Grüne informieren sich über Hunte-Renaturierung

Wichtige Schritte auf einem langen Weg

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Onno Langhorst und Hans-Dieter Buschan von der Hunte-Wasseracht (v.l.) informierten die Grünen der Landtags-, Kreistags- sowie Gemeinderatsfraktion über die Renaturierung der Hunte und machten mit ihnen einen Ausflug zur Dötlinger Schleife.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Die Sünden der Vergangenheit lassen sich oft nicht so einfach ausbügeln. Das wurde am Mittwoch deutlich, als sieben Landtagsabgeordnete der Grünen, darunter Landwirtschaftsminister Christian Meyer, im Rahmen ihrer Sommerreise einen Stopp in Dötlingen einlegten.

Zwischen einem Besuch des Delmenhorster Wolleparks und einer Flüchtlingsunterkunft in Wardenburg informierten sie sich gemeinsam mit den Grünen-Politikern auf Kreis- und Gemeindeebene über den aktuellen Stand der Hunte-Renaturierung und merkten schnell: Es ist zwar schon einiges realisiert worden, bis zur ökologischen Durchlässigkeit ist es aber noch ein weiter Weg.

Wie Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer der für die Renaturierung zuständigen Hunte-Wasseracht betonte, hat man sich im Landkreis Oldenburg bereits vor der Verabschiedung der EG-Wasserrahmenrichtlinie an Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Hunte gemacht. 

Der Landkreis habe damals in weiser Voraussicht Flächen angekauft, sodass neue Mäander angelegt werden konnten. „Mittlerweile sind wir allerdings mit der Flächenverfügbarkeit am Ende“, ergänzte Baudezernentin Eva-Maria Langfermann. Es werde immer schwieriger, an entsprechende Areale zu kommen. Sinnvoll wäre die Einführung eines Tauschflächen-Managements.

Pilotprojekt war 1996 die Dötlinger Hunteschleife, die die Gruppe auch besichtigte. Laut Buschan gab es seinerzeit wissenschaftliche Begleituntersuchungen, die den Erfolg der Laufverlängerung des Flusses belegen. Zudem konnten für nachfolgende Maßnahmen Erkenntnisse gewonnen werden. 2001 stellten der Landkreis und die Hunte-Wasseracht den Gewässerentwicklungsplan „Mittlere Hunte“ auf, der immer noch als Grundlage dient. 

Der Bereich zwischen Wildeshausen und dem Barneführer Holz gilt im Vergleich zu anderen Flussabschnitten als naturnah. „Aber auch er hat seine Tücken“, sagte Buschan mit Blick auf den Erosionsprozess, der Folge der Begradigung ist. Denn die Verkürzung sorgte für eine höhere Fließgeschwindigkeit und damit für Abtragungen, die irgendwann in Oldenburg ankommen und da wiederum den Hochwasserschutz gefährden. 

„Und deshalb muss das Land alle fünf Jahre rund 40 000 Kubikmeter Sand aus der Hunte holen lassen“, berichtete Buschan und verwies damit auch auf die Bedeutung der Renaturierungsmaßnahmen. Auf das Pilotprojekt folgte der Anschluss des Altarms bei der Aschenbeckschen Insel, vor zwei Jahren kamen zwei neue Schleifen in Sandhatten dazu. Für 2018 ist der Anschluss des Altarmes „Der große sorre Ort“ (Gemeinde Dötlingen) vorgesehen. „Bis September wollen wir die Planungen abschließen, und dann hoffen wir auf Fördermittel“, so Buschan.

Für dieses Jahr sei die Beseitigung von drei weiteren Stauwerken zwischen Wildeshausen und dem Dümmer angedacht. Fünf der insgesamt 15 Hindernisse, die dafür sorgen, dass der Abschnitt überhaupt keinen Fließgewässercharakter mehr hat, mussten schon weichen. 

„Der große Knackpunkt ist das Wasserkraftwerk in Wildeshausen“, sagte der Geschäftsführer, der die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sieht und deshalb für ein ganzheitliches Wirken warb. Bei dem agrarpolitischen Sprecher Hans-Joachim Janßen und Minister Meyer stieß er auf offene Ohren. Letzterer machte aber auch deutlich: „Es ist eine Mammutaufgabe, die Jahre dauern wird.“

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