32-Jährige und ihre Freundin erstochen

Doppelmord-Prozess kurz nach Auftakt unterbrochen

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Mord, weil Ehefrau zum Christentum übertreten wollte.

Lüneburg - Seine Frau wollte zum Christentum übertreten und ihn verlassen: Deswegen soll ein Jeside in Lüneburg die 32-Jährige und ihre Freundin erstochen haben.

Der Mann muss sich deshalb seit Dienstag vor dem Landgericht Lüneburg verantworten, ihm wird Doppelmord vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft gestand er, die Frauen umgebracht zu haben - die Freundin soll er sogar extra eingeladen haben, um sie zu töten. Bereits kurz nach Beginn wurde das Verfahren unterbrochen, weil die Verteidigung erst Einsicht in Beweismittel nehmen will, die der Staatsanwaltschaft schon länger vorliegen. Dabei geht es um 22 CDs mit Handyüberwachungs-Daten.

Hintergrund: Jesiden

Die religiöse Minderheit der Jesiden stammt aus dem Irak, aus Syrien, der Türkei und dem Iran. Die monotheistischen Jesiden sind Kurden und leben vor allem in der Gegend um die irakische Stadt Mossul und im nahe gelegenen Sindschar-Gebirge. Es ist ihnen verboten, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften zu heiraten. Viele sind wegen ihrer Verfolgung vor allem im Irak ins Ausland geflohen. Die Massaker der Terrormiliz Islamischer Staat an Jesiden im Irak haben nach Einschätzung von UN-Experten das Ausmaß von Völkermord erreicht. Die größte Exil-Gemeinschaft gibt es in Deutschland. Hier leben bis zu 90 000 Jesiden, überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

dpa

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