Anwohner Günter Berger wundert sich über „Vandalismus“ am Poggenpohlsweg

Wer knackt die Müllcontainer?

Zum wiederholten Male: Günter Berger entdeckt aufgebrochene Schlösser an den Entsorgungsbehältern.
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Zum wiederholten Male: Günter Berger entdeckt aufgebrochene Schlösser an den Entsorgungsbehältern.

Dötlingen – Was geht da vor im Poggenpohlsweg in Dötlingen? Seit einigen Monaten scheine jemand beständig die Vorhängeschlösser an den beiden großen Müllcontainern der Wochenendferienhaussiedlung aufzubrechen. Anwohner Günter Berger ist dies zuletzt am Mittwoch aufgefallen. „Das ist doch Vandalismus“, ärgert sich der 91-Jährige.

Der Rentner wandte sich zunächst an die zuständige Polizeiinspektion und meldete dort in dieser Woche erstmalig die wiederholte Beobachtung. Die Beamten teilten ihm jedoch mit, dass er sich als Privatperson nicht wegen Sachbeschädigung von fremdem Eigentum an die Polizei wenden könne. Die zwei Müllbehälter – einer für Altpapier, einer für Restmüll – gehören nämlich dem Landkreis Oldenburg. Das Entsorgungsunternehmen Heinemann, das zur Bohmann Gruppe gehört, kümmert sich um die Leerung der Tonnen.

Das Kuriose: Die Schlösser seien nicht zum ersten Mal aufgebrochen worden. Laut Anwohner Bergers Auskunft sei das bereits zum dritten oder vierten Mal in den vergangenen Monaten geschehen. Die Schlüssel zum Öffnen des Altpapier- und des Restmüllcontainers hätten sonst nur die Anlieger der Wochenendhaussiedlung „Am Poggenpohlsweg“. Das seien etwa ein Dutzend Haushalte, so der Senior.

Die Container werden regelmäßig alle zwei Wochen entleert. In der Vergangenheit habe es nach einem solchen Vorfall direkt nach der folgenden Leerung der Behälter wieder neue Schlösser gegeben. So soll es auch dieses Mal sein. Betriebsstättenleiter Moritz Bruns von der Bohmann Gruppe kündigte am Donnerstag auf Nachfrage an, dass die Container schon auf der heutigen Entsorgungstour neue Schlösser erhalten. „Die Schlüssel der Anwohner werden auch wieder zu den neuen Schlössern passen“, verspricht Bruns.

Berger hingegen wundert sich weiter. Die Ferienwohnsiedlung inmitten von Land- und Forstwirtschaft sei ansonsten eine ruhige und wohl situierte Gegend in der es sich sehr gut lebe, findet er. Auch habe es in der Vergangenheit nie Probleme mit überfüllten Müllcontainern oder marodierenden Jugendlichen gegeben, die sich eventuell einen Spaß aus der Tat machen würden.

Der Bügel der Schlösser scheint vollständig aus dem metallischen Schließmechanismus herausgebrochen worden zu sein. Das ergab eine Begutachtung der zerstörten Hängeschlösser. Die Hälfte der Verriegelung fehlte komplett – womöglich war Hebelwirkung am Werk. Säge- oder Schnittspuren, wie sie durch einen Bolzenschneider oder eine Flex typischerweise entstehen, waren nicht ersichtlich.

Die Tat bleibt rätselhaft. Einen Verdacht hat Bruns aber. So solle kein Müll zusätzlich in die Tonnen gelangt, sondern Dinge daraus entwendet worden sein, mutmaßt er. Den Hinweis habe von der Gemeinde erhalten: „Vielleicht sollten sich die Anwohner überlegen, was sie da so alles wegschmeißen.“ Das „Containern“ (Objekte entwenden aus Mülltonnen) sei sonst nur bei Lebensmittelmärkten bekannt, so Bruns.

Von Gregor Hühne

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