben gestern 32 angehende ABC-Schützen des DRK-Kindergartens Harpstedt hinter sich gebracht. „Was glaubt ihr?

Habt ihr den Fußgängerführerschein alle bestanden?“, fragte Rolf Quickert, Polizeibeamter beim Kommissariat Wildeshausen und Verkehrssicherheitsberater für den Landkreis Oldenburg, die Mädchen und Jungen am Mittag. Ein lautstarkes „Jaaaaa“ wie aus einem Munde bekam er zur Antwort. Um das „Diplom“ zu ergattern, hatten sich die Kinder im Realverkehr per pedes beweisen müssen. Pärchenweise wurden sie in Abständen von vier Minuten auf einen Rundkurs durch den Ort geschickt.

14 Mütter, ein Vater, zwei Opas und Erzieherin Silke Bleckwehl-Stöver achteten als Streckenposten sehr genau darauf, ob die Steppkes einmündende Straßen vorschriftsmäßig überquerten, ob sie vor schlecht einsehbaren Einfahrten stehen blieben oder ob sie an Fahrbahnrändern mit den Füßen stampften. Während einer Manöverkritik vergaben sie Sternchen für löbliche Leistungen, aber auch Minuspunkte für Dinge, die ihnen missfielen. Einige Kinder hatten Konzentrationsmängel erkennen lassen. Manche vergaßen etwa das Stampfen oder schauten eher beiläufig nach links, rechts und wieder nach links. Andere waren unsicher, wie sie sich verhalten sollten, wenn ein Autofahrer sie an einer Einmündung durchwinkte, oder guckten, als sie Grün an der Fußgängerampel hatten, nicht mehr genau genug hin, ob ihnen nicht doch wider Erwarten Gefahr durch ein herannahendes Auto drohte. Doch es gab auch etliche Situationen, in denen sich die Kleinen viel besser schlugen, als die Streckenposten vermutet hatten. Gleichwohl mussten sich fünf Jungen einer kurzen Nachschulung unterziehen, ehe auch sie den Fußgängerführerschein in den Händen hielten.

„Grobe Ausreißer hatten wir zumindest nicht“, freute sich Rolf Quickert über das Gesamtergebnis. Wohl aber ließen andere Verkehrsteilnehmer mitunter Rücksicht vermissen, etwa ein Motorrollerfahrer, der auf dem Gehweg unterwegs war und zwei Kindern einen gehörigen Schrecken einjagte.

Der Fußgängerführerschein soll im Übrigen auch Ansporn für Mamas und Papas sein, ihre Sprösslinge künftig zu Fuß auf dem Schulweg zu begleiten und ihnen peu à peu mehr Sicherheit zu geben, bis die Kinder irgendwann die Strecke allein laufen können. „Die vielen Eltern-Taxen vor den Schulen sind uns natürlich ein Dorn im Auge“, verhehlte Rolf Quickert nicht.

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