Gemeinde Kirchseelte fasst Umrüstung der Straßenbeleuchtung ins Auge

Erst investieren, um dann kräftig zu sparen

Kirchseelte - Von Martin SiemerVor dem Hintergrund einer ziemlich angespannten Haushaltslage sucht die Gemeinde Kirchseelte nach Einsparmöglichkeiten. Der Bau- und Planungsausschuss des Gemeinderates hat am Montagabend im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) gleich mehrere Möglichkeiten diskutiert, Ausgaben zu verringern oder Einnahmen zu erhöhen. Das größte Sparpotenzial sieht das Gremium bei der Straßenbeleuchtung.

Der Ausschussvorsitzende Reinhard Wixforth (SPD) und Marko Kleinert (CDU) haben ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet.

Derzeit verbrauchen die insgesamt 152 Straßenleuchten auf Gemeindegebiet etwa 41 595 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr, was wiederum Kosten in Höhe von rund 8 200 Euro verursacht. Bei den aktuell installierten Leuchten handelt es sich um 109 Hochdruck-Quecksilberdampflampen (HQL), die ab April 2015 bestimmten Energieeffizienzrichtlinien entsprechen müssen. „Voraussichtlich wird es diese Lampen dann am Markt nicht mehr geben“, erläuterte Kleinert.

41 Leuchten in der Gemeinde Kirchseelte sind mit Natriumdampflampen (NAV) bestückt, die ein charakteristisches gelbes Licht erzeugen. Außerdem gibt es noch zwei gewöhnliche Leuchtstofflampen.

Kleinert und Wixforth schlugen vor, die vorhandenen Leuchtmittel gegen moderne LED-Technik auszutauschen. Dies würde die Stromkosten erheblich reduzieren. Außerdem sei die Lichtausbeute besser, und die Folgekosten verringerten sich auch infolge geringerer Wartungsintervalle spürbar. Ergänzend dazu könnte die Straßenbeleuchtung weniger lange eingeschaltet bleiben – von 23 bis 6 Uhr. Durch eine zusätzliche Optimierung mit Blick auf die Standorte der Straßenleuchten ließen sich obendrein nach Einschätzung der beiden Ratsherren insgesamt 22 Straßenlaternen einsparen, ohne dass dies eine Verschlechterung der Ausleuchtung zur Folge hätte. Die neue Technik macht‘s möglich.

Kleinert bezifferte das Einsparvolumen auf rund 5 700 Euro im Jahr. Der derzeitige Stromverbrauch würde bei Umsetzung aller Maßnahmen auf 6 550 kWh sinken. Hinzu kommt ein positiver Effekt für Natur und Klima: Die Umwelt würde mit rund 72 Prozent weniger Kohlendioxid belastet. Bevor die Gemeinde sparen kann, muss sie allerdings kräftig investieren. Die komplette Umrüstung einschließlich aller begleitenden Maßnahmen würde rund 76 000 Euro kosten. Kleinert wies jedoch darauf hin, dass es derzeit Fördergelder des Bundesumweltministeriums gebe.

Die Verwaltung soll nun einen Investitionsplan erarbeiten, der Kosten und Nutzen aufzeigt; dann will die Politik entscheiden, welche Maßnahmen die Gemeinde konkret umsetzt.

Gleiches gilt auch für die Heizungsanlage im DGH. Sie ist nach Auskunft von Bürgermeister Walter Raem fast 30 Jahre alt. Versuche, mit einem überregionalen Anbieter ein Blockheizkraftwerk zu installieren, sind gescheitert.

Jetzt soll eine konventionelle Heizungsanlage eingebaut werden. Dazu wird es weitere Gespräche mit Fachleuten geben.

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