„Musik verbindet“

Zwei Ehrenamtliche von „mischMIT!“ musizieren zusammen mit Menschen mit Behinderungen

Ausgestattet mit Instrumenten begleiten die Bewohner der Pflegeeinrichtung „Wohn- und Ferienhaus“ in Neerstedt die ehrenamtlichen Musiker Marianne Stommel (Akkordeon) und Peter Adamczyk (Gesang und Gitarre).
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Ausgestattet mit Instrumenten begleiten die Bewohner der Pflegeeinrichtung „Wohn- und Ferienhaus“ in Neerstedt die ehrenamtlichen Musiker Marianne Stommel (Akkordeon) und Peter Adamczyk (Gesang und Gitarre).

Neerstedt – Gesang, Instrumente und gute Stimmung: Die Grillhütte auf dem Gelände der Pflegeeinrichtung „Wohn- und Ferienhaus“ in Neerstedt hat sich am Mittwochvormittag in eine kleine Konzerthalle verwandelt. Dabei ertönten unter anderem Lieder wie „Marina“, „Westerland“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

Rund 20 Bewohner, die allermeisten ausgestattet mit rhythmischen Instrumenten, lauschten dabei den Klängen von Marianne Stommel und Peter Adamczyk.

Seit Sommer musizieren die beiden zusammen mit den Frauen und Männern der Einrichtung. Stommel spielt auf ihrem Akkordeon, der 69-Jährige singt und begleitet auf der Gitarre. Normalerweise musizieren die beiden Ehrenamtlichen nicht zusammen, sondern im Wechsel. Es war also für alle Anwesenden eine Premiere.

Stommel musiziert seit 20 Jahren in der Diakonie Himmelsthür 

Marianne Stommel und Peter Adamczyk musizieren für die Bewohner des Wohn- und Ferienhauses in Neerstedt.

Und so kam es dazu: Stommel und Adamczyk hatten eine Anzeige von „mischMIT! gesehen und sich daraufhin bei der Freiwilligenagentur gemeldet, berichtet dessen Leiter Thorben Kienert, der sich sehr über die Engagierten freut. Nicht nur diese könnten von dem Angebot profitieren, sondern auch die Menschen aus der Pflegeeinrichtung. „Sie sind auch sehr dankbar darüber. Musik verbindet ja auch“, findet er.

Zwar habe es schon vorher Musikangebote im Pflegeheim gegeben, aber das Singen sei nicht unbedingt die Lieblingsbeschäftigung der Mitarbeiter gewesen, sagte die Leiterin des Wohn- und Ferienhauses, Christiana Schulze, und lachte. „Wir haben im Haus auch Instrumente. Wer mitsingen möchte, singt mit, wer ein Instrument haben möchte, spielt mit.“ Generell solle kein Zwang entstehen. „Es ist für alle wichtig, gerne mitzumachen“, fügte Kienert hinzu. Das gemeinsame Musizieren kommt laut der Heimleiterin gut an: „Die Bewohner freuen sich wahnsinnig. Es ist ein Angebot, das sehr beliebt ist.“ Einige der insgesamt 42 Bewohner, die in den Delme-Werkstätten arbeiten, hätten sich sogar freigenommen, um am Vormittag mit dabei sein zu können. Einen festen Termin haben die beiden Engagierten nicht. „Wir machen das immer nach Absprache, aber im Moment wollen sie es mittwochs im Wechsel machen“, so Schulze. Je nach Wetterlage werde drinnen oder draußen musiziert.

Adamczyk habe bereits in einem Seniorenheim in Beckeln Musik gemacht, unter den Zuhörern seien auch Demenzkranke gewesen, erzählte er. „Ich spiele seit meinem 18. Lebensjahr Gitarre. Es hat mir Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben.“ Das gemeinsame Musizieren habe positive Auswirkungen auf die Menschen: „Es ist gesellig. Einer hat auch direkt seine Mundharmonika mitgebracht und mitgespielt.“

„Es geht um Spaß, um Lockerheit“

Der 66-jährigen Stommel mache es genauso viel Spaß. „Ich habe auch schon viel Übung damit, ich mache das schon seit 20 Jahren bei der Himmelsthür“, sagte sie. „Ich verlasse eine Gruppe immer anders, als ich sie betreten habe.“ Sind die Personen anfangs vielleicht noch etwas zurückhaltender, seien sie nach einer Stunde Singen ganz anders drauf, „auch Leute, die sich kaum artikulieren können, haben Spaß daran“. Die Musikrichtung sei bei ihren Besuchen ganz verschieden. „Volkslieder, alte Schlager oder auch mal Quatschlieder. Es geht um Spaß, um Lockerheit.“

Mit den Worten „Das war unser Schlusslied. Bis zum nächsten Mal, bald kommen wir wieder“ verabschiedete sich Stommel von den Zuhörern.  

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