Jörg-Christian Hülper nun Regionalleiter

Erneuter Wechsel an SoVD-Spitze

Jörg-Christian Hülper (Mitte) ist neuer Regionalleiter des Sozialverbands Deutschland. Gerold Porth (l.) und Kreisvorsitzender Hans Sperveslage (r.) stellten ihn gestern vor.

Landkreis (ck) · Sein Revier erstreckt sich von den Ostfriesischen Inseln bis an die Grenzen des Osnabrücker Lands. Bereits seit Oktober steht Rechtsanwalt Jörg-Christian Hülper als Regionalleiter des Sozialverbands Deutschland im Raum Weser-Ems.

Seine juristische Erfahrung dürfte dem 38-Jährigen zu Gute kommen. Denn der SoVD muss stetig mehr seiner Mitglieder vor Sozialgerichten vertreten, um Klagen und Widersprüche gegen falsch berechnete Renten oder zu geringe Sozialleistungen durchzusetzen. Aber Hülper stellt sich den Herausforderungen gern – auch für den Kreisverband Oldenburg-Land mit seinen 13 Ortsvereinen. „Mit meiner neuen Aufgabe fühle ich mich sehr wohl – und ich hoffe, sie gut zu meistern.“

Nach sechsjähriger Selbstständigkeit in einer Kanzlei beerbt der gebürtige Barßeler nun Kai Laarmann, der nach nur einem Jahr auf dem Chefsessel im Oldenburger Sozialberatungszentrum an der Kaiserstraße saß. Laarmann wechselte zur „Kassenärztlichen Vereinigung nach Oldenburg“, so dass der SoVD-Kreisvorsitzende Hans Sperveslage diesem Wechsel während der gestrigen Vorstellung des Nachfolgers noch etwas Positives abgewann: „Vielleicht können wir im Interesse unserer Mitglieder nun einiges bewegen, was die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum oder die Handhabe des Notdienstes betrifft.“ So habe der Wegfall der Wochenenddienste in den Praxen und die dafür eingeführte Notdienstversorgung in den Krankenhäusern Delmenhorst, Oldenburg, Wildeshausen und Bassum vor allem behinderten und älteren Patienten aus weiter entlegeneren Orten Nachteile gebracht. Sperveslage hofft noch immer auf Optimierungen im Notdienst – eine verbesserte Hausarzt-Versorgung könne hingegen wohl nur mit Hilfe der Landesregierung gelingen: „Sie hat ein Ansiedlungsprogramm ausgearbeitet, in dem sie Immobilien zur Verfügung stellt und Zuschüsse für Praxisgründungen gewährt.“

Das ist aber nur ein Gebiet, auf dem sich der SoVD für seine kreisweit 2 500 Mitglieder einsetzen will. Zu den Schwerpunkten zählen Kreisvorsitzender Sperveslage, Ganderkesees Ortsvereins-Chef Gerold Porth und der neue Regionalleiter Hülper neben gesellschaftlichen Aktivitäten die Sozialberatung, Hilfen bei Anträgen und Rechtsbeistand.

Hülper unterstrich gestern, dass die Flut dieser Verfahren permanent zunehme. Und aus Erfahrung seiner früheren Selbstständigkeit weiß er, dass „ein großer Verband hier mehr erreichen kann als ein einzelner Anwalt“. Er selbst erledigt diese Arbeit mit den insgesamt 50 hauptamtlichen SoVD-Beratern in Weser-Ems.

Der monatliche Mitgliedsbeitrag von fünf Euro sei zwar für die Empfänger von „Hartz IV“ schon beträchtlich, aber „jeder sollte wissen, dass wir dafür auch die Kosten von außergerichtlichen Bereichen wie Klage- und Widerspruchsverfahren tragen. Das tut eine Rechtsschutzversicherung nicht.“

Und gerade bei Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II für Langzeitarbeitslose und dem Sozialgesetzbuch XII mit sonstigen Hilfen wie etwa zum Lebensunterhalt und der Pflege „kommt es leider oft zu Fehlberechnungen“, schilderte Hülper.

Als weiteres Problem nannte Sperveslage die Altersarmut, die durch die „nicht mehr geschlossenen Erwerbsbiografien drohe“. Kurzarbeit, Ein-Euro-Job oder eine Beschäftigung auf 400-Euro-Basis bedeuteten deutlich geringere Renten. „Wir müssen also auch die jungen Leute davon überzeugen, schon früh die Rentenberatung aufzusuchen.“

Allerdings redete auch der Kreisvorsitzende gestern nicht um den hohen Altersdurchschnitt im Sozialverband herum. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, integrierte Freizeiten mit behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen sowie nun anstehende Kooperationen mit Gruppen wie der Johanniter-Jugend sollen dazu beitragen, jüngere Menschen für den SoVD zu begeistern.

Der neue Regionalleiter jedenfalls hatte sich schon früh für diesen Verband entschieden und engagiert. So arbeitete der in Oldenburg lebende Hülper lange Zeit ehrenamtlich als Schatzmeister im Ortsverband Ofen. In seiner neuen Führungsposition will er länger bleiben als sein Vorgänger Laarmann: „Kontinuität ist für diese Arbeit wichtig.“

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