Typisierungsaktion war voller Erfolg

Engagement überwältigt die Helfer

Ärztin Anja Steinkamp nimmt Frank Eger Blut ab. Er lässt sich schon zum zweiten Mal registrieren – obwohl er „kein Blut sehen kann“. Fotos: Steenken

Wildeshausen - (cs) „Wir sind nicht nur eine Ellenbogengesellschaft, wir sind auch eine sehr soziale Gesellschaft.“ Diese Worte von Landrat Frank Eger beschreiben am besten den großen Erfolg der Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Am Sonnabend ließen sich in der Wildeshauser Realschule 685 Menschen durch einen kleinen „Pieks“ als potenzielle Lebensretter registrieren.

„So viel Blut habe ich noch nie an einem Tag abgenommen“, sagt Arzthelferin Julia Steinberg. Sie ist eine von etwa 100 Freiwilligen, die geholfen haben, die Aktion zu einem solchen Erfolg werden zu lassen. Denn obwohl die Abnahme selbst nur wenige Sekunden dauert, braucht es doch viele Helfer, die dafür sorgen, dass jeder Blutspender nach höchstens zehn Minuten mit dem Prozedere durch ist. Mehrmals wird beispielsweise überprüft, ob der „Personalbogen“ und das Blutröhrchen die gleiche Nummer haben, um später wieder richtig zugeordnet zu werden. An 20 Plätzen wird im Akkord Blut abgenommen.

Die Aktion ins Leben gerufen haben Katrin Freese, ihr Bruder Lars Menke, Elke Steenken und Elke Kläner. Frank Pottin von der Initiativgruppe „Hilfe für Sontje“ ist begeistert. „Was mich hier fasziniert, ist das hochmotivierte Team. Sie haben schon im März angefangen zu organisieren. Erst für Luisa, die zum Glück keine Knochenmarkspende braucht, dann für Sontje, die leider verstorben ist, und dann haben sie trotzdem weitergemacht.“ Das ist auch gut so: Denn alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie, weiß Bettina Steinbauer von der DKMS.

Das Organisatorenteam ist überwältigt von der Resonanz auf den Aufruf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Und trotz der vielen Menschen ist es eine ganz besondere Stimmung in der Kantine der Realschule. „Die Atmosphäre ist ruhig und besinnlich, aber auch voller Engagement. Ich bin überwältigt davon, wie viele Leute bereit sind zu helfen, wenn man sie braucht“, beschreibt ein Onkel von Sontje. Pottin, ein Freund von Sontjes Vater, weiß, „dass es für die Familie auch ein Trost ist, wenn die Menschen weiter helfen“. Auch Luisa war mit ihren Eltern Claudia Harkai-Neu und Michael Neu bei der Aktion. Diese sind ebenfalls begeistert. „Es ist toll, dass so viele Leute hier sind“, meinen beide.

Das Besondere an der Typisierungsaktion ist wohl, dass die Menschen sich „bedanken, dass sie helfen dürfen“, sagt Pottin. Die Erfahrung hat auch Lars Menke gemacht. „Man hört von den Leuten kein Nein“, beschreibt er die Unterstützung.

Mit den 685 Blutspendern haben viele an Leukämie erkrankte Menschen wieder eine größere Chance, den passenden Spender zu finden. Doch das Engagement soll nicht abbrechen. Landrat Eger, gleichzeitig auch Schirmherr der Aktion, verdeutlicht, „dass es heute kein Stopp sein soll, sondern nur ein Zwischenstopp – damit vielen Leuten geholfen werden kann“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

Rathaus-Erweiterung schreitet gut voran

Rathaus-Erweiterung schreitet gut voran

Lastwagen fährt Baustellenbaken um und fährt weiter

Lastwagen fährt Baustellenbaken um und fährt weiter

Sechs Corona-Infizierte in Wildeshausen

Sechs Corona-Infizierte in Wildeshausen

Gute Ernährung und guter Schlaf: So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte

Gute Ernährung und guter Schlaf: So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte

Kommentare