Archiv des aufgelösten Schauvereines lagert in der Kreisstadt

Wichtiger Abschnitt in der Geschichte der Tierzucht

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Herbert Haske (l.) und Hartmut Franz (hinten, Mitte) haben die Dokumente des 2016 aufgelösten Tierschauvereines an Bernd Oeljeschläger, Cornelia Harms, Eva-Maria Ameskamp und Karl-August Kolhoff (v.r.) vom Bürger- und Geschichtsverein übergeben.

Neerstedt/Wildeshausen - Die Region rund um die Kreisstadt ist geprägt von der Landwirtschaft. „Diese hat sich im Laufe der Jahrzehnte allerdings verändert“, weiß Herbert Haske. Der Neerstedter war 15 Jahre lang Vorsitzender des Tierschauvereins Wildeshausen, der sich im vergangenen Jahr aufgelöst hat. Das Archiv erhielt nun der Bürger- und Geschichtsverein.

„Wir haben diese gesammelten Erinnerungen gerne entgegenommen und werden sie aufbewahren“, berichtete der Vorsitzende Bernd Oeljeschläger während eines Pressegesprächs. Die Unterlagen stammen aus den Jahren 1912 bis 2016 und dokumentieren „einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte der Zucht und Körung von Nutztieren“.

Der Tierschauverein geht auf das Jahr 1854 zurück. „Damals war es schon viel, wenn ein Bauer fünf bis sieben Tiere hatte“, erzählte Haske. „Um sie gut vermehren zu können, waren Ausstellungen notwendig.“ Alle drei bis vier Jahre gab es Schauen, auf denen Rinder und Schweine ebenso zu sehen waren wie Kaninchen, Schafe und Hühner. Die Resonanz war groß. „Zu Höchstzeiten hatten wir auch an die 300 Mitglieder“, erinnerte sich der ehemalige Kassenwart Hartmut Franz. Der Wandel in der Landwirtschaft und strengere Auflagen seitens der Behörden ließen das Interesse sinken. 2007 ging die letzte Tierschau des Vereines in Neerstedt über die Bühne. „Wir hatten noch ein paar Versuche gestartet, aber ohne Erfolg“, so Haske. 2014 feierte der Verein sein 160-jähriges Bestehen. Anderthalb Jahre später beschlossen die Mitglieder die Auflösung. Der Restbetrag aus der Vereinskasse ging an die Jugendfeuerwehren Neerstedt und Wildeshausen.

„Es sind schon Besonderheiten dabei“

Zudem war sich der einstige Vorstand einig, dass die Dokumente nicht einfach in den Müll wandern sollten. Mit dem Bürger- und Geschichtsverein fanden Haske und seine Mitstreiter dankbare „Abnehmer“. Eine erste Sichtung und Auflistung des Bestandes haben Eva-Maria Ameskamp und Cornelia Harms übernommen. „Es sind schon Besonderheiten dabei“, sagte Harms mit Blick auf Sparbücher aus den Jahren 1930 und 1931 sowie den Schiftwechsel zur Vorbereitung der Tierschau 1937. „Angesichts des politischen Hintergrundes ist es interessant, wie der Staat eingegriffen hat“, meinte Harms, die zudem auf Protokollbücher und Programmhefte verwies. „Lange Zeit existierte die Tierschau-Kommission nur auf dem Papier. 1937 wurde der erste Vorstand gewählt, und 1965 wurde die Kommission in einen Verein umgewandelt“, berichtete sie. Nur ein Jahr später war die Mitliederzahl auf 241 Personen gestiegen. „Am Ende hatten wir noch 80 Mitglieder“, ergänzte Haske.

Der Bürger- und Geschichtsverein lagert die Unterlagen nun in Wildeshausen ein. „Bei Bedarf können sie natürlich eingesehen werden“, so Oeljeschläger. ts

http://buerger-geschichtsverein.de/

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