Iserloyer haben sich ihre eigene Miniatur-Welt gebaut

Willkommen in Sikuhausen

Haben beim Beackern des Kaffeesatzes ihren Spaß: Florian Hooge-Hehmann, Inken, Louisa, Michael Garms, Kai Ostendorf und Kian (v.l.).

Iserloy - Von Tanja Schneider. Die Gemeinde Dötlingen hat einen neuen Ortsteil: Er heißt Sikuhausen, ist fest in privater Hand und erstreckt sich über rund 100 Quadratmeter. Die genaue Einwohnerzahl ist nicht bekannt. Aber wahrscheinlich leben dort mehr Tiere als Menschen. Es gibt einen Bauernhof mit Scheunen sowie Ställen, eine Biogasanlage und sogar eine Genossenschaft. Auch das Straßennetz ist hervorragend ausgebaut. Geschaffen haben Sikuhausen Michael Garms, Kai Ostendorf und Florian Hooge-Hehmann auf einem Iserloyer Dachboden. „Als Spielparadies für unsere Kinder“, meinen sie und müssen prompt grinsen. Denn die drei Männer verbringen dort mindestens genauso viel Zeit wie der Nachwuchs.

Mit dem Bau der Landschaft haben sie im November begonnen. Auslöser war ein Trecker des Lüdenscheider Spielzeugherstellers Sieper, mit dem Garms Sohn Ole gerne spielte. Die Siku-Modelle kommen nicht nur bei Kindern gut an, sondern sind auch begehrte Sammler-Objekte. Mittlerweile gibt es ferngesteuerte Racing-Autos und landwirtschaftliche Maschinen sowie ganze Siku-Welten, die errichtet werden können. Bestes Beispiel ist die Miniatur-Landschaft von Gerd Mohr in Schleswig-Holstein. „Dort waren wir mal zu Besuch, und haben uns anschließend gedacht, dass wir so etwas auch aufbauen könnten“, berichtet Garms. Mit dem alten Boden war schnell Platz für das Vorhaben gefunden.

Anders als auf dem Hof Mohr soll das Sikuhausen der Iserloyer aber nicht zur öffentlichen Attraktion werden. „Es ist ein reines Hobby“, betont das Trio. Die eigenen Kinder könnten dort mit ihren Freunden spielen, die Erwachsenen basteln weiter – und drehen ab und an selbst ein paar Runden mit den Traktoren. Eine Ausnahme machen sie für das Ferienpass-Programm der Gemeinde Dötlingen. „Dann darf eine Gruppe von Kindern vorbeischauen“, so Garms.

Die Spielfläche ist rund 70 Quadratmeter groß und erstreckt sich über zwei Ebenen. Die Grundlage bilden selbst gebaute Tische. Eine Straße verbindet die Scheune mit der Biogasanlage samt Silos, mit der Genossenschaft, den Weiden und Ställen sowie mit dem Acker und dem Bauernhaus. Während die Fahrzeuge, Gebäude, Tiere und Bäume gekauft sind, haben die Männer mit Unterstützung ihrer Frauen bei der Dekoration der Landschaft Kreativität bewiesen. So entstanden nicht nur Zäune und ein – zugegebenermaßen recht dreieckiger – Teich mit laut Ostendorf außergewöhnlich starkem Wellengang, sondern auch eine große Ackerfläche aus Kaffeesatz. Dieser hat einen Vorteil. „Die Kinder sehen, wo sie schon gepflügt haben“, erklärt Garms. Da privat nicht ausreichend Kaffeesatz zusammengetragen werden konnte, sammelte Mutter Gisela Garms im Golf- und Gartencafé fleißig mit.

Das Beackern der Fläche macht dem Nachwuchs ebenso viel Spaß wie das Auf- und Abladen. Dafür stehen stehen diverse Anhänger zur Verfügung, die an die ferngesteuerten Trecker gehängt und mit einen Knopfdruck gekippt werden können. Louisa Garms zeigt, wie es geht. Aus der Scheune holt die Schülerin den Anhänger, befestigt ihn an einem der insgesamt zwölf Traktoren und greift nach der schwarzen Fernbedienung. Schon biegt ihr Gespann auf die Straße. „Nicht so schnell, sonst wirst du geblitzt“, meint Ostendorf. Denn ein Starenkasten befindet sich auf der Strecke ebenso wie eine Ampel.

Im Kreisverkehr muss Louisa kurz zurücksetzen, um die Kurve zu kriegen. „Dabei haben wir den Straßenbelag schon optimiert“, sagt Garms. Die erste Version war recht rutschig, sodass noch eine Spachtelmasse rauf musste. Louisa ist inzwischen beim Silo angekommen und schaufelt ein Gemisch aus Sägespänen und Kork auf den Anhänger. Dann fährt sie auf die Waage. 1223 Gramm zeigt sie an. Die Ladung soll nun zur Genossenschaft. Vorbei an der Biogasanlage geht es die Auffahrt hinauf zum Turm. Sie kippt die Ladung ab, die durch ein Gitter nach unten rieselt. „Dort könnte man nun wieder aufladen“, sagt Garms.

Dass Sikuhausen längst noch nicht fertig ist, zeigen ein paar noch recht kahle Bereiche. „Wir können noch jede Menge machen“, sagt das Männer-Trio, dass derzeit von einer Beleuchtung träumt. Neben Straßenlaternen sollen auch Leuchten für die Ställe her. „Dann könnten wir sogar Tag und Nacht simulieren“, meinen die Iserloyer. Auch an der Deko soll weiter gebastelt werden. Einige Bereiche sind aber bereits liebevoll „eingerichtet“. Auf den Weiden grasen Pferde und Schafe, daneben liegen die Strohballen, und im Stall sitzt sogar eine Figur auf einem Melkschemel. Neben Kühen gibt es auch Schweine, Hühner, Kaninchen und sogar einen Gorilla, der das Silo erklommen hat.

Angedacht ist noch die Erweiterung des Fuhrparks. Dabei drehen neben den Siku-Control-Modellen, die für Kinder leicht zu steuern sind, auch schon Racing-Fahrzeuge ihre Runden. „Die sind nicht ganz so leicht zu kontrollieren“, weiß Garms. „Aber vielleicht machen wir trotzdem noch eine Rennstrecke.“ Die anderen haben ebenfalls noch Ideen. „Es gibt kein fertig“, sagen sie und müssen wieder grinsen.

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