„Zukunftsorientierten Unterricht umsetzen“

Digitalisierung an Dötlinger Grundschulen Thema im Schul- und Kulturausschuss

Für eine bessere Ausstattung: Um die finanziellen Mittel aus dem „Digitalpakt Schule“ beantragen zu können, muss ein Medienentwicklungsplan erarbeitet werden.
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Für eine bessere Ausstattung: Um die finanziellen Mittel aus dem „Digitalpakt Schule“ beantragen zu können, muss ein Medienentwicklungsplan erarbeitet werden.

Dötlingen – Die Corona-Krise zeigt noch einmal mehr auf, wie wichtig Digitalisierung ist. Um dieses Thema ging es auch am Donnerstagabend während der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses der Gemeine Dötlingen.

Bereits vor der Pandemie haben sich die beiden Grundschulen der Kommune in Zusammenarbeit mit dem Schulträger auf den Weg gemacht, um die schulseitig entwickelten Medienkonzepte umzusetzen, heißt es in der Sitzungsvorlage. An beiden Einrichtungen sei die Infrastruktur angepasst und entsprechend technisches Equipment angeschafft worden.

Welchen Stellenwert die Digitalisierung auch im Hinblick auf die Zukunft einnimmt, haben Bund und Länder erkannt und den „Digitalpakt Schule“, der am 17. Mai 2019 gestartet ist, als Grundlage für die Ausstattung von Schulen mit digitaler Technik als notwendige rechtliche Grundlage und finanzielle Unterstützung ins Leben gerufen, heißt es weiter.

Projektmanagerin erklärt, was ein Medienentwicklungsplan ist

Laut Vorgabe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung muss vorab geklärt werden, welche pädagogischen Zielsetzungen im Vordergrund stehen, damit die Ausstattung ihr Potenzial entfalten könne. Heißt: Die IT-Ausstattung und Grundstruktur muss mit den inhaltlichen Vorgaben der schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit in Einklang gebracht werden. Medienentwicklungsplanung nennt sich dieser Prozess. Die Anpassung der vorhandenen Medienkonzepte sowie die Entwicklung des daraus resultierenden Medienentwicklungsplanes für die Grundschulen in der Gemeinde Dötlingen ist laut Vorlage also als Grundlage für die Beantragung der finanziellen Mittel aus dem „Digitalpakt Schule“ notwendig. „Aus der Umsetzung dieser rechtlichen Grundlage kann der Mehrwert für eine langfristige Finanzplanung für die Digitalisierung an den beiden Grundschulen generiert werden“, heißt es weiter.

Projektmanagerin Sylke Pundt vom Hamburger Unternehmen „expand BIZ“ war digital in die hybride Sitzung zugeschaltet, um den Ausschussmitgliedern und Zuhörern zu erklären, wie eine Medienentwicklungsplanung zu verstehen ist und wie ein solcher Prozess von einem unabhängigen Projektmanagement profitiert. „Wir unterstützen Kommunen, Schulträger und Schulen im Bereich der Medienentwicklung“, erklärte sie ihre Arbeit.

Infrastruktur in vielen Schulen noch zu schwach

„Man hat festgestellt, dass die Infrastruktur in den meisten Schulen noch schwach ausgebildet ist. Es gibt viele Schulen ohne Wlan und wo die Verkabelung nicht ausreichend ausgebaut ist, um modernen Unterricht zu machen“, erklärte Pundt. Der „Digitalpakt Schule“ fördert unter anderem den Aufbau digitaler Vernetzung in Schulgebäuden sowie auf den -geländen, das schulische Wlan, pädagogische Kommunikations- und Arbeitsplattformen sowie mobile Endgeräte wie iPads oder Tablets, ging aus ihrer Präsentation hervor.

„Für uns ist es wichtig, dass sich die Schulen auf den Weg machen, den Unterricht zu verändern.“ Die Schüler sollten lernen, die technischen Geräte und Werkzeuge optimal zu nutzen – aber immer in Verbindung mit analogen Medien. „Der Mix von digitalem und analogem Unterricht ist absolut wichtig.“ Neben der Unterrichtsentwicklung zählten auch die Punkte Technik-, Personal- und Organisationsentwicklung dazu.

„Ziel ist, dass die Schulen ein rundes Konzept haben, mit dem sie die nächsten fünf Jahre gut arbeiten können und auch einen zukunftsorientierten Unterricht mit den Schülern umsetzen können.“

Ein Medienentwicklungsplan hat zwei Seiten: einen pädagogischen/medienpädagogischen (Beratung und Begleitung der Schulen) sowie einen administrativen (Projektmanagement) Teil. Pundt ging auf die Unterschiede ein: Beim administrativen Teil müssten bestimmte formale Anforderungen sichergestellt werden. „Da kümmert man sich eher um die lästigen Dinge wie Zahlen, Daten, Fakten und das Ausfüllen von Förderanträgen.“

Ausschussvorsitzende Anne-Marie Glowienka (CDU) wollte im Anschluss wissen, inwieweit sich Pundts Medienberatung von der kostenlosen des Landes unterscheidet. „Wir unterstützen wesentlich individueller und umfangreicher“, nannte Pundt einen Vorteil. Ditte Höfel (CDU) sagte: „Ich habe das Gefühl, wir machen den ersten Schritt nach dem zweiten.“ Und weiter: „Bei der letzten Sitzung hatte ich das Gefühl, die Schulen waren zufrieden damit, wie gearbeitet wird. Da stellt sich mir die Frage: Brauchen wir dafür jemanden von außen oder kann man das nicht mit dem vorhandenen Personal machen?“ Pundt machte deutlich, dass nicht ihre Absicht sei, die bisherigen Konzepte zu bewerten. „Unsere Überlegung ist, Sie zu unterstützen und zu schauen, wo kann man sich weiterentwickeln, was gibt es auf dem Markt? Es geht nicht darum, Tabula rasa zu machen und von neu anzufangen. Es soll darum gehen zu schauen, welche Möglichkeiten es noch gibt.“

Die Ausschuss-Mitglieder empfahlen mehrheitlich, die Verwaltung zu beauftragen, die Medienentwicklungskonzeption für die Grundschulen in der Gemeinde Dötlingen unter Hinzuziehung eines unabhängigen Projektteams zu erarbeiten.  

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