Gewerbegebiet Hockensberg 

„Das ist wilder Aktionismus“

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Die Planungen für das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet in Hockensberg schreiten voran. Der Standort wird sowohl von den Einwohnern, die klagen wollen, als auch von der FDP abgelehnt.

Hockensberg - Das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet am Brakland in Hockensberg bleibt ein Streitthema. Das zeigte sich am Donnerstagabend während der Sitzung des Dötlinger Gemeinderates im Brettorfer Schützenhof. Dort wollte Hauptamtsleiterin Katrin Albertus-Hirschfeld stellvertretend für den Bürgermeister eigentlich nur über den aktuellen Stand informieren. Die Folge war eine von der FDP angestoßene Diskussion – zum einen ging es den Liberalen erneut um den Standort, zum anderen um die 115 000 Euro, die als Planungskosten im investiven Bereich des Haushaltsplanes stehen.

Laut Albertus-Hirschfeld liegt der Verwaltung seit der vergangenen Woche ein Vertragsentwurf vor, der die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kommunen regeln soll. Bekanntlich möchte Dötlingen das Gebiet gemeinsam mit der Stadt Wildeshausen, der Gemeinde Prinzhöfte und der Samtgemeinde Harpstedt entwickeln. Der Landkreis Oldenburg habe Unterstützung zugesagt und werde die Beratungskosten mit 25 Prozent bezuschussen, so Albertus-Hirschfeld. Der Vertragsentwurf werde derzeit geprüft und müsse dann den Räten aller Beteiligten zur Abstimmung vorgelegt werden.

Untersuchungen laufen bald an

Die Untersuchungen zur verkehrstechnischen Erschließung sowie zur Schmutz- und Regenwasserbeseitigung sollen demnächst anlaufen. Bei Letzterer gelte es zu ermitteln, ob das Abwasser besser in Richtung Wildeshausen oder Harpstedt geleitet wird. „Hier hat die Stadt Wildeshausen ein Büro beauftragt, das sich der Problematik annimmt“, berichtete Bauamtsleiter Uwe Kläner. Er informierte zudem darüber, dass derzeit „Vogelzähler vor Ort sind“.

Aufgrund der interkommunalen Zusammenarbeit sei die Maßnahme förderfähig. Dies habe laut Albertus-Hirschfeld ein Vertreter der NBank bestätigt. Die Gemeinde hat für dieses Jahr nicht nur Mittel im Ergebnishaushalt bereitgestellt, sondern auch 115 000 Euro im investiven Bereich, wobei sie eine Beteiligung der Partner in Höhe von 55 Prozent erwartet. Die FDP hätte diese Summe gerne mit einem Sperrvermerk versehen, „so lange der Rat noch keinen Einblick in den Vertrag hatte“, begründete der Fraktionsvorsitzende Claus Plate. Einen entsprechenden Antrag lehnte das Gremium aber mit großer Mehrheit ab. „Wir wollen schließlich wissen, was für Kosten auf uns zukommen. Und das erfahren wir nur, wenn wir Mittel für Untersuchungen wie die Abwasserbeseitigung zur Verfügung stellen“, sagte Rudi Zingler (SPD). Gabriele Roggenthien (Bündnis90/Die Grünen) fragte sich, was die Spielerei der FDP soll. „Entweder will man Geld im Etat haben oder man will es nicht.“

SPD will klares Statement

Auf die Liberalen trifft wohl Letzteres zu. Sie hatten schon damals bei der Standortentscheidung gegen das Brakland gestimmt. „Und wir sind nach wir vor gegen die Entwicklung“, betonte Constanze Wegjahn. „Wir graben hier ein totgeglaubtes Kind wieder aus.“ Wegjahn sprach von wildem Aktionismus. Angesichts der bevorstehenden Klagen der Einwohner sei eine Umsetzung fraglich – und zeitnah schon gar nicht realisierbar. Wie auch Plate plädierte sie dafür, stattdessen ein langfristiges Konzept zu entwickeln und sich dabei nicht nur auf Harpstedt und Wildeshausen, „die seit Jahren nichts auf die Reihe bekommen haben“, zu konzentrieren. „Wir sehen einzig in Großenkneten eine Entwicklung, und die haben wir nicht im Boot“, kritisierten sie. Das Millionenprojekt wirft laut Plate einfach noch zu viele Fragen auf. „Wir sollten deshalb alle an einen Tisch holen und Ideen für die Zukunft entwickeln.“

Der SPD stellt sich erst einmal nur eine entscheidende Frage. Wie steht Wildeshausen wirklich zu dem Vorhaben? Denn aus der Kreisstadt höre man immer wieder Gerüchte. „Unter anderem, dass wir es nicht auf die Reihe kriegen würden“, teilte Thore Güldner mit. „Wir wünschen uns deshalb ein klares, offizielles Statement der Bürgermeister.“ Generell begrüßten die Sozialdemokraten aber, dass es jetzt weitergeht – ebenso wie die CDU. Dessen Fraktionsvorsitzender Willi Niehoff betonte, dass sich in Hockensberg „nichts entwickeln soll, was von uns nicht gewünscht ist“.

ts

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