Nikolaustreffen der Gespannfahrer

Auf drei Rädern durch den Schnee

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Holger Laskowski hat es sich im Vorzelt seines Transport- und Schlafanhängers gemütlich gemacht. ·

Doetlingen - NUTTEL · Die Szenerie war ein wenig unwirklich. Im vom Schnee weiß gefärbten Garten von Familie Stefan standen am Wochenende über 30 Motorradgespanne, dazwischen fast ebenso viele Iglu-Zelte. Zum 19. Oldenburger Nikolaustreffen der Gespann-, Winter- und Norwegenfahrer waren wieder rund 40 Motorradfreunde aus der gesamten Republik in das kleine Dorf am nördlichsten Rand der Gemeinde Dötlingen gekommen.

„Wir haben sogar einen dabei, der hat 120 Kilometer und 20 Seemeilen zurückgelegt, um hier dabei sein zu können“, verriet Uwe Stefan. Der Gespannfahrer war eigens aus Borkum angereist.

Aber warum zeltet man bei Eis und Schnee? „Das fragen wir uns auch jedes Jahr“, antwortete Jürgen Boll und musste automatisch lachen. Er saß mit weiteren Teilnehmern an einem der wärmenden Lagerfeuer und klönte über die vergangene Motorradsaison.

Bereits zum fünften Mal richtete Uwe Stefan das Treffen aus, das es nun seit fast 20 Jahren gibt. Das gemütliche Beisammensein und das Fachsimpeln stehen stets im Vordergrund – und natürlich das obligatorische Grünkohlessen, das am Samstagabend in der Doppelgarage der Gastgeber serviert wurde. Bei der Organisation des Treffens war wieder die ganze Familie eingebunden. Bettina Stefan kümmerte sich um das Frühstück, die beiden Söhne Patrick (15) und Daniel (12) um das Wohl der Gäste.

„Es ist hier immer eine sehr herzliche Aufnahme, anders als bei vielen anderen Motorradtreffen“, lobte Boll. Dem stimmte Christina Brederade aus Meppen zu. Die gebürtige Niederländerin war mit Ehemann Wilfried Peter Gödeker und einer Kawasaki ZZR 1100 mit einem EMS-Speed-Beiwagen zum Nikolaustreffen gekommen. „Es ist immer nett, sich in angenehmer Atmosphäre mit netten Leuten am Lagerfeuer zu unterhalten“, waren sich beide einig.

Ganz aus Laubach bei Gießen war Ringo Müller angereist. Seine Original MZ 250 ETZ hat eine Besonderheit. Das Motorradgespann wird von einem Dieselmotor angetrieben. „Irgendwann lief die Maschine nicht mehr richtig rund, und ich habe überlegt, was man machen kann. Ein Freund kannte dann jemanden, der sich auf Dieselumbauten versteht“, erzählte Müller. Der spartanische Seitenwagen, der nur mit Riffelblech belegt ist, dient vor allem als Transportfläche. Die hat Holger Laskowski bei seinem Gespann reichlich zur Verfügung. Denn neben einem Seitenwagen hängt hinter seinem Gespann auch noch ein Einachsanhänger. Der ist Transportvehikel und Schlafplatz in einem. „Wir wollten mal eine Tour machen, und bei den Vorbereitungen habe ich festgestellt, dass das Gespann schon 600 Kilogramm wog, ohne Beifahrer und dessen Gepäck. Da habe ich beschlossen: Jetzt kommt ein Anhänger dran.“

Auch wenn Motorradfahrer im Schnee etwas sonderbar wirken, Wintertreffen gibt es viele in Deutschland. „Eigentlich findet jedes Wochenende eines statt“, sagte Stefan, der seine Motorradgäste am Sonntag wieder verabschiedete. · msi

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