Zeichnungen von Hans-Dieter Haren schmücken die Müller-vom-Siel-Kate

Berühmte Autoren zeigen sich in Dötlingen

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Gerti Essing ist ein großer Fan der literarischen Arbeit von Hermann Hesse. Umso mehr freut es sie, dass auch er in der Ausstellung vertreten ist.

Dötlingen - Von Sophie Filipiak. Heinrich Böll, Günter Grass und Thomas Mann sind zu Besuch in Dötlingen – natürlich nicht in Natura, sondern auf Papier gebannt. Der Dötlinger Künstler Hans-Dieter Haren zeigt zehn seiner Porträts von Literaturnobelpreisträgern in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen. Morgen wird die Ausstellung um 11 Uhr feierlich eröffnet.

„Wir wollten die Zeit sinnvoll nutzen zwischen der GartenKultour und der Ausstellung von Theo Leijdekkers, Swanny Beukema und Robert van Westendorp“, erklärt Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung. „Es ist auch ein Ausdruck des Respekts vor diesem Künstler.“

Von weitem kann der Betrachter die Bilder mit Fotografien verwechseln, in Wirklichkeit aber sind es akkurate Bleistiftzeichnungen. „Es ist schon der Wahnsinn, was Haren mit dem Bleistift alles machen kann“, schwärmt Essing. „So was möchte ich auch gern können.“

Chronologisch sind die Werke, von denen die meisten 2009 entstanden sind, an den Wänden platziert. Daneben informieren kleine Info-Tafeln über den Werdegang des abgebildeten Schriftstellers und wann er den Literaturnobelpreis erhalten hat. Unter den Zeichnungen selbst hat Haren immer ein Zitat des Autoren hingeschrieben.

Besonderes die Augen scheinen es dem Künstler angetan zu haben. Strahlend blicken die Preisträger aus den Bildern, aber nur in den seltensten Fällen blicken sie den Betrachter selbst an.

So filigran und detailverliebt die Werke sind, so sparsam ist dabei der Einsatz von Farbe. Da schimmern aus der einen Ecke der blaue Hemdkragen von Thomas Mann und aus der anderen die roten Lippen von Herta Müller.

Die Darstellung von Günter Grass scheint in der Ausstellung aus dem Rahmen zu fallen. Während die anderen in ihrer Bewegung erstarrt sind, scheint sich Grass gerade mit seiner rechten Hand durch seine langen, zerzausten Haare zu fahren. Leicht ratlos blickt er drein, als wüsste er nicht, was er dort zu suchen hat.

Neben den Bildern sind auch zwei Büsten der Dötlinger Künstlerin Elke Tholen ausgestellt. Die „Kopf-Metamorphose“ und „Bei sich“ setzten dezente Blickpunkte in dem großen Ausstellungsraum.

Zur Ausstellung sind alle Kunstliebhaber eingeladen. „Haren plant auch zu kommen“, erklärt Essing. Für eine kleine Erfrischung sei gesorgt.

Die Kate ist am Wochenende von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Für Gruppen wird auch außerhalb dieser Zeit geöffnet. Anmeldungen nimmt Thea Freiberg unter Telefon 04432/547 entgegen. „Aber wir haben schon die Erfahrung gemacht, dass wenn unter der Woche die Tür offen ist und Licht brennt, die Leute auch einfach so spontan in die Kate kommen“, so Essing. Das sei auch in Ordnung so.

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