Wie aus Körnern fluffige Brötchen werden

Kräftig rühren: Während die Gruppe „Alles-Banane-Marmelade“ (l.) für ihren Fruchtaufstrich zum Pürierstab greift, ist bei der Brötchen-Gruppe noch Handarbeit gefragt. Mit dem Schneebesen vermengen die Kinder Mehl, Eier und Co.
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Kräftig rühren: Während die Gruppe „Alles-Banane-Marmelade“ (l.) für ihren Fruchtaufstrich zum Pürierstab greift, ist bei der Brötchen-Gruppe noch Handarbeit gefragt. Mit dem Schneebesen vermengen die Kinder Mehl, Eier und Co.

Wenn Kinder Lebensmittel wertschätzen sollen, müssen sie wissen, was genau drin steckt und wie es erzeugt wird, meint das RUZ Huntlosen. Und deshalb war es am Montag mit zwei Mitarbeiterinnen an der Dötlinger Grundschule zu Gast. „Vom Korn zum Brötchen“ hieß die Aktion.

Dötlingen – „Darf ich gleich rühren?“, fragt Jonte, während Paula gerade Backpulver in die riesige Schüssel gibt. „Ihr dürft alle mal rühren“, versichert Edith Janßen vom Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) in Huntlosen. „Doch erst einmal müssen wir noch weitere Zutaten hinzufügen.“ Brötchen backen statt Grammatik und Multiplikation steht am Montag auf dem Stundenplan der Drittklässler. Im Rahmen des Projekts „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ sind zwei RUZ-Mitarbeiterinnen für die Aktion „Vom Korn zum Brötchen – Wir machen unser Frühstück selber“ vor Ort. Ziel sei es, einen Bezug zu Lebensmitteln herzustellen und damit die Wertschätzung für einzelne Zutaten sowie auch für die Landwirtschaft zu erhöhen, erläutert Janßen: „Am besten funktioniert das, wenn die Schüler selber mitanpacken.“

Nach einer kurzen Einführung verteilen sie und ihre Kollegin Rosanna Parvez deshalb Forschungshefte. An verschiedenen Stationen lernen die Mädchen und Jungen anhand der Ähren unterschiedliche Getreidesorten sowie den Unterschied zwischen Vollkorn- und Auszugsmehl kennen. Den Längsschnitt eines Kornes betrachten sie ebenso wie das Thema „Anbau“. Dann geht es an die Flockenquetsche. „Wir füllen Korn in den Trichter, drehen die Kurbel und dann kommen die Flocken raus“, berichtet Noah. Die Drittklässler sind sich einig: „Das ist schwieriger, als es aussieht.“

Nach der Pause sitzen die Schüler – mit frisch gewaschenen Händen und aufgeteilt in drei Gruppen – erwartungsvoll vor unterschiedlichen Zutaten. Während die einen Schneidebretter und Messer vor sich finden, sitzen die anderen um eine große Schüssel und einen Schneebesen herum. „Wir machen nun Quarkteigbrötchen“, kündigt Janßen an und prüft zusammen mit ihrer Gruppe, ob alles Benötigte vorhanden ist. Vollkornmehl ist ebenso da wie Öl, Eier und Backpulver. Letzteres soll als Hefe-Ersatz dienen. „Denn was macht Backpulver?“, fragt Janßen. Amelie weiß es: „Es lässt den Teig aufgehen.“ Bei der Frage, warum „bio“ auf der Milch steht, müssen die Kinder etwas länger überlegen. „Das heißt, dass es oft regional ist und auch gesünder“, meint einer der Jungen. Tade hat schließlich die Antwort: „Da sind nicht so viele Pflanzenschutzmittel drin“, erzählt er. Der Vorteil von Glasflasche gegenüber Tetrapak ist wieder allen sofort klar: „Die Glasflasche kann man wieder verwenden.“

Nachdem diese Fragen geklärt sind, gibt Janßen das Startsignal: „Ärmel hoch – auf die Brötchen, fertig, los!“ Eifrig rühren die Kinder die Zutaten zusammen, während der Backofen vorheizt. Und da ein Brötchen so ganz ohne etwas drauf auch langweilig wäre, bereiten die anderen beiden Gruppen derweil die „Alles-Banane-Marmelade“ und den „A-Z-Aufstrich vor“. Letzterer besteht unter anderem aus Butter, Äpfeln und Zwiebeln, deren Verarbeitung so manchem Kind die Tränen in die Augen treibt. „Beide Aufstriche werden erhitzt. Deshalb dürfen wir sie mit den Kindern auch in Coronazeiten zubereiten“, so Janßen. Auf die Obstbeilage müsse verzichtet werden.

Den Kindern schmeckt es trotzdem. Nachdem sie den Tisch gedeckt haben, schlemmen sie gemeinsam. Die Rezepte dürfen sie mit nach Hausen nehmen. Ein leckerer Vormittag – wenn jetzt bloß nicht noch das Aufräumen und Abwaschen wäre.

Von Tanja Schneider

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