„Zum Schweigen verdammt“

Dem in Dötlingen lebenden Schauspieler Christian Bormann fehlen die Auftritte

Vermisst die Auftritte: der Schauspieler, Sänger und Autor Christian Bormann.
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Vermisst die Auftritte: der Schauspieler, Sänger und Autor Christian Bormann.

Dötlingen – „Seit einem Vierteljahr merke ich, dass mir die Auftritte fehlen. Es durfte keiner hören, was ich zu sagen habe, aber ich habe etwas zu sagen“, betont der freiberufliche Schauspieler, Sänger und Autor, Christian Bormann. Obwohl er mehr Optimist als Pessimist sei, sagt er: „Wenn es so weitergehen sollte, dann würde ich mir was anderes überlegen.“

Er habe genug von den Einschränkungen und vermisse die spontanen Auftritte. „Man plant größere Sachen, und dann wird vorher gesagt: Das geht nicht.“ Er hätte sich mehr Aufführungen gewünscht. „Als Darsteller möchte man sich den Menschen präsentieren, und ich bin zum Schweigen verdammt.“

Im Januar 2018 verschlug es ihn und seinen Freund Gerd Eggers, den er vor acht Jahren kennengelernt hatte, von Berlin in die Gemeinde Dötlingen. Lebten sie die erste Zeit im Tabkenhof, zogen sie Ende des vergangenen Jahres an die Straße „Zum Sande 13“, wo sie es sich in und über drei Garagen auf dem Grundstück „Vogelhoehe“ gemütlich gemacht haben. „Dötlingen war für uns ein Glücksfall“, sagt Bormann. Er fügt hinzu: „Wir waren ziemlich schnell in Dötlingen drin. Es war so, als ob wir immer hier waren“, schwärmt er. Obwohl Eggers wegen eines neuen Jobs vor Kurzem nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ist, steht für beide fest: „Wir würden gerne in Dötlingen bleiben. Auch die Leute sagen: Wir wollen, dass ihr bleibt“, erzählt Bormann.

„Als Darsteller möchte man sich den Menschen präsentieren“

Seit 30 Jahren ist der 67-Jährige Freiberufler. Er ist nicht nur in Deutschland unterwegs, sondern unter anderem auch in Rumänien und Ungarn. Seit 2015 hat er einen Stückvertrag am Deutschen Staatstheater Temeswar in Rumänien, 2019 hat er dort allerdings das letzte Mal auf der Bühne gestanden. An der Deutschen Bühne Ungarn hat er ebenfalls einen Vertrag.

In der Gemeinde Dötlingen hatte er ein paar Aufführungen. So gastierte er unter anderem im Landhotel sowie in der St.-Firminus-Kirche und gab im Gewächshaus von Olaf Schachtschneider eine Lesung. Auf dem Hof Schweers in Ostrittrum inszenierte er die Novelle „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gotthelf als szenische Lesung. Vor Kurzem hat der Künstler ein neues Projekt ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Ihr Bormann zuhaus“ stattet der Schauspieler und Theatermacher private Besuche ab und singt in den eigenen vier Wänden. Er bietet Wunschkonzerte, Lesungen und literarische Konzerte an oder singt einfach ein paar Lieder, wie er auf seiner Internetseite ankündigt.

Auftritt auf dem Event-Gasthof in Rhade geplant

Finanziell komme er gut über die Runden – „dadurch dass meine Einnahmen aus verschiedenen Quellen kommen“. An den Wochenenden arbeitet er beispielsweise beim Pflanzenhof Schachtschneider in Aschenstedt. Kürzlich hat Bormann in der neuen MDR-Serie „LebensNICEheiten“ mitgespielt. Darin kommen ältere Menschen zu Wort und geben Jüngeren etwas aus ihrem Leben mit, erklärt der 67-Jährige, der vor rund zwei Jahren den Chor „Die Azaleen“ ins Leben gerufen hat, der sich aus dem Chörchen der Kirchengemeinde heraus gebildet hat. Mittlerweile dürfen sich Bormann und die sieben Frauen auch wieder zu den Proben treffen.

Die Auftritte laufen auch wieder an. Ein paar Termine stehen bereits in Bormanns Kalender: Für den 4. September ist ein Auftritt auf dem Event-Gasthof „Kultur hinterm Feld“ in Rhade geplant. Mehrere Dötlinger Musiker werden in dem Veranstaltungshaus auftreten. Mitte November gastiere er in Celle, an dem Wochenende, 4. und 5. Dezember, steht Bormanns Operette „Der Rosentraum oder Einmal kommt das Glück“ im Dötlinger Hof auf dem Programm. Er ist zuversichtlich, dass die Aufführungen über die Bühne gehen können. Ist er eigentlich noch vor jedem Auftritt nervös? „Ja“, sagt er – aber auch voller Vorfreude.

Der Künstler sucht übrigens noch eine Pianistin oder einen Pianisten für „Konzerte und musikalisch, literarische Projekte“. Interessierte können sich bei Bormann unter der Telefonnummer 0176/103 37848 oder per E-Mail an chriborm@gmail.com melden.

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