Firma Hüffermann feiert 100-jähriges Bestehen in Neustadt an der Dosse

„Ein Vorzeigebetrieb für das Land Brandenburg“

Ein Präsent überreichten die Geschäftsführer Klaus Kieler (links) , Bernhard Becker (daneben) und Stephan von Schwander (2. von rechts) an Rolf Hüffermann (rechts). Mit dabei war der ehemalige Geschäftsführer Edmund Riks. ·
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Ein Präsent überreichten die Geschäftsführer Klaus Kieler (links) , Bernhard Becker (daneben) und Stephan von Schwander (2. von rechts) an Rolf Hüffermann (rechts). Mit dabei war der ehemalige Geschäftsführer Edmund Riks. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerWILDESHAUSEN/NEUSTADT · Vergangenheit und Zukunft stehen verhüllt im großen Festzelt auf dem Gelände der Hüffermann Transportsysteme in Neustadt an der Dosse in Brandenburg. Rund 250 Ehrengäste sind gekommen, um das 100-jährige Bestehen des Wildeshauser Unternehmens zu feiern. Sie warten gespannt, was hier enthüllt wird: Ein Anhänger aus dem Jahr 1949, gebaut in Wildeshausen, und ein Anhänger aus dem Jahr 2013, gebaut in Neustadt.

In der dritten Generation steht Rolf Hüffermann heute als Gesellschafter mit an der Firmenspitze. Immer wieder macht er in seiner Ansprache deutlich, dass der Schritt, Anfang der 90er Jahre kurz nach der Wende nach Neustadt gegangen zu sein, exakt der richtige gewesen sei: „Das Ergebnis nach 23 Jahren kann sich sehen lassen. Hier geht was ! Es macht mich einfach nur stolz, was wir gemeinsam, getragen vom Gedanken der Wiedervereinigung, hier geschaffen haben. Und es wird genauso weitergehen.“ Über 100 Jahre, in denen immer wieder Tradition, Innovation und Vision die Devise gewesen seien, seien sicherlich ein stolzes Ergebnis.

Damit ging Hüffermann auch auf die Gründung des Unternehmens durch seinen Großvater Wilhelm Hüffermann in Wildeshausen ein: „Es herrschte Aufbruch kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Mein Opa, der das Schmiedehandwerk erlernt hatte, war als Vollwaise völlig auf sich allein gestellt.“ Mit seiner Frau Alma habe er 1913 als Wagenschmied angefangen: „Kurz darauf musste er in den Krieg ziehen. Das waren nicht die besten Voraussetzungen für eine gesicherte Zukunft.“ Auch sein Vater habe erst in den Krieg ziehen müssen, bevor er in den elterlichen Betrieb hineinwachsen konnte.

„Ich selbst konnte Ende 1975 unbelasteter ins Unternehmen einsteigen. Was danach kam, war auch nicht immer einfach, aber spannend allemal“, betont Hüffermann. So sei es 1976 gleich mit den ersten Anhängern für den Transport von Wechselbehältern losgegangen: „Haben wir damals 20 Fahrzeuge im Jahr produziert, so sind es heute 800 bis 1 000. Im ersten Jahr war ich Verkäufer, Konstrukteur und Stahlbauer gleichzeitig.“

Noch sehr gut kann sich Hüffermann an den Einstieg in Neustadt erinnern. Gemeinsam mit einigen Vertretern der Wildeshauser CDU war er in Brandenburg unterwegs, um Ausschau nach einer Partnerstadt für Wildeshausen zu halten. Dabei ist die Gruppe in Neustadt gelandet, wo sie auch Bekanntschaft mit dem damaligen Amtsdirektor Edmund Bublitz gemacht hat. „Und dann ging eigentlich alles sehr schnell. Wir hatten nicht nur eine Partnerstadt gefunden, sondern auch diesen Standort, den ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik, entdeckt“, erzählt Hüffermann.

Genau dieses Thema nahm auch Ralf Reinhardt, Landrat des Kreises Ostprig- nitz-Ruppin, auf: „Das traditions und geschichtsträchtige Unternehmen Hüffermann hat hier nicht etwa, wie es damals üblich war, einen Betrieb abgewickelt, wie von vielen Mitarbeitern befürchtet, sondern übernommen und ausgebaut.“ Dafür seien 20 Millionen Euro investiert worden: „Und ich weiß, dass in diesem und im nächsten Jahr weitere 3,2 Millionen folgen sollen.“

Der Präsident der Handwerkskammer Berlin/Brandenburg, Jürgen Rose, bezeichnete das Neustädter Unternehmen als Vorzeigebetrieb in Brandenburg. Auch er lobte die steten Investitionen. Ganz besonders jedoch das überdurchschnittliche Engagement bei der Ausbildung. Seit 1990 seien in dem Betrieb bereits mehr als 100 Jugendliche ausgebildet worden: „Zudem ermöglicht das Unternehmen den jungen Leuten immer wieder Praktika im Ausland, im Rahmen des Programms ,Leonardo‘.“ Erwähnenswert sei auch die Tatsache, dass Hüffermann seinerzeit von den 70 Mitarbeitern des Kreisbetriebes 60 übernommen habe: „Heute sind hier über 180 Menschen beschäftigt, darunter 30 Auszubildende.“ Nicht umsonst sei das Neustädter Unternehmen mit dem „Großen Preis des Mittelstands“, besser bekannt als „Oscar des Mittelstands“, der Trophäe „Zertifikat für Nachwuchsförderung“ der lokalen Agentur für Arbeit, ausgezeichnet worden. Im gleichen Jahr kürte Ministerpräsident Matthias Platzeck den Betrieb mit dem „Brandenburger Ausbildungspreis 2011“. Selbst in Krisenzeiten habe das Unternehmen stets nach vorne geblickt und innovativ gedacht, was auch belohnt worden sei.

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