Keine Kulturfördermittel für Plattformwagen / KuK bekommt Kosten für ausgefallenes Fest erstattet

Eisenbahnfreunde gehen leer aus

Anträge auf Kulturfördermittel behandelten Steffen Akkermann, Hedwig Stahl, Claudia Sanner und Marco Roreger (v.l.) im Hotel „Zur Wasserburg“. Beiratsmitglied Jens Fröhlke war wegen einer Probe für eine Veranstaltung verhindert.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Den Eisenbahnfreunden (DHEF) musste der Kulturbeirat am Donnerstagabend im Hotel „Zur Wasserburg“ eine Absage erteilen: Der Verein wollte Kulturfördermittel des Fleckens Harpstedt für die Aufarbeitung des Plattformwagens Nr.  2 aus dem Jahr 1925 haben. „Das geben unsere Richtlinien nicht her“, bedauerte die Beiratsvorsitzende Claudia Sanner. „Das können wir nicht machen“, pflichtete Steffen Akkermann bei – schon wegen der Richtlinien, aber auch, weil dem Antrag kein Finanzplan beigefügt sei.

Die Eisenbahnfreunde stehen auf dem Standpunkt, dass der Wagen Nr. 2 ein „historisches Kulturgut“ ist. Sie benötigen ihn dringend für ihren Fahrbetrieb, zumal er über eine Fahrgasttoilette verfügt. Der Beirat fördere mit dem vom Flecken bereitgestellten Kulturbudget zwar Veranstaltungen, aber „keine Investitionen“, betonte Claudia Sanner.

Zuhörer Hans-Jürgen Petzold, auch Ratsmitglied, wunderte sich darüber, dass der Kulturverein (KuK) nun laut Beiratsbeschluss 250 Euro für ein geplantes Sommerfest auf der Freistraße bekommt, das kurzfristig abgesagt worden war, aber trotzdem Kosten verursacht hatte, weil unter anderem das Engagement eines DJ‘s storniert werden musste. Die Veranstaltung hätte gar nicht ausfallen müssen, denn das Wetter habe dann doch mitgespielt, argumentierte Petzold. Viele Bürger seien sogar genervt über die Absage gewesen. „Wenn alle Wetterdienste kurz zuvor schlechtes Wetter vorhersagen, muss man ihnen letztlich glauben“, zeigte Beiratsmitglied Marco Roreger Verständnis für die Entscheidung des KuK. Ob die „Subventionierung“ einer ausgefallenen Veranstaltung wirklich im Sinne der Förderrichtlinien ist, wird womöglich noch im Fleckenrat oder im zuständigen Fachausschuss für Diskussionen sorgen. Claudia Sanner gab zu bedenken, dass der Kulturverein bislang ohne Inanspruchnahme von Kulturfördermitteln schon sehr viel auf die Beine gestellt habe.

500 Euro Zuschuss für ein vom 12. bis 21. August 2011 geplantes Bildhauer-Symposium mit Rahmenprogramm will der Künstler „hansART-ig“ alias Hans-Joachim Kampa haben. Das Geld soll für die kreative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unter Anleitung Verwendung finden. Kampa möchte den Amtshof während des Symposiums in eine „Kulturinsel“ verwandeln. Der Beirat signalisierte seine grundsätzliche Bereitschaft zur Gewährung der 500 Euro. Kampa muss aber in einem Finanzplan darlegen, wofür er das Geld genau benötigt und mit welchen Einnahmen und Ausgaben er rechnet. An dieser „Vorleistung“ war die „Kulturinsel“ bereits gescheitert, als die Kulturmittelvergabe noch in den Händen des Fleckensgremien lag.

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