Legehennen-Ställe: Rat pocht auf Unterzeichnung eines Nutzungsvertrages

Einvernehmen unter Vorbehalt

Harpstedt - GROSS KÖHREN (boh) · Zwei Ställe zur Erzeugung von Legehennen-Bruteiern für je 19 800 Elterntiere will die Sander GmbH & Co. KG in Groß Köhren nordöstlich der Reithalle des RC „Sport“ errichten. Den Bauantrag haben die Gesellschafter Helmut und Joachim Sander bereits gestellt. Da es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt, kann die Gemeinde Beckeln kaum Einfluss nehmen.

Die Hauptzufahrt soll über einen nicht asphaltierten Gemeindeweg führen, der von der Straße entlang der Reithalle abzweigt. Die Gemeinde wünscht, dass der Investor ein etwa 100 Meter langes Stück selbst instand hält. Der Bauherr hat einen Nutzungsvertrag vorgelegt bekommen, der das regelt, diesen aber noch nicht unterzeichnet. Darauf wiederum regierte Bürgermeister Heinz Nienaber am Dienstag in der Gemeinderatssitzung leicht verschnupft. Er schlug vor, die Gemeinde möge ihr Einvernehmen zu dem Stallbau-Vorhaben erst erteilen, wenn der Vertrag unterzeichnet sei. Der Rat folgte dem einmütig bei Enthaltung von Günter Wöbse. Joachim Sander sah, wie er kundtat, noch Gesprächsbedarf über einige Punkte im Vertrag.

Eher selten regt sich in dörflich geprägten Regionen Widerstand gegen beabsichtigte Stallbau-Vorhaben. Im Beckelner Rat aber machte eine Anwohnerin ihrem Unmut offen Luft. Schon jetzt müsse sie „grauenhafte“ Tiergeräusche aus Sanders Schweinestall ertragen. „Wir sind hier vor zwölf Jahren hergezogen, weil wir uns mehr Lebensqualität versprochen haben. Und jetzt wollen Sie uns rund 40 000 Legehennen vor die Nase setzen?“, empörte sich die Bürgerin. „Wenn wir unser Haus später einmal veräußern wollen, werden wir es doch nicht mehr los. Wer will das dann noch kaufen?“ Die Anwohnerin wollte das Projekt gestoppt oder „zumindest in eine andere Richtung“ gelenkt wissen: „Gibt es denn keine Möglichkeit, ein anderes Grundstück zu suchen?“ Aus Sicht der Antragsteller sei der Standort optimal, „auch infrastrukturtechnisch“, entgegnete Joachim Sander. „Wir wollen die Ställe nicht bauen, um jemanden zu ärgern, sondern um unsere Existenz und unsere Zukunft zu sichern.“ Sander bot an, sich mit den betroffenen Anwohnern zusammenzusetzen und sachlich über das Vorhaben zu diskutieren.

Die Ställe sollen je 110 Meter lang und 28 Meter breit werden. Eine dreiseitige Eingrünung mit schnell wachsenden Gehölzen sieht der Bauantrag vor. Die Investoren streben an, zunächst nur einen Stall (mit Sozialräumen und Hygieneschleuse) zu errichten und nach zwei bis drei Jahren dann den zweiten. Viele Einzelheiten sind noch unklar – etwa die Höhe der Ablufttürme oder auch die Frage, ob es einer Staubwäsche bedarf.

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