13 Jugendliche sammeln neue Erfahrungen im dreiwöchigen Archäologie-Camp

Einbaum-Bau statt Matheunterricht

Der erste Einbaum hat sich auf der Hunte bereits bewährt, am zweiten arbeiten die Jugendlichen derzeit noch. ·

Dötlingen - Von Tanja Schneider - Der Fernseher und das Handy fehlen Carla eigentlich nicht. „Aber ich vermisse mein Bett“, seufzt die 13-Jährige. Gemeinsam mit zwölf anderen Kindern der Hamburger Gesamtschule Winterhude lebt sie bereits seit zweieinhalb Wochen im Dötlinger Archäologie-Camp.

Statt Mathe- und Englischunterricht stehen Langbogenbau, Feuermachen und Einbaumschnitzen auf dem Plan. Das kuschelige Schlafzimmer haben sie gegen Zelte getauscht.

„Es ist zwar ungewohnt, macht aber trotzdem Spaß“, erzählen Marvin und Maison. „Der Tag beginnt hier, wenn Thomas in sein Horn bläst. Dann heißt es aufstehen.“ Thomas Helmerking leitet im zweiten Jahr das Camp und nennt seine Schützlinge spaßeshalber die „13 Häftlinge“. Und die erfahren noch bis Freitag, wie das Leben ganz ohne moderne Kommunikationsmittel, Pizzadienst und Waschmaschine ist. Einziger Luxus sind die Toiletten und Duschen auf dem Gelände des Polizeisportvereins, die sie nutzen können. „Zudem gehen wir manchmal zum Dorfladen und geben unser Taschengeld aus“, verraten die Schüler.

Kochen müssen sie allerdings selbst. Dafür standen zunächst der Bau eines Lehmofens sowie eines Herdes auf dem Programm. Da es keinen Strom gibt, müssen sie regelmäßig Feuerholz suchen und entzünden. „Wir haben drei Gruppen – die Feuer-, die Putzgruppe und ein Team, das einkaufen geht“, berichten Clara und Marvin. „Zu letzterem gehört auch das Kochen.“ Zu essen gibt es Nudeln, selbst gemachte Pommes oder Hot Dogs. Brennnesselsuppe oder Beeren wären dann doch zu viel des Guten. „Allerdings werden wir noch Hühner schlachten und den Kindern zeigen, wie aufwändig eigentlich die Zubereitung von Speisen ist“, sagt Helmerking, der mit der Gruppe schon Ausflüge zur Visbeker Braut, den Kleinenkneter Steinen und ins Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg unternommen hat. „Die Gegend hier ist aus archäologischer Sicht gesegnet. Nur was die Präsentation angeht, liegt sie noch im Dornröschenschlaf.“

Gestern konnte Helmerking erst einmal Bauamtsleiter Uwe Kläner begrüßen. Da der Bauhof die Gruppe unter anderem mit Baumstämmen versorgt, wollte dieser mal schauen, wie der Alltag im Camp aussieht. „Außerdem möchten wir versuchen, irgendwann auch die Grundschulen der Gemeinde mit ins Boot zu holen und in das Projekt zu integrieren. In diesem Jahr hat es leider aufgrund der unterschiedlichen Ferienzeiten von Niedersachsen und Hamburg nicht gepasst“, berichtete Kläner, ehe er den fertigen Einbaum unter die Lupe nahm. „Mit dem Bau hatten wir schon 2011 begonnen, nun haben wir ihn seetüchtig gemacht“, so Helmerking. Ein zweiter Einbaum ist bereits in Arbeit. „Den müsst ihr aber noch fertig kriegen“, sagte der Bauamtsleiter, und die Antwort kam promt: „Dann packen Sie mal mit an!“

Kläner versuchte sich stattdessen lieber im Bogenschießen und feuerte Pfeile auf Rudolph, ein nachgebautes Rentier aus Holz, ab. Wie es funktioniert, machte Daniel vor. Das Bogenschießen sowie das Speerwerfen zählen im Camp zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen – ebenso wie das Baden in der Hunte an heißen Tagen.

Das Archäologie-Camp gehört zu den insgesamt 18 Herausforderungen, die die Gesamtschule Winterhude zwischen dem 6. und 24. August für seine Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zehn anbieten. Die Aktion hat mittlerweile schon fast Tradition. Bereits zum fünften Mal sollen die Jugendlichen zu Beginn des neuen Schuljahres drei Wochen lang ihre eigenen Grenzen ausloten, Erfahrungen sammeln, „Krisen“ meistern und lernen, als Team zu bestehen. Neben dem Archäologie-Camp konnten die Kinder auch Herausforderungen wie die Alpenüberquerung, Arbeit auf dem Bauernhof, den Triathlon oder das Theater „Grenzgänger“ wählen.

Mehr Infos gibt es unter:

www.herausforderung.net > "Archäologie-Camp".

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