Ausschussmitglieder sehen mehr Potenzial in Förderung von Altbau-Sanierungen

Energiebonus für Neubauten erhält eine Abfuhr

Der Umwelt- und Energieausschuss hat sich gegen den Energiebonus für Neubauten und stattdessen für die Förderung von Altbau-Sanierungen ausgesprochen.
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Der Umwelt- und Energieausschuss hat sich gegen den Energiebonus für Neubauten und stattdessen für die Förderung von Altbau-Sanierungen ausgesprochen.

Neerstedt - Von Tanja SchneiderDer Energiebonus für Neubauten scheint vom Tisch zu sein. Entgegen der Meinung der Grünen haben sich die Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses während ihrer gestrigen Sitzung gegen die Förderung ausgesprochen. Stattdessen empfahlen sie einstimmig einen zeitlich befristeten Energiebonus für Sanierungsmaßnahmen an Altbauten (siehe Info-Kasten).

Sowohl die SPD als auch die CDU sahen in der Förderung energetischer Maßnahmen an Altbauten mehr Potenzial. „Wer heutzutage neu baut, achtet ohnehin oft auf den Energieaspekt“, sagte Rudi Zingler (SPD). „Da brauchen wir dem fahrenden Zug nicht noch Geld hinterherwerfen.“ Für Beate Wilke (CDU) war das Konzept für den Neubau-Bonus zu spekulativ. „Wir wissen nicht, was kommt, wie viele Bauherren die Förderung nutzen und in welchem Umfang.“ Auch sie erachtete es für sinnvoller, sich auf die Förderung von Altbau-Sanierungen zu konzentrieren. Die FDP möchte zwar Häuslebauer unterstützen, der Bonus ging aber auch ihr zu weit: „Ich befürchte, dass wir ein zu großes Förderinstrument aufbauen würden“, sagte Claus Plate. „Die Idee ist eigentlich gut, aber so nicht umsetzbar.“

Einziger Befürworter unter den Ausschussmitglieder blieb somit Timo Schürmann (Grüne), der das Programm damals angeregt hatte. Wie berichtet, hatte sich der Umwelt- und Energieausschuss bereits im vergangenen Jahr mit dem Konzept beschäftigt und sich auch da nicht durchringen können. Anschließend war im Arbeitskreis „Energieeffizientes Dötlingen“ sowie in einer weiteren Arbeitsgruppe an dem Thema gefeilt worden. Die einhellige Meinung dort war, dass die Förderung eine Signalwirkung für den Klimaschutz habe. Entsprechend wurden gestern zwei verschiedene Förderungs-Varianten vorgestellt, die beide nicht auf Zustimmung stießen. Schürmann zeigte sich enttäuscht: „Ich halte den Bonus nach wie vor für sinnvoll und nehme die Ablehnung jetzt einfach nur zur Kenntnis.“

Einig war sich das Gremium hingegen bei der Förderung von Altbau-Sanierungen. Dabei geht es nicht um energetische Maßnahmen im großen Stil. Auch Einwohnern, die nur geringe finanzielle Möglichkeiten haben, soll ein Anreiz geschaffen werden. So ist bereits eine Förderung ab einer Investitionssumme von 1 000 Euro möglich.

Mit dem jetzigen Konzept hat sich der Ausschuss für ein simples, übersichtliches Programm ausgesprochen, dass ausschließlich für baulich-technische Maßnahmen gilt. „Ziel ist es, den CO2-Verbrauch schnell zu senken“, erläuterte Dötlingens Klimaschutzmanager Lars Gremlowski. Deshalb sei zum Beispiel von der Bezuschussung von Altbaugutachten abgesehen worden. „Da wissen wir einfach nicht, ob wirklich etwas realisiert wird.“ Die CDU lobte das Konzept: „Das ist genau das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Wilke. Auch Plate und Schürmann bezeichneten es als den richtigen Ansatz.

Der Energiebonus für Altbauten wird zunächst über anderthalb Jahre gewährt und gedeckelt. „Wir können danach immer noch schauen, ob wir die Fördersumme erhöhen oder die Laufzeit ausweiten“, meinte Zingler. Das sah Bürgermeister Heino Pauka ähnlich, der derzeit die Resonanz nicht einschätzen kann. „Ob wir überrannt werden oder noch 90 000 Euro übrig bleiben – ich weiß es nicht“, sagte er.

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