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Doppelmord in Delmenhorst: Urteil im Gerichtsprozess erwartet

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Von: Marcel Prigge

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Der Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn in einem Saal im Landgericht und bedeckt sein Gesicht mit einem Aktenordner, während sein Anwalt Detlev Otto Binder neben ihm steht.
Der 34-jährige Delmenhorster muss sich im Landgericht Oldenburg wegen doppelten Mordes verantworten. (Archivfoto vom 22. März) © dpa | Hauke-Christian Dittrich

Wegen mutmaßlichen Doppelmordes muss sich ein 34-jähriger Delmenhorster vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Aus Eifersucht soll er zuerst einen Mann in einer Bar und dann seine Ehefrau erstochen haben.

Oldenburg – Vor dem Landgericht Oldenburg wird der Prozess gegen einen 34 Jahre alten Mann aus Delmenhorst fortgesetzt, der sich wegen des Vorwurfes des zweifachen Mordes verantworten muss. Er soll zuerst einen Mann in einer Bar und dann seine Ehefrau erstochen haben.

Doppelmord in Delmenhorst: Aus Eifersucht mit dem Messer auf Nebenbuhler und Ehefrau eingestochen

Der 34-Jährige soll am 3. Oktober vergangenen Jahres in einer Bar in Delmenhorst einen Mann erstochen haben, von dem er glaubte, dass er eine Affäre mit seiner Frau habe. Anschließend soll der Angeklagte in der gemeinsamen Wohnung seine Frau vor den Augen der gemeinsamen achtjährigen Tochter mit 21 Messerstichen verletzt haben. Zwei Tage später verstarb die 27-Jährige im Krankenhaus. Zum Prozessauftakt im März 2022 gestand der Mann beide Taten. Sein Motiv sei Eifersucht gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

Schuldfähig oder nicht? Psychiatrisches Gutachten lässt Zweifel aufkommen

Das Urteil zum Prozess wegen des Doppelmordes in Delmenhorst sollte bereits Ende April verkündet werden. Das Landgericht Oldenburg vertagte jedoch den Termin, da eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit des 34-Jährigen im Raum stand. Laut eines psychiatrischen Gutachtens, das dem Gericht im April vorgelegt wurde, soll der Mann im Eifersuchtswahn gehandelt haben. Zudem leide er unter paranoiden Wahnvorstellungen. Sollte der Delmenhorster nicht voll schuldfähig sein, droht ihm zusätzlich zu einer Freiheitsstrafe eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Angeklagter fühlte sich verfolgt und glaubte an Mordkomplott gegen ihn

Der Angeklagte selbst gab an, dass er in der Zeit vor der Tat verstärkt Kokain konsumiert und sich von der Familie des vermeintlichen Nebenbuhlers verfolgt gefühlt habe. Außerdem habe er paranoide Vorstellungen gehabt und auch gedacht, seine Frau sei an einem Mordkomplott gegen ihn beteiligt. Diese Angaben konnten vor Gericht jedoch nicht bestätigt werden.
Ein Haar-Gutachten konnte nach Angaben eines Gerichtssprechers für den fraglichen Zeitraum keine Kokainspuren nachweisen.

Hilfe bei der Planung: Brüder des Mannes wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte der 34-Jährige Hilfe bei der Planung der beiden Tötungsdelikte gehabt haben. So wurde Anklage gegen sechs Männer erhoben; unter anderem Brüder und Cousins des Beschuldigten. Ihnen soll der Prozesse wegen Beihilfe zum Mord gemacht werden. Vier der sechs Männer sind seit vergangenen Dezember in Untersuchungshaft.

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