Zu viele Kinder, zu wenig Platz

Aufstellung eines Containers und Kita-Neubau Themen im Jugendausschuss

Die Übergangslösung solle am Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt geschaffen werden.
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Die Übergangslösung solle am Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt geschaffen werden.

Dötlingen – Es könnte eng werden: In der Gemeinde Dötlingen gibt es nicht genügend Kindergartenplätze für das Kindergartenjahr 2021/2022. Um dieses Thema ging es unter anderem während der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sport- und Sozialausschusses der Gemeinde.

Das Kindergartenjahr beginnt jeweils am 1. August und endet im darauffolgenden Jahr am 31 Juli. Anmeldefrist war der 30. September 2020. Dennoch gehen laut Verwaltung laufend weitere Anmeldungen ein. Da es einen Rechtsanspruch auf Betreuung gibt, ist für alle Kinder eine zu gewährleisten, auch wenn die Anmeldungen kurzfristig abgegeben werden. Laut Verwaltung sind demnach bis zum Start am 1. August „dringend Lösungen zu finden“. Die Gemeinde und der Landkreis Oldenburg haben den Bau eines eingruppigen Kindergartens mit 25 Plätzen in Modulbauweise als Übergangslösung herausgearbeitet. Als Standort bietet sich laut Sitzungsvorlage eine Fläche neben dem Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt an.

Anmeldeverhalten habe sich verändert

Doch warum gibt es zu wenig Plätze? Insbesondere die „Flexi-Kinder“ seien ein Grund zur Schaffung einer weiteren Gruppe. Das sind Jungen und Mädchen, die zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden. In diesen Fällen können deren Eltern entscheiden, ob ihre Kinder schon in diesem Spätsommer eingeschult oder lieber noch ein Jahr zurückgestellt werden sollen.

Wenn alle „Flexi-Kinder“ in der Einrichtung bleiben, könnten im extremsten Falle – wie es in der Vorlage heißt – bis zu zwölf Kindergartenplätze fehlen. Die betreffenden Kita-Leitungen wurden gebeten, Kontakt mit den Eltern aufzunehmen, deren Kinder eine flexible Einschulung nutzen könnten. Dabei hat sich laut Vorlage herausgestellt, dass der überwiegende Teil die Möglichkeit der flexiblen Einschulung nutzen wird, „sodass die Annahme des ,extremsten Falles‘ gerechtfertigt ist. Berücksichtigt man die fortgeschriebenen Zahlen vom 22. April 2021 (zwölf weitere Anmeldungen) fehlen 24 Kindergartenplätze“, heißt es. Hinzu komme, dass sich das Anmeldeverhalten verändert habe und Eltern ihre Kinder für eine längere Betreuungszeit anmeldeten. Würde ein Kindergarten in Modulbauweise errichtet, reichten die Plätze aus. Das Ganze würde einmalig 65 700 Euro kosten (Aufbau, Montage, Platzvorbereitung, Ausstattung). Die Laufenden Kosten pro Jahr (Miete, Personalkosten, Energiekosten) würden maximal 165 000 Euro betragen, ist der Vorlage zu entnehmen.

Bis zum 1. August muss Modulbau stehen

Wieland Garms (FDP) äußerte seine Bedenken: „Was ich auf dem Herzen habe: Kriegen wir bis zum 1. August gewuppt, in Neerstedt, Container aufzustellen?“ Bürgermeister Ralf Spille (CDU) sagte dazu: „Wir gehen davon aus, dass das Ganze zum Kindergartenjahr steht.“ Was aus seiner Sicht noch viel wichtiger sei, ist, „dass wir rechtzeitig Personal bekommen“.

Da es sich bei dieser Einrichtung in Modulbauweise lediglich um eine Übergangslösung handelt, möchte die Gemeinde eine mindestens zweigruppige Kindertagesstätte neu bauen. Aufgrund der Entwicklung der Kommune – unter anderem in Bezug auf geplante Neubaugebiete – und den Kinderzahlen geht die Verwaltung davon aus, dass der Bedarf auch in den folgenden Jahren weiter gegeben sein wird. „Diese Situation ist seit Jahren bekannt. Daher wurde bereits im Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2019 der Neubau einer Kindertagesstätte veranschlagt“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Im Frühjahr 2019 hat sich der Arbeitskreis „Kindertagesstätten“ gegründet. Danach beschloss der Gemeinderat zunächst die Umsetzung folgender Maßnahmen zur Schaffung von Angeboten zur Kinderbetreuung zum Beginn des Kindergartenjahres 2020/2021: die Einrichtung eines Waldkindergartens (15 Plätze), die Etablierung der Kleingruppe in der Kita „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt (zehn Plätze), die Etablierung von 22 Plätzen in der Kita „Dötlinger Strolche“ durch den „Umzug“ der Hortbetreuung in die Grundschule Dötlingen, die Errichtung einer eingruppigen Einrichtung in Modulbauweise in Brettorf („Kleeblatt“ mit 25 Plätzen) sowie der Betrieb von zwei Großtagespflegestellen (20 Plätze).

Reichen 1 210 000 Euro für einen Neubau?

In diesem Zusammenhang wurde laut Sitzungsvorlage der Neubau einer Kindertagesstätte im Investitionsprogramm des Haushaltsplanes für das Haushaltsjahr 2020 im Finanzplanungsjahr 2022 mit einer Summe von etwa 1 210 000 Euro veranschlagt.

Um den Neubau einer mindestens zweigruppigen Kindertagesstätte möglichst zeitnah realisieren zu können, müsse ein Nachtragshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 aufgestellt werden, machte Spille deutlich.

Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelt, ob die 1,2 Millionen Euro ausreichend seien. Dem schloss sich Wieland Garms an: „Die Preise für Baustoffe kennen nur noch eine Richtung. Es ist unglaublich, wie die Preise teilweise durch die Decke gehen. Sie haben sich fast verdreifacht.“

Die Ausschussmitglieder schlossen sich einstimmig dem Beschlussvorschlag an, dass der Neubau einer mindestens zweigruppigen Kita forciert wird, der Arbeitskreis „Kindertagesstätten“ den Standort erörtern soll und dass weitere Schritte zur Aufstellung eines ersten Nachtragshaushaltplanes eingeleitet werden sollen.

Krippenplätze

Laut Sitzungsvorlage sind in der Gemeinde Dötlingen für das Kindergartenjahr 2021/2022 ausreichend Krippenplätze vorhanden. Es könnten zwar nicht alle Jungen und Mädchen in ihrer Wunscheinrichtung untergebracht werden, aber in der Kita Neerstedt sind ausreichend Krippenplätze frei, sodass sie dort aufgenommen werden können.

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