Harpstedt hat einen neuen Verein / Werner Richter zum Vorsitzenden gewählt

Erhalt der Mühle ist das Ziel

Den Erhalt der Windmühle als Baudenkmal strebt der Harpstedter Mühlenverein an.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Fleckenbürgermeister und Pastor Werner Richter steht als Vorsitzender an der Spitze des gestern Abend aus der Taufe gehobenen „Harpstedter Mühlenvereins“, der sich den Erhalt des renovierten Galerie-Holländers als Baudenkmal auf seine Fahnen geschrieben hat.

22 Interessierte wohnten der Gründungsversammlung im Hotel „Zur Wasserburg“ bei. 15 von ihnen traten dem Verein spontan bei, ohne schon die genaue Höhe des Mitgliedsbeitrags zu kennen.

Gemeindedirektor Uwe Cordes, der gemeinsam mit Andre Mutke aus der Verwaltung durch die Versammlung führte, gab als grobe Richtung 24 Euro im Jahr vor. Festlegen wird den Beitrag die Mitgliederversammlung, das oberste Organ des Vereins. Daneben gibt es mit dem Vorstand nur noch ein weiteres. Recht zügig gelang es, sämtliche fünf Posten zu besetzen. Als erste stellvertretende Vorsitzende steht Werner Richter Andrea Schmökel zur Seite, die bei der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH beschäftigt ist und schon ihre Kindheit im Flecken verlebt hat: „Auf dem Weg zur Schule bin ich jeden Tag an der Mühle vorbeigekommen. Sie liegt mir sehr am Herzen“, sagte sie. „Eigentlich wollte ich mir nichts extra aufhalsen“, gab indes Anke Rüdebusch zu, als sie für den Posten der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden vorgeschlagen wurde. Die Gästeführerin ließ sich dann aber doch zur Übernahme des Amtes bewegen. Mit dem stellvertretenden Fleckenbürgermeister Horst Hackfeld, seit fast 40 Jahren Kundenberater bei der Volksbank, fand die Gründungsversammlung eine Idealbesetzung für den Kassenführer-„Job“. Elisabeth Akkermann wird sich um die Schriftführung kümmern. Alle Vorstandsmitglieder sind für zwei Jahre gewählt. Gegenstimmen gab es nicht.

Ebenfalls einmütige Zustimmung fand die Vereinssatzung. Laut §8, Ziffer 6, steht der Mühlenbesitzer dem Vorstand als beratendes Mitglied zur Seite und ist zu dessen Sitzungen einzuladen. Müller Helmut Nienaber wohnte der Gründungsversammlung bei. Er hatte sich in einem mit dem Flecken geschlossenen Vertrag verpflichtet, die Windmühle innerhalb gewisser Grenzen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Uwe Cordes streifte Sinn, Zweck und Vorgeschichte der Vereinsgründung – und auch die erheblichen Mittel, die in die Sanierung des Wahrzeichens geflossen waren. „Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dann soll das Ganze auch vernünftig weitergeführt werden“, betonte er. Der Verein, der seinen Sitz im Flecken Harpstedt hat, strebt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit an. Sein Zweck sei „die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege“, und dieser Zweck werde „verwirklicht insbesondere durch den Erhalt der Windmühle als Baudenkmal“, heißt es wörtlich in §2 der Satzung. Und weiter: „Es sind alle Maßnahmen zu treffen, um die langfristige Nutzung der Windmühle im Rahmen der Heimatpflege, Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur zu gewährleisten.“

Der Verein finanziert sich aus Beiträgen und freiwilligen Spenden. Mitglied werden können sowohl natürliche als auch juristische Personen. Im Falle einer Auflösung des Vereins fällt dessen Vermögen an den Flecken, der das Geld ausschließlich für den Erhalt der Harpstedter Windmühle verwenden darf.

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