Werders Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer las aus seinem ersten Buch vor und verriet so manches Geheimnis

„Fußball ist nicht nur Fußball“

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Klaus-Dieter Fischer trug in Dötlingen Geschichten aus einem halben Werder-Jahrhundert vor.

Dötlingen - Von Michael Meyer. Ein Rendezvous mit Werders Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer hatten am Donnerstagabend die Gäste im Dötlinger Schützenhof „Unter den Linden“. Dort las der 75-Jährige auf Einladung des Werder-Fanclubs 27801 aus seinem Buch „Du bist Werder Bremen“ vor. Mit seinen Zuhörern teilte er spannende Erlebnisse und auch lustige Erinnerungen. Groß war die Resonanz mit nur rund 20 Interessierten nicht, dafür herrschte Wohnzimmeratmosphäre.

Insgesamt zehn Geschichten aus dem 180 Seiten umfassenden Buch, das er gemeinsam mit Heinz Fricke veröffentlicht hat, gab Fischer zum Besten. Darunter fanden sich auch zuvor nie veröffentlichte Ereignisse aus mehr als einem halben Werder-Jahrhundert. Sowohl Lustiges, als auch Tiefsinniges sollte für die Nachwelt erhalten bleiben, so der Ehrenpräsident, der erst einmal berichtete, wie es zu seiner tiefen Verbundenheit mit den Grün-Weißen kam. Bereits als kleiner „Butscher“ habe er seinen Vater angefleht, ihn zu Spielen mitzunehmen. Aber erst der gute Zuspruch der Oma im Jahr 1955 ermöglichte dem damals 15-Jährigen die Mitgliedschaft im Verein.

Damals kam es auch kurz vor Ende der Saison zu einem schmerzhaften und gleichzeitig prägenden Sport-Unfall. „Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft hatte mich gefoult – mein Handgelenk war gebrochen“, schilderte der 75-Jährige. Wenig später hörte er von seinem Krankenlager aus, wie der Jugendleiter vom SVW zu seinem Vater sagte: „Ich möchte Ihren Sohn zur Genesung für eine Woche nach Clausthal-Zellerfeld in den Harz einladen.“ In der damaligen Nachkriegszeit sei ihm das geradezu sensationell vorgekommen. Diese Erfahrung habe ihn für sein ganzes späteres Leben geprägt und ihn unzertrennlich mit dem Verein verbunden. „Fußball ist nicht nur Fußball. Wir stehen füreinander ein“, erklärte Fischer.

Seit er denken kann, sammelt er Schnipsel aus Zeitungen sowie Hörfunk- und Fernsehbeiträge in seinem Archiv, verriet er. Selbst Radio Bremen greife ab und an mal auf dieses zurück. 1995 lernte er seine Frau Anne kennen. Da wurde aus dem Archivieren ein „bloßes Sammeln“. „Wir hatten anderes zu tun“, schmunzelte er am Donnerstagabend.

Seit Ende vergangenen Jahres ist der Buchautor nun Pensionär. Da sei endlich Zeit gewesen, Ordnung in die „Haufen“ zu bringen und seiner Frau daraus vorzulesen. Und die meinte: „Warum erzählst du das nur mir? Schreib ein Buch – das ist interessant für alle.“ Also machte sich Fischer ans Werk. 5000 Exemplare sind im freien Verkauf erhältlich. Daran verdienen will jedoch keiner der beiden Autoren. 50 Prozent des Erlöses fließen an die Werder-Stiftung – die andere Hälfte geht an die Stiftung „Football is more“, die die Inklusion benachteiligter Sportler mithilfe der Kraft des Fußballs zum Ziel hat. Momentan denkt Fischer über ein zweites Buch nach. „Ich habe eigentlich noch viel mehr Erinnerungen“, meinte er gegen 21 Uhr, als die Lesung nach zwei Stunden ihr Ende fand.

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