Diskussion um Gesamtschulstandort endet mit „Ja“ zu Wardenburg / Verwaltung soll Antrag stellen

Empfehlung für Everkampschule

Landkreis - (ck) Im Westen 'was Neues: Mit elf Befürwortern bei einer Gegenstimme Eckhard Heinjes sowie den Enthaltungen von Hans Hubmann, Horst Siemers, Manfred Huck (alle CDU) und Otto Sackmann (UWG) empfahl der Schulausschuss gestern Abend, in der Everkampschule Wardenburg an der nordwestlichen Kreisgrenze eine Integrierte Gesamtschule (IGS) einzurichten. Am 17. August kommt dieser Vorschlag im Kreisausschuss auf den Tisch, ehe die Mitglieder des Kreistags am 25. August das vorletzte Wort haben. Denn abschließend muss die Landesschulbehörde über den Antrag befinden.

Deren Vertreter Klaus Kapell unterstrich: „Unsere Behörde entscheidet leidenschaftslos. Sie dürfen davon ausgehen, dass wir alles ordnungsgemäß prüfen und Sie alles nachvollziehen können.“

Allerdings gab der Regierungsschuldirektor zu bedenken, dass es nicht nur um absolute Anmeldezahlen gehe, die der Standort Wardenburg übrigens als einziger im Landkreis erfüllen kann. „Uns kommt es auch auf das richtige Mischungsverhältnis aus allen drei bisherigen Schulformen an.“

Wenn dies gewährleistet sei, stelle sich die Frage nach dem Verbleib der anderen Schüler, weil die Haupt- und Realschule dort dann ja nicht mehr existiere.

Zudem frage die Behörde nach dem exakten Einzugsgebiet: „Alle Grundschüler, die dort wohnen, können dafür angemeldet werden – haben aber noch keine Garantie, angenommen zu werden.“ Ob Kinder aus Orten außerhalb des Bezirks dazu kommen dürfen, entscheide einzig der Schulleiter.

Bis zum abschließenden Urteil fließt also noch viel Wasser durch die Hunte – deshalb hatte Landrat Frank Eger bei der Terminierung der Ausschuss-Sondersitzung so kurz vor den Ferien auch aufs Tempo gedrückt: „Diese Zeit müssen meine Mitarbeiter und ich für die Antrags-Vorbereitungen nutzen, damit wir möglichst zum 1. August 2010 überhaupt eine Gesamtschule hinbekommen.“

Bis zuletzt hielten sich auch gestern kritische Stimmen. Hubmann bezweifelte die Verlässlichkeit der prognostizierten Schülerzahlen zum Standort und der möglichen Form einer Gesamtschule. Und Zuhörerin Regina Huntemann aus Prinzhöfte erinnerte an den großen Elternwunsch nach einer Alternative im Bildungsangebot auch für den Süden. Ausführlicher lag dieser Appell allen Mandatsträgern auch schriftlich vor – von Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes und den Elternratsvorsitzenden aller Harpstedter Schulen. Vor allem fordern sie die Politiker im Kreistag auf, sich nicht nur für eine IGS im Norden, sondern auch für eine Kooperative Gesamtschule in Harpstedt einzusetzen. Ausschuss-Mitglied Heinz-Jürgen Greszik sicherte zu: „Wir alle nehmen dieses Schreiben sehr ernst.“ Doch als ersten Schritt und mit Blick auf die Mehrheiten der Elternbefragung forderte der Sozialdemokrat, eine Gesamtschule in Wardenburg anzustoßen. Sein Fraktionskollege Heinz Brigant ergänzte: „Ich bin sicher, dass dort eine phantastische IGS entsteht.“ Dann wachse die Nachfrage, und die Kreispolitik könne bald über einen zweiten Ort mit diesem Schulsystem nachdenken.

Imke Oltmann erklärte für die FDP: „Wir akzeptieren den Elternwillen und stimmen einer IGS in Wardenburg zu.“ Sie sah es als wichtig an, in der Debatte um Standort und Gesamtschulform weiter zu kommen. Hubmann stellte die Eltern-Abstimmung ebenso wenig in Frage, begründete die Enthaltung aber mit der zu großen Gefahr einer Ablehnung des Antrags durch die Landesschulbehörde. „Dann sind die Eltern enttäuscht, und wir haben ein noch größeres Problem.“

Auch SPD-Fraktionschef Detlef Sonnenberg befürchtete durchaus eine Haltung der Prüfer „unter dem Gesichtspunkt der Verhinderung“. Aber niemand wisse um die künftigen Schülerzahlen, so sein Plädoyer: „Wir können nicht bis auf den letzten Federstrich die genaue Zahl der Kinder im Jahr 2023 vorhersagen.“

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