Wie ein Stück Kanada nach Dötlingen kam

Familie Grashorn betreibt die Pferdepension „Rocky Mountain Ranch“

Lieben das Westernreiten: Sabrina Grashorn, ihre sechsjährige Tochter Bente Maria sowie deren jüngere Cousine Anna Elisabeth (von links). Mit auf dem
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Lieben das Westernreiten: Sabrina Grashorn, ihre sechsjährige Tochter Bente Maria sowie deren jüngere Cousine Anna Elisabeth (von links). Mit auf dem

Dötlingen – Alles fing damit an, dass ihre Eltern auswandern wollten. „Nach Kanada“, berichtet Sabrina Grashorn. „Mein Bruder und ich waren, glaube ich, zwölf und 14 Jahre alt.“ Ihre Eltern seien damals öfter in Nordamerika gewesen. Und weil es ihnen so gut gefallen hat, wollten sie sich dort ein neues Leben aufbauen und von Dötlingen dorthin ziehen.

„Wir Kinder haben gesagt, dass wir nicht auswandern möchten. Der Mut fehlte uns und wir haben uns in Dötlingen wohlgefühlt“, begründet Grashorn ihre damalige Entscheidung. Und so kam es 1997, dass sich Irmtraud Grashorn und ihr Mann Rolf „ein Stück Kanada hierher geholt haben“, wie der 67-Jährige sagt. Und so importierten sie fünf Stuten und einen Deckhengst aus Kanada. So ist die „Rocky Mountain Ranch“ in Dötlingen entstanden.

„Heza Yellow Trick“ war das erste Westernpferd

„Meine Eltern hatten hier vorher einen landwirtschaftlichen Betrieb“, schildert Sabrina Grashorn. Auch ein paar Ponys lebten mit auf dem Hof. „Irgendwann wurde ich dann aber zu groß fürs Pony“, erinnert sie sich. Das erste Pferd, das die Familie kaufte, war ein Deckhengst aus Hatterwüsting – „Heza Yellow Trick“. „Mit ihm hat alles angefangen. Das war unser erstes Westernpferd“, sagt Sabrina Grashorn. Und so seien immer mehr Tiere dazu gekommen. „Wir haben zwischen zwölf und 14 eigene Pferde inklusive Deckhengste und Zuchstuten, darunter sind zwei, die ich reite“, so die Dötlingerin, die zusammen mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter Bente Maria auf dem Hof lebt. Oder, wie sie es nennt: „Es leben alle unter einem Dach.“ Die Sechsjährige kann übrigens auch schon Westernreiten.

Bereits im Kindesalter hat Sabrina Grashorn im Sattel gesessen: „Ich habe mit fünf oder sechs Jahren angefangen. Ich bin immer mit Pferden aufgewachsen.“ In der Reitschule fing sie mit dem klassischen Reiten an. Als dann die Westernpferde aus Kanada ins Golddorf kamen, sei sie aufs Westernreiten umgestiegen, erzählt die 39-Jährige, die auf dem Hof Unterricht darin gibt. Aktuell biete sie Einzelunterricht an, aber das sei vor Corona nicht großartig anders gewesen. „Ich habe immer nur Kleingruppen unterrichtet. So kann ich jedem genug Aufmerksamkeit schenken und mich auf jeden konzentrieren.“

Mit Westernsattel: Sabrina Grashorns Wallach „Spezial Golden Trick“.

Und was ist das Besondere am Westernreiten? „Es ist mit viel mehr Gelassenheit und Entspanntheit. Das merkt man auch an der Rasse, dass sie entspannter sind. Man kann ohne Montur – so wie man jetzt ist – aufs Pferd setzen. Natürlich müssen die Pferde eine Ausbildung haben, aber ich sag immer: Der rote Faden ist derselbe, aber der Weg ist ein anderer“, so Sabrina Grashorn. Sie ergänzt: „Ich würde nie wieder was anderes reiten wollen.“

Aber mit einem Cowboyhut auf dem Kopf, wie es beim Westernreiten oft üblich ist, setze sie sich nicht in den Sattel. „Ich reite nur mit Helm. Das ist einfach sicherer. Das ist bei mir auch im Unterricht Pflicht.“ Aus Altersgründen reite ihr Vater nicht mehr. „Ich vermisse es“, verrät Rolf Grashorn. „Ich helfe meiner Tochter aber beizeiten bei den Berittpferden“, sagt er. Zudem unterstützten ein Festangestellter sowie eine Aushilfe die 39-Jährige bei den Arbeiten, die tagtäglich anstehen. Die Einsteller müssten sich um nichts kümmern. „Das Füttern et cetera machen wir alles“, sagt sie. „Die haben alle Vollpension und müssen nicht jeden Tag kommen.“ Sie habe aber bemerkt, dass die Gäste öfter vorbeikämen, um nach ihren Tieren zu schauen. „Es es ihnen wichtiger geworden, weil man im Moment ja auch nicht in den Urlaub fahren kann.“ Die Einsteller kämen überwiegend aus dem Umkreis, lässt die Dötlingerin wissen – bei den Pensionspferden handele es sich aber nicht nur um Westernpferde. „Es sind Einsteller jeglicher Reitweise willkommen“, so der Seniorchef. Seine Tochter fügt hinzu: „Nur weil wir hier Westernreiten anbieten, müssen sie es nicht machen.“ Wichtig sei lediglich, dass die Harmonie stimme“, findet Rolf Grashorn. Seine Tochter erklärt, dass es fast mit jedem Pferd möglich sei, Western zu reiten. Die drei prädestinierten Rassen seien jedoch Quarter Horse, Paint Horse und Appaloosa, informiert er.

„Wir sind mit Herzblut dabei“

Das ganze Jahr über stünden die Pferde draußen auf den Koppeln – „in verschiedenen Herden, Stuten und Wallache getrennt“, so Sabrina Grashorn. Der Betrieb umfasse 30 Hektar. Neben der Pferdehaltung bestellt die Familie noch Weideflächen. Jeden Tag, wie man es sich vielleicht vorstellen mag, sitzt Sabrina Grashorn aber nicht im Satteln. Dafür fehle die Zeit. Aber: „Wir sind mit Herzblut dabei und haben uns das so ausgesucht“, sagt sie.

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