Wer kann den „Finsteren Fiete“ aufhalten?

Christiane Knepel hat die Krimi-Radtour „Der Postraub von Dötlingen“ geschrieben

„Das macht tierischen Spaß“, sagt Christiane Knepel über das Verfassen von Krimi-Heften. Nun hat sie eine Krimi-Radtour durch Dötlingen geschrieben.
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„Das macht tierischen Spaß“, sagt Christiane Knepel über das Verfassen von Krimi-Heften. Nun hat sie eine Krimi-Radtour durch Dötlingen geschrieben.

Dötlingen – Wieder einmal braucht es mutige Detektive, denn der „Finstere Fiete“ treibt sein Unwesen in der Gemeinde Dötlingen – und er hat ein schlimmes Verbrechen geplant: Er will die Postkutsche überfallen. Diese hatte zuvor in schwindelerregendem Tempo Dötlingen-City verlassen, denn sie hat heute eine äußerst wichtige Mission zu erfüllen. Neun Truhen mit Gütern befinden sich an Bord der Kutsche, die an neun verschiedenen Orten abgeladen werden sollen.

Nur leider hat der „Finstere Fiete“ den Lieferplan unbemerkt sehen können. Er wird zwischen zwei Stationen auflauern und will das Gefährt in seine Gewalt bringen. Wird er bereits am Steingrab zuschlagen oder erst in Ostrittrum? Wer schafft es, den geplanten Überfall mithilfe von zehn verschlüsselten Hinweisen in letzter Sekunde zu verhindern? Die einzige Möglichkeit ist, in die Pedale zu treten und die Augen offen zu halten.

Die Dötlingerin hat bereits drei Krimi-Spaziergänge geschrieben

Christiane Knepel aus Dötlingen hat bereits die drei Krimi-Spaziergänge durch Dötlingen, Wildeshausen und Dangast sowie das Kinderbuch „Zoff im Sparschwein“ geschrieben. Nun hat sie die Krimi-Radtour „Der Postraub von Dötlingen“ herausgebracht. Die Idee dazu hatte sie bereits im September. „An einem Tag sind Heerscharen von Radfahrern durch Dötlingen gefahren. Und da habe ich mir gedacht, dass man einen Krimi auch als Radtour machen kann“, erzählt die 54-Jährige. „Es blieb aber erst mal bei der Idee.“

Wer entdeckt am Schafkoben in Ohe den Hinweis? Ein Tipp: Es geht um die Glasscheiben in der Tür.

Im Dezember stieg sie dann ins Auto und fuhr ein paar Stationen ab. „Ich wollte erst mal schauen, was überhaupt möglich ist. Es sollte auch eine schöne Radfahrstrecke sein.“ Ende Februar radelte sie dann an „einem tollen Tag“ zusammen mit ihrem Freund die komplette Route ab. „Er hat mir Feedback gegeben. Das war echt hilfreich“, sagt Knepel. „Ursprünglich ging die Tour bis nach Westrittrum. Aber das ist sehr weit. Für erfahrene Radler ist das sicherlich kein Problem, aber es soll auch etwas für einen Otto Normalverbraucher sein“, sagt sie und lacht. Also wurde die Strecke gekürzt und Wege ausgetauscht. „Wenn es mir an einer Stelle zu langweilig war, habe ich nach einer Alternative gesucht.“ Die Radler fahren während des Krimis viele Wald- und Feldwege ab, verrät sie.

„Meine Fahrradkondition hat sich wahnsinnig verbessert“, berichtet sie und lacht. Insgesamt neun Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde steuern die Detektive während der etwa 24 Kilometer langen Radtour an, darunter die Wassermühle in Ostrittrum, den Dötlinger Hof und den Schafkoben in Ohe. Dort angekommen, müssen die Ermittler die richtigen Hinweise herausfinden. Für diejenigen, die bei einem Rätsel aber mal nicht weiterwissen sollten, gibt es im Heft einen QR-Code, den sie mit ihrem Smartphone scannen können. Er bringt sie dann wieder auf die richtige Spur.

Teilnehmer radeln 24 Kilometer

Zwei Testfahrten seien nötig gewesen, schließlich wollte die Dötlingerin wissen, ob die Rätsel zu lösen sind und was sie noch verbessern könne. Dafür schickte Knepel zwei Gruppen los, die die Strecke an zwei unterschiedlichen Tagen abfuhren – die erste Gruppe war mit normalen Rädern unterwegs, die zweite mit E-Bikes. „Die haben mir tolles Feedback gegeben und ich habe dann noch ganz viel geändert.“ Sie ergänzt mit einem Lachen: „Die zweite Gruppe konnte natürlich von den Änderungen der ersten profitieren.“ Die Radtour dauert etwa vier Stunden, mit dem E-Bike um die drei Stunden, so Knepel.

Nächste Station: An der Wassermühle Ostrittrum trifft sich der „Finstere Fiete“ mit seinen Komplizen. archiv

Das Heft habe sie gestaltet. Die darin enthaltenen Fotos habe sie geschossen, als sie im Dezember unterwegs war. „Im Musterdruck waren die Bilder zu dunkel, weil ich an einem düsteren Wintertag unterwegs war“, sagt sie. Also drehte sie noch eine Extra-Tour.

Wie sie auf den Inhalt des Krimis gekommen ist? Dahinter verbirgt sich eine witzige Geschichte: Im vergangenen Jahr hatte sie zwei Päckchen verschickt. „Die kamen einfach nicht an. Letztendlich hat es fünf Wochen gebraucht, bis die angekommen sind“, erinnert sich die Personalberaterin. „Da war nichts Wertvolles drin, aber ich habe mich trotzdem gefragt, was da passiert ist. Wurde das Auto vielleicht überfallen oder ist es in einem Graben gelandet? Da kam die Idee zur Geschichte mit einem Postraub.“

Ein weiteres Projekt hat sie übrigens schon in Planung: Ein Kinder-Krimispiel, das im Schlossgarten in Oldenburg spielt. Es sei für Kinder von acht bis zwölf Jahren geeignet. „Das ist auch ein Heft. Sie können zu Fuß in Begleitung der Eltern durch den Schlossgarten gehen.“ Der Titel: „Im Spiegel der Magier“. Weiter sagt sie: „Das macht tierischen Spaß. Ich könnte das von morgens bis abends machen.“

Krimi-Radtour kaufen

Die Krimi-Radtour „Der Postraub von Dötlingen“ ist für zwölf Euro im Rathaus in Neerstedt, ab Juli im Dötlinger Hof und im Internet versandkostenfrei unter www.stadt-land-spiel.com erhältlich.

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