Grundsatzfrage unbeantwortet

Ausschuss diskutiert Richtung für den Tourismus in Dötlingen

Für Touristen haben die Gemeinde und vor allem das Dorf Dötlingen einiges zu bieten. Nun stellt sich die Frage, ob das Vorhandene gesichert oder der Fremdenverkehr weiter ausgebaut werden soll. - Archivfoto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Einstimmig hat der Schul- und Kulturausschuss während seiner Sitzung am Donnerstagabend die Prioritätenliste zur Umsetzung des Tourismuskonzeptes empfohlen und sich anschließend – aus Versehen – für den Antrag der Grünen auf Einrichtung eines moderierten Arbeitskreises ausgesprochen.

Ditte Höfel (CDU) und Insa Huck (SPD) votierten gegen den Vorschlag, Dirk Orth (Grüne), Eckehard Hautau (FDP) und die Ausschussvorsitzende Anne-Marie Glowienka (CDU) dafür. Letztere merkte nicht rechtzeitig, dass sie an falscher Stelle die Hand gehoben hatte. Da der Antrag aber ohnehin noch den Verwaltungsausschuss passieren muss, ist der Arbeitskreis keineswegs gesetzt.

Der Abstimmung war eine lange Diskussion vorausgegangen, in der nicht die Inhalte der Prioritätenliste im Fokus standen, sondern grundsätzliche Fragen. In welche Richtung soll sich der Tourismus entwickeln? Soll das Vorhandene ausgebaut oder einfach nur die Qualität gehalten werden? Was sind die Ziele? 

Hier setzt der Antrag der Grünen an (wir berichteten). Ihren Vorstellungen nach stellt ein Arbeitskreis ein Leitbild auf, nach dem die künftigen Maßnahmen ausgerichtet werden. Auf Basis des im Mai vorgestellten Konzeptes sollte ein nachhaltiger Tourismus entwickelt werden. „Und dies funktioniert nur, wenn wir die Akteure und die Bevölkerung einbeziehen. Je früher dies geschieht, desto größer ist die Akzeptanz“, so Orth.

Bürgermeister Ralf Spille erinnerte daran, dass es für die Erstellung des Tourismuskonzeptes zwei Workshops gab, an denen sich jeder beteiligen konnte. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass Monate nach der Konzeptpräsentation wieder über Grundsatzfragen diskutiert wird. 

„Die Politik muss endlich Aussagen treffen, wohin die Reise gehen soll. Es ist ihre Pflicht, die Richtung vorzugeben“, verdeutlichte er und rannte bei Huck offene Türen ein: „Ich denke, dass dies auch die Bevölkerung von uns erwartet. Wir müssen einmal sagen, ob wir mehr Tourismus wollen oder nicht“, meinte die Sozialdemokratin und forderte einen Grundsatzbeschluss. „Denn wer das Ziel nicht kennt, kann den richtigen Weg nicht finden.“ 

Huck betonte, dass die SPD sich ihre Meinung bereits gebildet habe. Wie diese aussieht, sagte sie allerdings nicht. Der Bürgermeister riet den Fraktionen, die Thematik noch einmal konstruktiv zu diskutieren und sich zu positionieren.

Dass sie auf die Grundsatzfrage noch keine Antwort gaben, hinderte die Ausschussmitglieder nicht daran, über den Antrag der Grünen abzustimmen. Während Höfel und Huck derzeit keinen Bedarf für einen Arbeitskreis sehen, zeigte sich Hautau angetan: „Einige Vorschläge der Grünen halte ich für sehr praktikabel“, sagte der Liberale. 

Orth plädierte dafür, möglichst schnell Experten hinzuzuziehen: „Denn hier im Rathaus sitzen keine Tourismusprofis.“ Dem wollte der Bürgermeister gar nicht widersprechen. „Wir haben ja auch bei der Prioritätenliste geschaut, welche Punkte die Verwaltung überhaupt abdecken kann“, sagte er. 

Hinzu komme, dass die Gemeinde nicht für alles zuständig sein könne. Es sei nicht ihre Aufgabe, beispielsweise einen Fahrradverleih einzurichten. „Hier sind auch Dritte gefragt“, stellte Spille klar.

Derzeit hat ein gutes Dutzend möglicher Maßnahmen Priorität eins erhalten. Einige Punkte sind sogar schon in Bearbeitung. Dazu zählt die Aktualisierung der Gemeindehomepage, die veraltet und nicht mit allen Endgeräte kompatibel ist. 

Im Zuge der Überarbeitung sollen ein neuer Veranstaltungskalender sowie Reservierungs- und Buchungssysteme integriert werden. Ein paar Vorhaben im Bereich Radtourismus laufen hingegen über den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest. 

Keine hohe Priorität genießen laut der Liste die Stärkung des Brettorfer Bahnhofes als wichtiger Standort für den Rad- und Wandertourismus sowie ein Kanu-Anleger in Höhe des Honighofes. „Mit der Liste können wir leben – zumal sie ja nicht endgültig ist“, sagte Höfel.

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