Windpark Haidhäuser: Knapp die Hälfte der Fundamente ist schon fertig

Wenn 80 Tonnen Stahl ein Erdloch füllen

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Hermann Raschen, Geschäftsführer der VR Energieprojekte, besichtigte die Mega-Baustelle zusammen mit den Zukunftstags-Kindern Jarne Wiese und Moritz Wirth (v.l.), die natürlich auch mit Helm und Schutzbrille ausgestattet waren.

Haidhäuser - Von Tanja Schneider. Die Äcker und Felder in Haidhäuser haben sich in eine riesige Kraterlandschaft verwandelt. Groß sind die entstandenen Löcher, in denen derzeit zahlreiche Bauarbeiter wuseln, um die Fundamente für die Anlagen des Dötlinger Bürgerwindparks zu errichten. Fünf von ihnen sind bereits fertiggestellt. An anderen Standorten entstehen nun erst die Drahtkörbe, in die später der Beton fließt.

„Mitte Mai erwarten wir die ersten Großteile wie Turmsegmente auf der Baustelle“, berichtete Hermann Raschen, Geschäftsführer der VR Energieprojekte Dötlingen GmbH. Ende Mai soll mit dem Aufbau des ersten Turmes begonnen werden.

Heute tummelte sich eine ganze Menschenschar auf der Großbaustelle – Bagger- und Lasterfahrer ebenso wie Betonbauer, Elektroingenieure und dazwischen Zukunftstags-Kinder. Raschen hatte die beiden elfjährigen Gymnasiasten Moritz Wirth und Jarne Wiese im Schlepptau. „Ich habe ihnen einen spannenden Tag unter dem Motto ,Energiewende zum Anfassen‘ versprochen“, erzählte er. Und die beiden Jungen wurden nicht enttäuscht.

Während sich die Verantwortlichen der beauftragten Firma Vestas zur Baubesprechung trafen und unter anderem auch die Straßeneinmündungen wegen der bevorstehenden Schwertransporte unter die Lupe nahmen, fuhren die Zukunftstags-Kinder zu den unterschiedlichen Anlagen-Standorten, um sich ein Bild von der Entwicklung zu machen. „An der ersten Station war kaum etwas zu sehen. Es war nur ein großes Loch ausgebaggert“, berichteten sie. Einige Meter weiter blickten sie hingegen auf einen riesigen Drahtkorb. „Hier verarbeiten die Bauarbeiter 80 Tonnen Stahl zu einem großen Geflecht“, informierte Raschen. Auch mit der Verschalung hatten sie am Vormittag schon begonnen, schließlich kommt morgen in der Früh der Beton. „Gut 120 Betonmischer werden ab 5 Uhr diesen Standort ansteuern“, verriet Raschen.

Wie dann das Fundament aussieht, erfuhren die Schüler an der nächsten Station. „Ist der Beton trocken, wird er noch überprüft“, erläuterte der Geschäftsführer. Ein Gutachter kontrolliere das Bauwerk auf Risse. Gibt es welche, würden sie mit Kunstharz versiegelt. „Anschließend kommt der Bagger und schüttet das Loch dicht“, so Raschen. Für fünf Standorte sei dieser Vorgang bereits abgeschlossen. Nun stünden die detaillierten Vorbereitungen für die nächste Bauphase an. Vor allem die Anlieferung der Großteile wie Turmsegmente, Rotorblätter und Gondeln erfordere eine akribische Planung. Denn für jedes Element ist ein Schwertransport notwendig. Nicht nur die Zufahrten zu den Fundamenten müssten entsprechend angelegt werden. Es gilt zudem Widrigkeiten, wie beispielsweise Baustellen auf der Autobahn, zu beachten. „Momentan sind wir im Zeitplan“, sagte Raschen. Läuft weiterhin alles wie vorgesehen, könnte die erste Anlage im Juni ans Netz gehen. Gerade bei der Montage der oberen Segmente könnte windiges Wetter für Verzögerungen sorgen.

Gewartet wird bei der VR Energieprojekte derzeit noch auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Dort liegt der Prospekt vor, der die Modalitäten für den Bürgerwindpark und vor allem die Beteiligung daran beschreibt. „Ich werde schon immer gefragt, wann denn der Flyer kommt. Der Flyer umfasst aber mehr als 120 Seiten und deren Inhalt muss erst einmal geprüft werden“, so Raschen, der mit den Zukunftstags-Kindern noch einen Abstecher zum im Bau befindlichen Umspannwerk sowie auch zum Windpark in Kirchhatten unternahm.

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