Landesweiter Vergleich: Nur in Gorleben liegt der B-Hebesatz noch niedriger

Dünsen, Kirchseelte, Groß Ippener und der Flecken Harpstedt sind Grundsteuerparadiese

Harpstedt - Jede achte Kommune in Niedersachsen hat im zur Neige gehenden Jahr an der Steuerschraube gedreht. Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Harpstedt liegen bei den Hebesätzen dagegen am unteren Ende der Skala, sind gewissermaßen Grundsteuerparadiese.

Das hat eine Untersuchung des Bundes der Steuerzahler ergeben. Über die Ergebnisse informiert die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Der Steuerzahler“. Darin finden Kirchseelte, Dünsen, der Flecken Harpstedt und Groß Ippener mit jeweils 250 Prozent sowie Winkelsett mit 260 Prozent unter den Kommunen mit den niedrigsten Hebesätzen bei der Grundsteuer A und B wohlwollende Erwähnung. Nur Gorleben toppt das noch: Zwar liegt die Gemeinde im Wendland bei der Grundsteuer A (landwirtschaftliche Flächen) ebenfalls bei 250 Prozent; der Satz für die Grundsteuer B beträgt allerdings nur 150 Prozent. Auch die drei nicht in dem Artikel genannten Mitgliedskommunen der Samtgemeinde stehen im landesweiten Vergleich gut da – Prinzhöfte mit 280 Prozent sowie Beckeln und Colnrade mit je 300 Prozent bei der Grundsteuer A und B. Den Negativrekord in Niedersachsen halten indes Hannover und Göttingen. Sie bitten Eigenheimbesitzer mit sage und schreibe 530 Prozent zur Kasse. Und das ewige Drehen an der Steuerschraube geht weiter: Die Landeshauptstadt erwägt bereits eine Anhebung auf das Bremer Niveau (580 Prozent). Wie sehr sich unterschiedliche Hebesätze auswirken, rechnet der Bund der Steuerzahler an einem Beispiel vor: In Gorleben zahle der Eigentümer eines frei stehenden Einfamilienhauses mit einem steuerlichen Einheitswert von 60 000 Euro 263,24 Euro Grundsteuer im Jahr, in Hannover hingegen 930,10 Euro.

Der Gewerbesteuer-Hebesatz beträgt im Landesschnitt 352 Prozent. Alle acht Mitgliedskommunen der Samtgemeinde Harpstedt liegen mit 380 Prozent darüber. Zumindest für Personengesellschaften bedeutet dies jedoch keine tatsächliche Mehrbelastung gegenüber Kommunen mit niedrigeren Hebesätzen. Das hängt mit 2008 in Kraft getretenen steuerrechtlichen Vorgaben und den Absetzungsmöglichkeiten bei der Einkommensteuer zusammen. · boh

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