ABC-Schützen in spe und Erzieherin Jutta Witt sagen „Auf Wiedersehen“

Doppelter Abschied

Verabschiedeten sich von der „Spielinsel“: Erzieherin Jutta Witt und die „Sechserbanden-Kinder“. ·
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Verabschiedeten sich von der „Spielinsel“: Erzieherin Jutta Witt und die „Sechserbanden-Kinder“. ·

Dünsen - Von Jürgen Bohlken„Wir sagen heut‘ ,Auf Wiederseh‘n!‘“ Aus diesem Lied, das gestern im Beisein der Eltern durch den Turnraum des Dünsener Kindergartens „Spielinsel“ schallte, ließ sich gleich in zweifacher Hinsicht Wehmut heraushören. Zum einen verabschiedete sich damit Jutta Witt nach gut 18 Jahren aufopferungsvoller Arbeit als Erzieherin. Zum anderen endete für elf „Sechserbanden-Kinder“, sieben Mädchen und vier Jungen, ein Lebensabschnitt: Zwei werden nach den Sommerferien in Harpstedt und die übrigen neun in Dünsen eingeschult.

Glaubt man dem Volksmund, so beginnt dann für die angehenden ABC-Schützen „der Ernst des Lebens“. Eben diesen Titel trägt ein niedliches Kinderbuch von Ingrid Kellner und Sabine Jörg, das Jutta Witt während der gestrigen „doppelten“ Abschiedsfeier im Turnraum vorlas, während die „Sechserbanden-Kinder“ die Szenen daraus nachspielten. Das Theaterstück drehte sich um die kleine Annette, die von ihrer Mutter zu hören bekommt: „Warte nur, bis du sechs wirst und in die Schule kommst! Dann beginnt der Ernst des Lebens!“ Das Mädchen malt sich aus, was damit wohl gemeint sein könnte. Sie fragt sich sogar, ob der „Ernst des Lebens“ vielleicht ein Monster sei, das all ihre Geburtstagsgeschenke auffressen will. Doch Annettes schlimme Befürchtungen bewahrheiten sich nicht. In der Schule, so stellt sie fest, geht es ausgesprochen fröhlich zu. Da werden sogar muntere Lieder angestimmt – mit Texten wie: „Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein. Ich trag‘ auf meinem Rücken ein Ränzelein.“ Den „Ernst“ lernt das Mädchen dann aber doch noch kennen. So heißt einer ihrer Klassenkameraden.

Die Eltern kamen außerdem in den Genuss kleiner Kostproben der Arbeit aus der Schulvorbereitungsphase. Die „Sechserbanden-Kinder“, die vier Wochen lang im „Zahlenland“ geweilt und an der Grundschule Dünsen eine „Zahlenjagd“ absolviert hatten, trugen ein Lied „in verteilten Rollen“ vor. „Kinder, nehmt euch an die Hand! Wir wandern froh durchs Zahlenland“, lautete der gemeinsam gesungene Refrain. In den einzelnen Strophen verkörperten die Steppkes jeweils eine Zahl von eins bis zehn (die Zehn teilten sich zwei „Schulis“). Größtenteils selbst gemalte und gebastelte Utensilien dienten ihnen als Anschauungsmaterial. Da standen etwa Bilder der Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisch für die Vier. Ein Plakat zeigte ein Haus mit fünf Mäusen, und der Regenbogen, den ein Kind in die Höhe hielt, beinhaltete sechs Farben.

Auch ein kleiner „Ergebnisextrakt“ aus dem Sprachprogramm, das die ABC-Schützen in spe durchlaufen hatten, blieb den Eltern nicht versagt. Die „Sechserbanden-Kinder“ hatten dem von Jutta Witt mit Hilfe einer Stoff-Figur nachempfundenen Außerirdischen „Wuppi“ vom Planeten „Wupp“ Reime beigebracht und geholfen zu verhindern, dass es dessen Widersacher „Bösix“ auf den Königsthron schafft. Diese Strophen, zumeist Vierzeiler, teils aber auch etwas länger, sagten die „Fast-schon-Schüler“ vor ihrem Publikum auf. Die Mamas und Papas spendeten kräftigen Applaus für die Darbietungen.

Das besagte Sprachprogramm verdient im Übrigen durchaus das Prädikat „pädagogisch wertvoll“, weil es keinerlei Leistungsdruck aufbaute, sondern den Kindern stattdessen das Gefühl gab, wertvoll zu sein und Fähigkeiten zu besitzen, die anderen nutzen können.

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