„Wenn es piept, haben wir ein Leck aufgespürt“

EWE lässt rund 230 Kilometer langes Erdgasleitungsnetz überprüfen

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So mancher Einwohner wird ihnen bereits begegnet sein: Sven Sämann und Hendryk Schütt (v.l.) überprüfen derzeit im Auftrag der EWE das Erdgasleitungsnetz. Rund drei Wochen sind sie noch in der Gemeinde Dötlingen unterwegs.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die letzten Kilometer war es ruhig, nun piept es. „Ein Leck“, erklärt Hendryk Schütt von der Firma TBD, die im Auftrag der EWE Netz gerade die Erdgasleitungen in der Gemeinde Dötlingen überprüft.

Insgesamt gut 230 Kilometer kontrollieren er und seine drei Kollegen. Dann geht es weiter in die Gemeinde Großenkneten, wo noch einmal rund 400 Kilometer auf sie warten.

Arbeiten in der Gemeinde sollen noch drei Wochen andauern

Seit einer Woche sind die Prüfer unterwegs. In zwei Zweierteams haben sie sich über Altona, Aschenstedt und Dötlingen bis nach Neerstedt vorgearbeitet. „Wenn alles gut läuft, sind wir hier in der Gemeinde in etwa drei Wochen durch“, so Schütt. Mitspielen muss vor allem das Wetter. Denn nur wenn es trocken ist, kann Methan aus undichten Leitungen nach oben steigen. Und genau solche Stellen wollen Schütt und seine Kollegen aufspüren.

In Neerstedt auf dem Schulweg werden sie fündig. Zum dritten Mal, seit sie in der Kommune prüfen, piept das Gasspürgerät. „Nun müssen wir das Leck genau lokalisieren und der EWE melden“, erklärt Schütt. Diese kümmere sich dann um die Behebung des Schadens. „Denn wir buddeln nicht“, betont Schütt und richtet den Blick wieder auf seinen Laptop. Aufgerufen hat er das Planwerkverzeichnis, das den Verlauf sämtlicher Erdgasleitungen in der Gemeinde anzeigt. Diese liegen mindestens 60 Zentimeter tief im Boden – entlang von Straßen und quer über Felder.

Einwohner sind freundlich und kooperativ

Und natürlich führen sie auch zu den einzelnen Häusern, weshalb die TBD-Mitarbeiter im Rahmen ihrer Kontrolle die Grundstücke betreten müssen. „Das ist hier in der Region aber ein Traum. Alle sind freundlich und haben Verständnis“, berichtet Schütt, der auch schon unschöne Situationen erlebt hat. „Die älteren Einwohner kennen das Prozedere aber bereits gut.“ Schließlich lässt die EWE Netz in einem regelmäßigen Turnus von zwei Jahren ihr Netz überprüfen. Sind die Einfahrten und Gärten nicht zugänglich, klingeln die Prüfer. „Ist niemand da, werfen wir ein Kärtchen in den Briefkasten.“

Schütt fungiert mit dem Laptop in der Hand als Lotse und läuft nun – nach der Leckdokumentation – weiter den Schulweg entlang. Dicht auf den Fersen ist ihm Sven Sämann mit einer Teppichsonde. Das Gerät mit Stab und Rollen verfügt auch über ein flaches Plastikteil, unter dem die Luft über der Straße angesaugt wird. Sie strömt über einen Schlauch in das Messgerät, das den Methangehalt analysiert. „Vor zig Jahren waren die Prüfer mit Hunden unterwegs, die bei einem Leck angeschlagen haben“, erzählt Schütt. „Das war aber vor unserer Zeit.“

Mit einem besorgten Blick gen Himmel setzen die „Schönwetterläufer“, wie sie sich scherzhaft nennen, ihren Weg fort. Im Durchschnitt schaffen sie pro Stunde rund 500 Meter.

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