Ferienpass-Kinder erleben in Meyers Museumsladen eine Zeitreise

Einkaufen wie früher

Wie damals eingekauft wurde, zeigten Georg (l.) und Gerrit Meyer den Mädchen im Museumsladen.

Brettorf - „Darf es noch etwas mehr sein?“ Aber nur ein ganz bisschen – genau genommen drei Krümel, dann haben die Mädchen exakt 250 Gramm Zucker in der Tüte. Jetzt noch schnell ausrechnen, was das bei einem Kilopreis von 1,20 Euro kostet. „Ja, so wurde damals eingekauft“, erklärt Georg Meyer den Kindern, die gestern im Rahmen der Ferienpass-Aktion in seinem Museumsladen in Brettorf zu Gast waren.

Wer die Räume zum ersten Mal betritt, kann über die große Sammlung nur staunen. Alte Werbeplakate zieren die Wände im Eingangsbereich, im ursprünglichen Laden steht noch die Einrichtung aus dem Jahr 1925, und die deckenhohen Regale sind gefüllt mit Bonbongläsern, vielen Geschenkdosen, die mal Kaffee und Tee beinhaltet haben, und Zwieback-Packungen von anno schnuff. „Wow“, sind auch die Mädchen überrascht, als sie die Tür öffnen.

In der Mitte des kleinen Raumes steht die Waage, mit deren Hilfe sie nun einkaufen wie zu Großmutters Zeiten. Erst einmal Zucker – 250 Gramm für 30 Cent. Nacheinander füllen sie ihre Papiertüten und legen sie auf die Waage. Das Pendel schlägt aus – nach rechts, nach links und wieder nach rechts. „Zum Einkaufen musste man damals Zeit mitbringen“, sagt Georg Meyers Sohn Gerrit.

Anschließend gibt es für die Elf- bis Zwölfjährigen eine Einkaufsliste. Weizenmehl, Haferflocken und Nudeln sollen besorgt werden. „Und immer schön mitrechnen. Nicht, dass man auch beim Preis bescheißt“, scherzt Georg Meyer, der das Museum mit den Hinterlassenschaften seines Vaters eingerichtet hat. Dieser hatte sich 1925 als Leiter der Poststelle, dazu entschlossen, auch einen Gemischtwarenhandel zu führen. „Und er hat alles gesammelt“, sagt Georg Meyer. „Jede Kiste, jeder Ladenhüter wanderte auf den Dachboden.“ Dort machte der Brettorfer irgendwann „klar Schiff“ und beschloss, ein Museum einzurichten.

In diesem durften die Kinder gestern auch ein wenig stöbern. Vor allem der Bereich mit Kurzwaren hatte es ihnen angetan. Schnell wanderten die dort ausgestellten Hüte und Badekappen auf die Köpfe. Vorbei an den vielen Anschreibebüchern aus den 50er Jahren ging es schließlich in den Keller, wo nicht nur alte Zeitungen und Radios warteten, sondern auch Getränke und Süßigkeiten. Bei einem Snack rechneten die Mädchen dann aus, was sie ihr Einkauf gekostet hat. Mit ein paar Geschichten, die Georg Meyer vorlas, endete der Ausflug in Großmutter Zeiten. · ts

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