Zwei mögliche Varianten zur Lösung des Geruchsproblems in Aschenstedt / Prüfungen in Auftrag gegeben

Druckrohrleitung oder Verschlüsse ?

Doetlingen - ASCHENSTEDT (ts) · Ihr Sinnesorgan hat die Aschenstedter nicht getrügt: In dem Dötlinger Ortsteil stinkt es gewaltig. Das belegen die Ergebnisse der Schwefelwasserstoffmessungen, die das Vechtaer Ingenieurs-Büro Frilling am Dienstagabend während der Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses präsentierte. Danach stand fest: Hier muss schnell etwas passieren.

An 15 Stellen des Freigefällekanals waren im September die Messungen durchgeführt worden. Dabei zeigte sich, dass sich die Werte weit über dem erträglichen Maß befinden. Schon bei 0,1 ppm liege die Geruchsschwelle, ab der man den Gestank von „faulen Eiern“ wahrnimmt, bei 100 ppm könnten unter anderem Reizungen an den Augen auftreten. In Aschenstedt wurde im Mittel eine Konzentration von 14,4 ppm gemessen, der maximale Wert betrug 52,9 ppm.

„Dieses Problem muss jetzt beseitigt werden, und wir sind auch gewillt, Geld in die Hand zu nehmen“, versicherte Gernot Kuhlmann (CDU) den Aschenstedtern, die am Dienstagabend wegen dieses Tagesordnungspunktes den Weg ins Neerstedter Rathaus gefunden hatten. Neben der Geruchsbelästigung zeichnet sich aufgrund der hohen Schwefelwasserstoffkonzentration noch ein weiteres Problem ab: In manchen Schächten gibt es deutliche Korrosionsspuren.

Das Ingenieurs-Büro stellte während der Sitzung diverse Lösungsvorschläge vor, von denen zwei nun genauer beleuchtet werden sollen. Die kostengünstigere und schnellere Lösung, die auch das Ingenieurs-Büro empfahl, sind Formverschlusssysteme. Dabei handelt es sich um eine Art Abdeckung, die auch mit einem Teilkorrosionsschutz verbunden werden kann. Letztes Problem würde aber unterhalb der Deckel bestehen bleiben. Die Kosten würden hier bei 38 Formverschlüssen mit Teilkorrosionsschutz 125 400 Euro betragen. Das System würde etwa 17 Jahren halten, danach müsste der eine oder andere Deckel ausgetauscht werden.

„Mir sind diese Formverschlüsse zu wenig erprobt“, warf Anke Spille (CDU) ein. Auch Annett Bode (FDP) sagte: „Nur, weil es günstiger erscheint, sollten wir nicht experimentieren.“ Beide sprachen sich für die zweite Variante aus: eine Verlängerung der Druckrohrleitung. Laut Berechnungen des Ingenieurs-Büros würde diese mit 312 000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem könnten dann beim Hauptpumpwerk in Aschenstedt Probleme entstehen, die Qualität des Abwassers würde sich auf dem Weg dorthin weiter verschlechtern. Das Problem werde damit nur verlagert. Zudem bestehe die Gefahr, dass bei einer längeren Druckleitung auch die Leistung der drei Pumpwerke in Neerstedt, Brettorf und Dötlingen nicht ausreichen.

Trotzdem sei die Druckrohrleitung die am besten kalkulierbare Variante mit wenig Unterhaltungskosten. Das Ingenieurs-Büro soll deshalb bis Ende des Jahres prüfen, welche Auswirkungen diese Lösung auf das Hauptpumpwerk hätte, wie man diesen entgegenwirken könnte und wo genau die mögliche Druckrohrleitung entlang laufen kann.

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