Wildeshauser Hubert Vorwerk stellt im Dötlinger Lopshof aus

Auf dem ersten Blick so, auf den zweiten ganz anders

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„Sid“ – so lautet der Titel des Gemäldes von Hubert Vorwerk. Das namensgebende Faultier – bekannt aus einem Animationsfilm – erkennt der Betrachter nicht sofort.

Dötlingen - Von Sophie Filipiak. Ist es ein Waschbär? Oder vielleicht ein Affe? „Eigentlich ist das ein Löwe“, erklärt Hubert Vorwerk schmunzelnd. Dass der Betrachter des Ölgemäldes „Sid“ nicht gleich darauf kommt, was auf diesem abgebildet ist, findet der Künstler nicht schlimm. „Es soll ja auch die Fantasie anregen.“ Einige seiner Werke stellt der Wildeshauser unter dem Titel „Vorwerke“ ab Mittwoch im Dötlinger Lopshof aus.

Normalerweise hängen in den Räumen des Lopshofes alte Fotografien aus der Geschichte des Gebäudes. „Nun wollten wir aber etwas Farbe und Moderne hineinbringen“, sagte Marita Tzschoppe von der Norle, die das Café und Restaurant betreibt.

Seit 44 Jahren schwingt Vorwerk den Pinsel. Vorbild war sein Vater, der Landschaften mit Aquarell-Technik malte. „So habe ich auch früher gearbeitet, aber dann habe ich die Ölfarbe entdeckt“, so der Künstler, der als sozialpädagogischer Familienhelfer in Sandkrug arbeitet. Er empfindet Öl als das verbindende Element in seinen Werken. Denn dort können sich auch schon mal 15 Figuren auf einmal auf der Leinwand tummeln.

Manche Bilder entstanden mit dem Pinsel andere mit dem Spachtel. Viele sind sehr abstrakt gehalten, auf anderen wiederum sind die Motive klar ersichtlich.

Während der Arbeit an den Gemälden lässt sich Vorwerk gern überraschen. „Manchmal entdecke ich plötzlich Umrisse, die ich dann bewusst herausarbeite“, erklärt der 56-Jährige. Er male auch nicht kontiniuierlich, sondern immer dann, wenn ihn die Muse packt. Da können auch schon mal Werke entstehen, die sich in ihrer Motivwahl ähneln. Wie die drei Darstellungen von Geierköpfen. „Da hatte ich einen regelrechten Geier-Anfall“, erklärt der Künstler.

Auch Doppeldeutigkeit ist ein wiederkehrendes Thema bei ihm. So entpuppt sich die Darstellung einer Schlucht mit einem roten Abendsonne-Himmel bei genauerem Hinsehen als ein Frauen-Akt. „Zum Glück sind hier die Räume gegeben, um die Werke von fern und nah zu erkunden“, so Vorwerk.

Er stellt zum ersten Mal in Dötlingen aus. Interessierte können die Bilder bis zum 30. August zu den üblichen Öffnungszeiten des Lopshofes besichtigen.

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