Vom Ziegendompteur bis zum Trapezkünstler

Neerstedter Schüler erleben Projektwoche mit dem Mitmachzirkus „Eldorado“ 

+
Bill Thiel zeigt den Schülern der Trapez-Gruppe ein paar Kunststücke, die sie anschließend für die Auftritte einstudieren. 

Neerstedt - „Wenn alles klappt, dann läuft unsere Ziege bei den Vorstellungen auf zwei Beinen“, erzählen Joey und Fyn. Die beiden Neerstedter Schüler schlüpfen im Zuge der Projektwoche mit dem Lilienthaler Mitmachzirkus „Eldorado“ der Familie Thiel in die Rolle von Tierdompteuren. 

Nach einer kleinen Kennenlernrunde am Montag üben die Mädchen und Jungen der Grund- sowie der Sprachheilschule seit Dienstag neun verschiedene Nummern für ihre Auftritte am Freitag ab 16 Uhr sowie am Sonnabend ab 10 Uhr ein. Dann wollen sie ihre Mütter und Väter, Geschwister sowie Großeltern mit ihrem Können begeistern.

Die Fortschritte sind schon nach einer Stunde beachtlich. Am Trapez im Zirkuszelt, das das „Eldorado“-Team bereits am Sonntag auf dem Neerstedter Sportplatz errichtet hat, feilen die Kinder unter der Anleitung von Bill Thiel an den ersten Figuren. Der Profi zeigt, wie es geht, der Nachwuchs macht es nach. Hier und da korrigiert Thiel: „Füße strecken!“, fordert er auf und gibt gleichzeitig noch ein paar nützliche Tipps. 

Hundedressur besonders beliebt

Ein paar Meter weiter probt die Lasso- und Jonglage-Gruppe. Die Lehrerinnen, die das Treiben im Zirkuszelt beobachten, sind begeistert und loben die Konzentration der Kinder. Jeweils anderthalb Stunden trainieren die Schüler pro Tag – in zwei Etappen. Während sich die einen als Artisten versuchen, arbeiten die anderen das Thema „Zirkus“ im Klassenverband fächerübergreifend auf. Dann tauschen die Gruppen.

Zu den beliebtesten Nummern gehört die Hundedressur, die Nadine Thiel mit den Mädchen und Jungen einstudiert. Zwischen den Proben gibt es Verschnaufpausen, in denen Schüler und Hunde beispielsweise Fußball spielen. Dann wird es wieder ernst: „Ich brauche drei mutige Kinder“, sagt Nadine Thiel. Die Finger schnellen in die Höhe. Jeder möchte die Reifen festhalten, durch die dann die Hunde springen.

„Zu den Ziegen muss man eben erst eine Beziehung aufbauen“

Von solch einem Erfolg sind Fyn und Joey mit ihrer Ziege, die übrigens „Stinky“ heißt, weit entfernt. „Sie ist die dickste Ziege hier und nur am Fressen“, erzählen die Jungen. Noch sind aber ausreichend Tage Zeit, um sich anzufreunden und Kunststücke einzustudieren. „Zu den Ziegen muss man eben erst eine Beziehung aufbauen“, hatte Bill Thiel zuvor erklärt. Und so laufen die Kinder mit den Tieren an der Leine über den Sportplatz. Ähnlich verhält es sich mit den Lamas sowie den Ponys. Letztere erhalten zunächst jede Menge Streicheleinheiten und Leckerlis, ehe das Voltigiertraining beginnt.

„Die ersten ein bis zwei Tage sind die Schüler oft noch ein bisschen schüchtern. Aber sie tauen schnell auf und machen gut mit“, weiß Angelique Mercedes Thiel. Die Zirkusfamilie besteht aus zwölf Geschwistern, drei Schwägerinnen – „und am Freitag zur Aufführung schaut auch noch unsere Mutter vorbei“, erzählt sie. 

Tier-Nummern bei Landkindern beliebt

Die Arbeit mit den Kindern mache allen Spaß. Und die meisten Mädchen und Jungen lernten in kurzer Zeit erstaunlich viel. „Einige wachsen über sich hinaus.“ Während auf dem Land die Tier-Nummern sehr beliebt seien, meldeten sich Stadtkinder eher für Gruppen wie „Trapez“, „Bodenakrobatik“ und „Cheerleading“ an. In Neerstedt sind aber auch sie gefragt. Aus Platzgründen wird in der Turnhalle und der Aula trainiert.

Mit dabei sind natürlich auch die Clowns, die nicht nur Späße einstudieren, sondern auch lustige Namen erhalten haben. Und so darf sich das Publikum auf „Tictac“, „Opi“ und „Kaugummi“ freuen. - ts

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kampf gegen die Buschfeuer in Kalifornien geht weiter

Kampf gegen die Buschfeuer in Kalifornien geht weiter

Wetter bleibt ungemütlich

Wetter bleibt ungemütlich

Weihnachtskonzert des Gymnasiums am Wall

Weihnachtskonzert des Gymnasiums am Wall

Neue Autos 2018: Vor allem Geländewagen kommen

Neue Autos 2018: Vor allem Geländewagen kommen

Meistgelesene Artikel

Hintergründe des Bemühens um Kirchenverkauf

Hintergründe des Bemühens um Kirchenverkauf

Südkoreanische Landwirte besuchen BBS Wildeshausen

Südkoreanische Landwirte besuchen BBS Wildeshausen

Fünf Stunden im Wasser des Krandelbades

Fünf Stunden im Wasser des Krandelbades

70 Einsatzkräfte bei Schuppenbrand in Brettorf

70 Einsatzkräfte bei Schuppenbrand in Brettorf

Kommentare